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GLS: Günter Wallraff stellt Paketzusteller an den Pranger

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Günter Wallraff stellt Paketzusteller GLS an den Pranger

31.05.2012, 11:53 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Günter Wallraff prangert GLS an (Quelle: dpa)

Günter Wallraff prangert GLS an (Quelle: dpa)

Günter Wallraff sorgt wieder für Schlagzeilen. Der bekannte Enthüllungsjournalist arbeitete mehrere Monate undercover beim Paketzusteller GLS und berichtete über ausbeuterische und teilweise sklavenähnliche Zustände.

Kritik an Branche und GLS

Wallraff (69) war ab Ende 2011 unter falscher Identität an mehreren Standorten des europaweit tätigen Paketzustellers GLS als Paketbote im Einsatz. Die Ergebnisse seiner Undercover-Recherchen waren als Reportage am Mittwochabend bei RTL zu sehen und sind am Donnerstag im "Zeit-Magazin" erschienen. Die Hauptkritik gilt GLS, aber auch den Missständen in der Branche allgemein. Auch ein früherer Fahrer von Hermes kommt zu Wort.

"In diesem System ist etwas nicht in Ordnung"

Der Sprecher des Paketverbands Hermes, Thomas Voigt, kündigte in einer Diskussionsrunde mit Wallraff bei "stern TV" am späten Mittwochabend Verbesserungen für die Paketfahrer an. "In diesem System ist etwas nicht in Ordnung", räumte der Sprecher der Otto-Gruppe ein, zu der auch Hermes gehört. "Wir sind bei Hermes grundlegend dabei, das ganze System umzubauen. Wir werden die Bezahlung pro Paket abschaffen und einen Stundenlohn einführen."

Ruinöse und schwer durchschaubare Bedingungen

Wallraff spricht von "Menschenschinderei mit System" und "einer Form von moderner Sklaverei." GLS arbeite ausschließlich mit Subunternehmern - meistens selbst Fahrer oder frühere Fahrer - und verpflichte diese zu ruinösen und schwer durchschaubaren Bedingungen. GLS (General Logistics Systems) mit Sitz in Amsterdam hat nach eigenen Angaben gut 210.000 Kunden in Europa.

Zielgruppenanteil knapp 15 Prozent

Insgesamt fast drei Millionen Zuschauer sahen die Reportage. Dies entspricht einem Marktanteil von 10,4 Prozent beim Gesamtpublikum und 14,6 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, wie der Sender RTL mitteilte.

Paketzusteller weißt Vorwürfe zurück

Der Paketzusteller GLS hat die Vorwürfe über eine Ausbeutung von Boten zurückgewiesen. Es handele sich um eine "einseitige und verkürzte Berichterstattung", erklärte das Unternehmen. "Die GLS Gruppe akzeptiert keine despektierlichen Äußerungen über Subunternehmen und deren Fahrer in ihrem Unternehmen. Wir legen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die im Rahmen der Gesetze gestaltet wird", hieß es in der Stellungnahme.

31.05.2012, 11:53 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

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