Auto-Branche
VW hat angeblich Interesse an Fiat-Tochter Alfa Romeo23.09.2012, 13:30 Uhr | dpa, t-online.de
Hat der VW-Konzern mit seinen zwölf Marken noch nicht genug? Einem Bericht des Magazins "Focus" zufolge hat Volkswagen möglicherweise Interesse an der Fiat-Marke Alfa Romeo. Experten aus Deutschland hätten die Fiat-Werke Mirafiori, Cassini, Melfi und Pomigliano besucht, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Üblicherweise schützten Unternehmen ihre Anlagen vor neugierigen Blicken der Konkurrenz.
Ein VW-Sprecher sagte dazu am Sonntag, solche Berichte gebe es immer wieder. "Aber wir sind gut mit unseren zwölf Marken aufgestellt und haben ausreichend zu tun."
Dennoch könnte an dem Gerücht etwas dran sein. Denn Fiat schwimmen sozusagen die Felle davon. Der italienische Autobauer leidet unter dem massiven Absatzeinbruch in Europa, will aber im Land bleiben. Italiens Regierungs-Chef Mario Monti hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne und Präsident John Elkann nach Rom gerufen, um die massiven Probleme des Autobauers und die Sorgen um den Standort Italien zu beraten. Er wollte Aufschluss über das weitere Engagement in Italien, nachdem Fiat zuvor angekündigt hatte, einen überarbeiteten Investitionsplan präsentieren zu müssen.
Die Spitze des Turiner Konzerns versicherte bei dem fünfstündigen Treffen, dass man bei einem Aufschwung des Marktes auch in neue Modelle investieren wolle. Fiat verpflichtet sich, die Präsenz der Gruppe in Italien zu erhalten. Konkrete Aussagen, wie es in den einzelnen Werken mit ihren hohen Überkapazitäten weitergehen soll, gab es aber nicht. Gewerkschaften erklärten nach dem Krisentreffen, es habe nur Absichtserklärungen gegeben, man wolle aber Klarheit.
Fiat verwies in einer gemeinsamen Mitteilung darauf, man habe in den vergangenen Jahren fünf Milliarden Euro in Italien investiert und wolle weiter vor allem für Exporte in außereuropäische Länder im Land Autos bauen. Regierung und Unternehmen werden nach Wegen suchen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Fiat zu stärken. Finanzielle Hilfen der Regierung seien dabei nicht gefordert worden, heißt es.
Angesichts der tiefen Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt und vor allem in Italien könnte Fiat eines oder mehrere seiner fünf Werke im Land schließen, hatte es zuvor geheißen. Ein im Jahr 2010 aufgestellter Investitionsplan von 20 Milliarden Euro bis 2014 in Italien sei nicht zu halten, teilte Fiat vor gut einer Woche mit.
Monti will die Gewerkschaften davon überzeugen, beim Erhalt des Standorts Italien mitzuhelfen. Sie sollten "sich darum bemühen, die Produktivität mit dem Ziel erhöhter Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", hatte er auf die Frage gesagt, wie er Marchionne von einem Abbau abhalten könnte. Während Italien in der Rezession ist, hält sich Fiat nur dank des US-Partners Chrysler noch über Wasser.
23.09.2012, 13:30 Uhr | dpa, t-online.de
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