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Autojahr 2013: Branche wird zur Zweiklassengesellschaft

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Autojahr 2013: Branche wird zur Zweiklassengesellschaft

31.12.2012, 09:47 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Die VW-Tochter Audi gehört zu Deutschlands umsatzstärksten Konzernen (Quelle: dpa)

Die VW-Tochter Audi gehört zu Deutschlands umsatzstärksten Konzernen (Quelle: dpa)

Die Prognose der Experten für das Autojahr 2013 klingt nicht wirklich gut: Die Branche drohe sich zur Zweiklassengesellschaft zu entwickeln - die Kluft in der Autowelt werde noch tiefer. Die Asiaten greifen demnach an, China ist nach wie vor der wichtigste Boom-Markt, die Nachfrage in Westeuropa bricht weiter ein. Ein Lichtblick: Die deutschen Autobauer sollen überwiegend auf der Gewinnerseite bleiben.

Absatzkrise teilt Branche in Gewinner und Verlierer

Die Fachleute erwarten, dass sich im neuen Jahr die Trends aus 2012 ungebrochen fortsetzen. Das heißt: Die Absatzkrise in Westeuropa im Zuge der Euro-Schuldenkrise entzweit die Branche weiter - in Gewinner und Verlierer. Europäische Massenhersteller wie Opel, Fiat und PSA müssen ihre Kosten in den Griff bekommen und Fabriken dicht machen.

Die Einschätzung der Experten lautet: Tausende Jobs gehen verloren, es wird wieder Kurzarbeit angemeldet. Nach einer Analyse der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sind 15 Automobilwerke in Europa so schwach ausgelastet, dass sie auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

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Talfahrt auf westeuropäischem Automarkt geht weiter

Die Hiobsbotschaft des Jahres aus deutscher Sicht war das angekündigte Aus für das Opel-Werk in Bochum 2016 - ob Opel die Kurve bekommt, scheint fraglich. Viele Hoffnungen stecken die Rüsselsheimer in die Allianz mit PSA. Nach mehrmonatigen Verhandlungen schlossen die beiden Hersteller kürzlich Verträge für eine enge Zusammenarbeit bei der Auto-Entwicklung und im Einkauf. Dies soll vor allem die Kosten drücken.

Indes wird sich der westeuropäische Automarkt nach den Angaben auch im neuen Jahr nicht erholen - im Gegenteil: Die Talfahrt dürfte zunächst weitergehen. Der Verband der Automobilindustrie rechnet 2013 nur noch mit 11,4 Millionen Neuzulassungen in Westeuropa - nach voraussichtlich 11,7 Millionen in diesem Jahr.

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Plus bei Neuzulassungen 2014 möglich

Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es 14,8 Millionen Autos - also fast drei Millionen mehr. Das sorgt für teure Überkapazitäten, die Deutsche Bank sieht diese in der EU bei derzeit mindestens 30 Prozent. Immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels. Bereits im Jahresverlauf 2013 könne sich der Abwärtstrend verlangsamen, 2014 sei sogar wieder ein Neuzulassungsplus möglich, wie die Analysten der Deutschen Bank erwarten.

Angesichts des schrumpfenden Absatzes wird der Verdrängungskampf in Europa noch härter werden. Die Renditen geraten weiter unter Druck. Auch das Rabattniveau bleibe hoch, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Dazu kommen steigende Rohstoffpreise, wie Analyst Frank Schwope von der Nord/LB sagt.

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Kein Absturz wie 2008/2009

Das Trostpflaster der Experten: Eine schwere, weltweite Branchenkrise wie vor vier Jahren wird nicht erwartet. "Im Winter 2008/2009 standen wir vor einem tiefen Absturz. Ein solcher Absturz ist derzeit nicht in Sicht", sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Zu der Zeit herrschte in Detroit - wo Mitte Januar wieder das Autojahr eingeläutet wird - Depression. Die Wirtschaftskrise infolge der Turbulenzen auf den Finanzmärkten ließ die Auto-Nachfrage in den USA und Europa in den Keller rauschen. Fast alle Autobauer waren betroffen. Nicht nur in Deutschland nahm der Staat Milliarden für Kurzarbeit und Abwrackprämie in die Hand.

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Schwellenländer sorgen für gute Verkaufszahlen

Heute sieht die Lage anders aus. Weltweit ist die Autokonjunktur im Aufwärtstrend, die Verkaufszahlen werden laut Prognosen 2013 global steigen - getragen von den Märkten in den Schwellenländern in Asien und Südamerika, aber auch in den USA.

An den Kräfteverhältnissen in der Autobranche dürfte sich daher nicht viel ändern. "Die Gewinner 2012 werden auch die Gewinner 2013 sein, die Verlierer die Verlierer", sagt Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Gewinner sind diejenigen, die eine breite internationale Aufstellung haben, vor allem in China und den USA stark sind und das schwache Europa-Geschäft damit abfedern können.

Deutsche Oberklasse bleibt gefragt

Dazu gehören neben dem VW-Konzern auch BMW und Daimler, denn deutsche Oberklasse-Autos bleiben nach Ansicht der Experten gefragt. Auch asiatische Hersteller wie Hyundai und Kia, die in Europa massiv angreifen, stehen demnach gut da - und Toyota feiert ein Comeback, wie auch die US-Autoriesen.

Quelle: t-online.de, dpa-AFX

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