05.01.2013, 10:08 Uhr | dpa
Vor etwa drei Monaten sorgte eine Aldi-Meldung für Wirbel in der Discounter-Branche: Im Zuge eines Strategiewechsels weg von No-Name-Produkten führt Aldi künftig auch Markenprodukte. Nun stehen Getränke von Coca-Cola im Regal, Nivea oder El Vital dürften bald folgen. Zwei Branchen-Insider geben weitere Einblicke in die Zukunft des Lebensmittel-Riesen.
Dieter Brandes stand ein Jahrzehnt lang an der Seite von Theo Albrecht und galt als Vertrauter des Aldi-Gründers. Er gehörte dem dreiköpfigen Führungsgremium von Aldi Nord, dem Verwaltungsrat, zehn Jahre bis Ende 1985 an. Mit seinem Sohn Nils berät der Insider heute weltweit Handelsunternehmen. Der Nachrichtenagentur dpa beantworteten die beiden Experten Fragen zur möglichen Zukunft von Aldi. Aktive Manager des Unternehmens geben grundsätzlich keine Interviews.
Dieter und Nils Brandes: "Was das Sortiment angeht, nähern sich beide tatsächlich an: Discounter erweitern ihre Sortimente, Aldi ergänzt um Markenartikel, Supermärkte haben ihre Eigenmarken ausgeweitet und folgen den Preisen von Aldi und Lidl. Aldi jedoch tendiert zu einem neuen Format, das es bisher nicht gab: Aufgrund des steigenden Non-Food-Anteils - Artikeln, die nicht zum Kernsortiment Lebensmittel gehören - wird Aldi zunehmend zu einer Art Warenhaus. Aldi Süd hat kürzlich viele Filialen erweitert mit einem weiteren Gang für Non Food. Aldi verkauft deutlich mehr als 3000 Non-Food-Artikel pro Jahr. Der Umsatzanteil beträgt 20 Prozent, bald vielleicht 30 Prozent."
Dieter und Nils Brandes: "Früher war es zwar auch wichtig, Konzernstrukturen mit umfassenden Publikationspflichten und Gesamtbetriebsrat zu vermeiden. Die Regionalgesellschaften sind aber vor allem eine wesentliche Methode, um Komplexität zu vermeiden. Kleine Einheiten sind überschaubarer, einfacher zu managen, produzieren bessere Ergebnisse. Aus unserer Sicht könnte Aldi sich sogar nochmals teilen. Beispielsweise in Aldi Nordwest und Nordost oder Aldi Südwest und Mitte mit jeweils 17 Regionalgesellschaften."
Dieter und Nils Brandes: "Muss nicht. Sie werden sich aber sicherlich damit beschäftigen und das eventuell testen. Für Lebensmittel ist das allerdings ein zweifelhafter Weg. Besonders für einen Discounter, der niedrigste Kosten und niedrigste Verkaufspreise braucht. Und zu selten noch wird heute die Problematik der Zustellung an die Haustür beachtet."
Kreditsumme
Dieter und Nils Brandes: "Ja, aus unserer Sicht ein starker Verstoß gegen das erfolgreiche Aldi-Prinzip. Aldi wird Lidl immer ähnlicher. Zum Discountkonzept gehört, möglichst viele Eigenmarken zu verkaufen. Wenn man die gleiche oder bessere Qualität anbieten kann, streicht man die Industriemarke und bietet einen wesentlich niedrigeren Preis."
Quelle: dpa
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