04.01.2013, 18:12 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
Erneut Datenleck bei Unister: Im Portal des Reiseanbieters "Urlaubstours" waren die Daten von 4700 Passagieren der Fluggesellschaft Ryanair einsehbar. Laut "Computerbild" waren Namen und Flugrouten sichtbar und konnten zudem noch verändert werden.
Unister-Sprecher Konstantin Korosides bestätigte den Vorfall und sagte: "Das Datenleck ist geschlossen und wird in Zukunft auch nicht wieder auftreten." Die Daten waren für jene einsehbar, die in einem bestimmten Zeitraum eine Ryanair-Reise gebucht hatten. Nach Angaben von "Computerbild" hatte die Unister-Gesellschaft "Urlaubstours" für ihre Kunden Flüge bei Ryanair über die selbe E-Mail-Adresse gebucht.
"Urlaubstours" nahm die Produkte mit Ryanair-Flügen vom Markt, nachdem der Anbieter von der Panne unterrichtet worden war. Die allgemeine E-Mail-Adresse werde geändert. Sobald individualisierte Codes für jeden Kunden angelegt seien, werde das Reiseportal sein Angebot wieder auflegen.
Über die fragliche E-Mail-Adresse in Verbindung mit einem gültigen Reservierungscode konnten die Buchungen sichtbar gemacht und verändert werden. Es handle sich um eine sehr geringe Anzahl von Vorgängen, sagte Korosides, ohne die genannte Zahl zu bestätigen. Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt erklärte, die Vermittlung von Ryanair-Flügen über "Urlaubstours" erfolge ohne Einwilligung der Airline. Ryanair habe keine Vereinbarungen mit Drittanbietern oder deren Websites. Die Fluggesellschaft sei deswegen im Rechtsstreit mit Unister und anderen sogenannten Screenscraping-Webseiten.
Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Unister Kreditkartendaten von Kunden nicht richtig gesichert hatte. Unister ist deshalb im Visier des sächsischen Datenschutzbeauftragten. Es werde geprüft, ob das Unternehmen gegen Meldepflichten verstoßen habe. Der Vorgang sei aber noch nicht abgeschlossen, sagte Behörden-Sprecher Andreas Schneider. Von dem neuerlichen Datenleck sei noch nichts bekannt. Man werde Unister dazu befragen.
Gegen insgesamt acht Führungskräfte des E-Commerce-Konzerns ermittelt indes die Staatsanwaltschaft bereits wegen Steuerhinterziehung. Auf seinen Reiseseiten soll Unister unerlaubt Versicherungsprodukte angeboten haben. Unterdessen zog sich Unister-Gründer Thomas Wagner vom Chefposten zurück. Er wechselt in eine strategisch ausgerichtete Position, um sich verstärkt der Produktentwicklung zu widmen.
Quelle: t-online.de, dpa-AFX
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