05.01.2013, 12:06 Uhr | dapd, t-online.de
Politiker schlagen Alarm: Die geplante Liberalisierung des Weinanbaus in der EU könnte die bislang strikt begrenzte Anbaufläche vergrößern und deutsche Winzer in Existenznot bringen.
Laut eines Gutachtens von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos könnte die Fläche europaweit um bis zu vier oder fünf Prozent pro Jahr steigen, wie die "Wirtschaftswoche" berichtete. Der voraussichtlich schärfere Wettbewerb weckt hierzulande Befürchtungen, Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) kündigt schon Widerstand an: "Wir sehen die Vorschläge äußerst kritisch."
Bisher ist der Weinbau in der EU auf bestimmte Regionen und Lagen beschränkt. Traditionelle Winzer fürchten die Konkurrenz auf neuen Flächen. "Wenn man bei uns in spürbarem Maß Flächen freigibt, dann sind die Steillagen stark gefährdet", sagte Bonde.
Dann könne jedermann - auch auf einem Acker in Mecklenburg-Vorpommern - Winzer sein. Dort sei die Qualität der Trauben schlechter, aber der Aufwand viel geringer, erläuterte Bonde. Die Konkurrenz aus Südeuropa bereite hiesigen Kleinbetrieben Sorge. Winzer im Südwesten, die Trollinger, Spätburgunder oder Riesling in Steillagen per Hand ernten, hätten dann keine Chance mehr.
Quelle: dapd, t-online.de
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