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    Nach dem Nein: Opel Bochum soll schon 2014 schließen

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    Nach dem Nein: Opel Bochum soll schon 2014 schließen

    22.03.2013, 17:11 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

    Nach dem Nein: Opel Bochum soll schon 2014 schließen. Die bange Frage: Wann schließt das Werkstor? (Quelle: dpa)

    Die bange Frage: Wann schließt das Werkstor? (Quelle: dpa)

    Das Nein der Bochumer Opelaner zum Sanierungsplan fällt der Belegschaft offenbar umgehend auf die Füße. Der angeschlagene Autobauer bekräftigte, die Autofertigung laufe nun Ende 2014 aus. Weitere Verhandlungen über die Zukunft des Werks werde es nicht mehr geben. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel hält das für eine leere Drohung. In der Tat wäre die die Schließung des Werks kurzfristig vor allem eines: teuer.

    Die Beschäftigten in Bochum hatten am Donnerstag den Sanierungsplan abgelehnt. Die Zusagen einer Fahrzeugteileproduktion, möglicher Abfindungen und des Engagements von Opel für Ersatzarbeitsplätze seien ihnen "mehrheitlich zu vage" gewesen, hieß es. Mit dem zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Unternehmen erarbeiteten Tarifvertrag sollte das Aus für die Fahrzeugproduktion um zwei Jahre verschoben werden.

    Getriebefertigung nur bis Ende 2013

    In Bochum soll nun die Getriebefertigung mit knapp 300 Mitarbeitern doch schon Ende 2013 geschlossen werden. Ein bisher ausgesetztes Einigungsverfahren werde wieder gestartet, teilte das Unternehmen mit. Laut eines Kompromissvorschlags sollte die Getriebefertigung bis mindestens 2014 weiterlaufen. Auch die nach monatelangen Verhandlungen vorgesehene Ansiedlung eines Komponentenwerks in Bochum ist nun vom Tisch. Der Kündigungsschutz gilt für den Standort nur noch bis Ende 2014.

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    Außerdem habe die Werksleitung vom Betriebsrat wegen der geringen Auslastung den Wegfall einer der drei Schichten gefordert, teilte Opel mit. Nach Einschätzung des Betriebsrates wären davon rund 700 Beschäftigte betroffen. Die Auslastung in Bochum soll nur bei 50 bis 60 Prozent liegen.

    Betriebsrat setzt auf weitere Gespräche

    Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel will sich mit dem Ende der Verhandlungen nicht abfinden. Er hatte den Sanierungsplan vehement bekämpft, weil ihm klare Zusagen des Unternehmens fehlten. Er setzt nun auf weitere Verhandlungen mit dem neuen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. "Es muss weitere Gespräche geben. Dieser Vertrag ist nicht akzeptabel", sagte Einenkel am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

    Die Gewerkschaft IG Metall kündigte an, sich in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat und der Adam Opel AG über weitere Schritte abstimmen zu wollen. Laut NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) bemüht sich die Gewerkschaft, das Unternehmen zu weiteren Gesprächen zu bewegen.

    420 statt 3900 Mitarbeiter ab 2015?

    Mit dem zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Unternehmen erarbeiteten Tarifvertrag sollte in Bochum nach 2016 nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben. Derzeit hat Opel dort noch 3200 direkt beim Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter, inklusive der ausgelagerten Bereiche stehen gut 3900 Menschen auf der Gehaltsliste von Opel. Wenn nicht weiter verhandelt wird, würde Opel nach heutigem Stand 2015 nur noch rund 420 Menschen im Warenverteilzentrum beschäftigen.

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    Einenkel hält das mögliche Ende der Autoproduktion schon 2014 allerdings für eine leere Drohung. Eine Verlagerung sei "aufgrund hoher Investitionen und fehlender Fachkompetenz in anderen Werken unsinnig", hatte der Betriebsrat in einem Flugblatt erklärt. In Bochum wird der Zafira gebaut. Der soll nach den Plänen des Unternehmens nun ab 2015 an einem anderen Standort vom Band rollen.

    Fabrikverlagerung kostet richtig Geld

    Eine Fabrikverlagerung weg von Bochum würde nach Einschätzung des Autofachmanns Stefan Bratzel von der FH Bergisch Gladbach - je nach neuem Standort - zwischen 50 und 200 Millionen Euro kosten. Bratzel vermutet aber dennoch, dass GM die Zusatzkosten in Kauf nehmen könnte, um endlich mit Opel aus den Schlagzeilen zu kommen.

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    Die Verhandlungen der IG Metall mit Opel über einen Sanierungstarifvertrag sind bis Ende März terminiert. Die Mitarbeiter an den Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen hatten bereits zugestimmt. Da Bochum nicht unterschreibt, ist damit auch die Stundung der 4,3-prozentigen Gehaltserhöhung für die Beschäftigten hinfällig. Die zusätzlichen Gehaltsanteile müssen dann rückwirkend seit November ausgezahlt werden.

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