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Karstadt will Millionen an Gehältern sparen

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Karstadt will Millionen an Gehältern sparen

13.05.2013, 20:12 Uhr | dpa, T-Online.de, AFP

Karstadt will Millionen an Gehältern sparen. Beim Karstadt-Konzern ist kein Ende der Krise in Sicht (Quelle: dpa)

Beim Karstadt-Konzern ist kein Ende der Krise in Sicht (Quelle: dpa)

 

Karstadt kommt nicht raus aus der Krise und setzt weiterhin den Rotstift an: Jetzt will der Warenhauskonzern mit einer zweijährigen "Tarifpause" Millionen Euro an den Gehältern seiner Mitarbeiter sparen. Nach einem Krisentreffen mit zahlreichen Betriebsräten läuft die Gewerkschaft gegen den Sparkurs Sturm.

Bis 2015 ohne Tarifbindung

Das Unternehmen habe für die Zeit bis 2015 bei den Arbeitgeberverbänden eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung angemeldet, teilte Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz in Essen mit. Künftige Tariferhöhungen haben damit für Karstadt keine Wirkung.

In der aktuellen Tarifrunde fordert die Gewerkschaft Ver.di für den Einzelhandel etwa in Nordrhein-Westfalen 6,5 Prozent mehr Geld. Karstadt spare durch den Schritt in zwei Jahren geschätzte 36 Millionen Euro, hieß es aus Unternehmenskreisen. Der kriselnde Warenhauskonzern hatte für den heutigen Montag Betriebsräte aller Standorte in der Essener Zentrale zusammengerufen.

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Unternehmen kämpft mit der Krise

Der Hintergrund: Die Geschäfte laufen offenbar schlecht. Der Warenhauskonzern rechnet laut "Wirtschaftswoche" 2013 mit einem Erlös von 3,1 Milliarden Euro, das sind 232 Millionen Euro weniger als geplant. Im Jahr 2016 erwarte Karstadt 2016 zwar einen Anstieg des Umsatzes auf etwas mehr als 3,3 Milliarden Euro, das seien aber 375 Millionen Euro weniger als noch 2011 veranschlagt.

Im Sommer 2012 kündigte Karstadt den Abbau von rund 2000 Stellen bis 2014 an. Davon wurden schon rund 1850 durch Frühpensionierung, freiwilligen Austritt, natürliche Fluktuation und Nichtverlängerung befristeter Arbeitsverträge eingespart. Insgesamt arbeiten rund 22.000 Menschen für den Konzern.

Chef erwartet "hartes Jahr"

Karstadt-Chef Andrew Jennings hatte kürzlich vor einem schwierigen Geschäft für sein Unternehmen in diesem Jahr gewarnt. "Dieses Jahr wird noch hart werden, aber dann werden wir Land sehen", sagte Jennings in einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel".

Einen weiteren Stellenabbau wollte Jennings nicht ausschließen. Karstadt habe nach den bisherigen Einschnitten nun zwar "die richtige Größe", sagte Jennings der Tageszeitung. "Es ist aber klar, dass am Ende der Kunde entscheidet, ob wir erfolgreich sind oder nicht." Im Geschäftsjahr 2010/2011 hatte Karstadt demnach 21 Millionen Euro Verlust gemacht.

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Ver.di: Tarifausstieg ist "Skandal"

Die Gewerkschaft kritisierte den Tarifausstieg scharf als "Skandal" und "Fehlentscheidung". Die Mitarbeiter hätten seit 2004 etwa über Lohnverzicht bereits mehr als 650 Millionen Euro in ihr Unternehmen investiert, der Eigner und Milliardär Nicolas Berggruen dagegen so gut wie nichts, erklärte Ver.di-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Berggruen hatte das Unternehmen 2010 aus der Insolvenz übernommen.

Keine Verschlechterung

Karstadt gehe in der gegenwärtigen Tarifrunde einen "eigenen, pragmatischen Weg", erklärte Arbeitsdirektor Weitz. Ziel sei die vollständige Gesundung des Unternehmens. Bis 2015 wolle das Management wieder zur Tarifbindung zurückkehren. Der Schritt bringe keine Verschlechterung.

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Alle Sonderzuwendungen und das Urlaubsgeld seien sicher. Es gehe nur um künftige Gehaltsentwicklungen. "Wir gehen nicht unter den Status Quo", betonte ein Unternehmenssprecher. Außerdem garantiere das Unternehmen konzernweit einen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Gewerkschaft warnt Konzernführung

Zahlreiche neue Marken einzuführen und zugleich 2000 Arbeitsplätze zulasten des Services abzubauen, sei bereits das falsche Signal an die Kunden gewesen, kritisierte Ver.di. Die Beschäftigten würden die Unternehmensführung jetzt "eindringlich erinnern", dass sie nicht an berechtigten Arbeitnehmeransprüchen rütteln dürften. Was damit konkret gemeint ist, ließ die Gewerkschaft vorerst offen.

 
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