18.06.2013, 07:51 Uhr | rtr, dpa, t-online.de
Nach vier Jahren ist Schluss: Der katarische Staatsfonds hat seine Anteile zurückverkauft (Quelle: Reuters)
Die Erben des Autopioniers Ferdinand Porsche haben beim VW-Hauptaktionär Porsche SE wieder allein das Sagen. Der katarische Staatsfonds gab vier Jahre nach seinem Einstieg bei der Holding alle Stammaktien wieder an die Erbenfamilien Porsche und Piech zurück, wie die Holding und der Fonds mitteilten. Damit sind die Verhältnisse in der Holding wieder übersichtlicher: Nur die Familien sind stimmberechtigt. Beim VW-Engagement der Katarer soll es dagegen keinen Rückzug geben.
Den Clans Porsche und Piech - unter ihnen der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech - zementieren damit auch ihren Einfluss auf den Autobauer VW. Durchgerechnet sind ihnen nun 50,7 Prozent der Stimmrechte der Wolfsburger zuzuordnen. An der Porsche Automobil Holding (PSE) halten die Erben mittlerweile 50 Prozent der Stammaktien - und damit alle stimmberechtigten Anteilsscheine. Die andere Hälfte des Kapitals liegt in den Händen stimmrechtsloser Vorzugsaktionäre.
Die Araber waren der 2009 finanziell klammen Porsche Holding nach deren gescheitertem VW-Übernahmeversuch beigesprungen und hatten zehn Prozent der Porsche-Stammaktien von den Familien gekauft, die damit erstmals einen familienfremden Miteigentümer akzeptierten. Zum Kaufpreis für den Rückerwerb wollten sich weder Porsche noch die Qatar Holding äußern. Die börsennotierten Vorzugsaktien der Porsche Holding sind knapp 9,3 Milliarden Euro wert.
Nach der Zusammenführung des Autobauers Porsche und VW im vergangenen Jahr sei die Rückübereignung der Stammaktien der "logische Schritt", teilte der Staatsfonds aus Katar mit, der unter anderem auch am Baukonzern Hochtief sowie dem Rohstoffkonzern Glencore beteiligt ist.
Durchgerechnet war Katar mit fünf Prozent an der Porsche Holding beteiligt - und damit trotz eines Aufsichtsratsposten ohne nennenswerten Einfluss. Katar habe sich 2009 bei Porsche beteiligt, um sicherzustellen, dass der Schulterschluss mit VW gelinge, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Seit der Integration der Automarke Porsche in den niedersächsischen Konzern im vergangenen Jahr sei die Rückübertragung der Stammaktien an die Familien damit nur eine Frage der Zeit und des Geldes gewesen. Es sei damit zu rechnen, dass Scheich Jassim Al-Thani seinen Posten demnächst zur Verfügung stelle, sagte der Insider.
Parallel zur Übernahme von Porsche-Stammaktien hatte sich das Emirat 2009 über seine Investmentgesellschaft auch direkt an den Wolfsburgern beteiligt - nach der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen sind die Araber mit 17 Prozent der Stimmrechte der drittgrößte Anteilseigner. Katar stehe voll hinter dem Engagement bei Volkswagen, teilte die Investmentgesellschaft des Emirats weiter mit.
Die Porsche Holding hält dagegen gut die Hälfte der Stimmrechte von Volkswagen und lebt mittlerweile von der VW-Dividende. Der Sportwagenbauer Porsche AG, das einstige Herzstück der Holding, gehört seit vergangenem Jahr hingegen vollständig VW - die Familien Porsche und Piech sowie die börsennotierte Holding halten daran keine direkten Anteile mehr. Die Grundzüge dieser komplexen Beteiligungskonstruktion war im Sommer 2009 festgezurrt worden, nachdem die von Porsche betriebene Übernahme von VW im Zuge der Finanzkrise scheiterte.
keine gültigen Elemente gefunden!PSE-Vorzugsaktien gewannen an der Börse ein Prozent. Die Papiere des Porsche-Mutterkonzerns standen mit 2,9 Prozent Plus an der DAX-Spitze. Händler nannten bei VW aber nicht das Katar-Geschäft als Grund, sondern die Aufnahme der Papiere in den Nasdaq OMX Global Automobile Index.
18.06.2013, 07:51 Uhr | rtr, dpa, t-online.de
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