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BER-Chef Mehdorn dementiert: Tegel doch kein "Premiumstandort"

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Berlin  

BER-Chef Mehdorn dementiert: Tegel wird kein "Premiumstandort"

28.06.2013, 20:08 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

BER-Chef Mehdorn dementiert: Tegel doch kein "Premiumstandort" . Flughafen Tegel: Darf er trotz BER weiter existieren? (Quelle: imago/thiel)

Flughafen Tegel: Darf er trotz BER weiter existieren? (Quelle: imago/thiel)

Doch keine große Wiederauferstehung für den totgesagten Flughafen Tegel? Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte aus einem internen Strategiepapier zitiert, das bis 2019 die Entwicklung zum "Premiumstandort" vorsehe - anstatt Tegel wie derzeit geplant nach Eröffnung des neuen Airports BER zu schließen. Flughafenchef Hartmut Mehdorn bestritt allerdings die Existenz eines solchen Papiers und damit auch der Pläne. Zudem legte Mehdorn Beschwerde gegen ein Gerichtsurteil ein, das ihn zu strengen Schallschutz-Vorgaben verpflichtet und hohe Mehrausgaben auslösen könnte. Der Protest, auch von Mehdorns Vorgesetztem Matthias Platzeck (SPD), ließ nicht lange auf sich warten.

Als Bahnchef hatte Mehdorn schon für einen Geschäftsflieger-Landeplatz in Tempelhof geworben, bevor Berlin den geschichtsträchtigen Innenstadtflughafen 2008 schloss. Zum angeblichen Weiterbetrieb in Tegel sagte der BER-Chef: "Diese Behauptung ist falsch". Das angebliche Strategiepapier des Managements, auf das sich das Blatt berufe, sei ihm nicht bekannt.

Bisher Tegel-Schließung spätestens sechs Monate nach BER-Eröffnung

Die in dem Artikel aufgestellten Behauptungen entsprächen im Wesentlichen nicht den Tatsachen, sondern seien lediglich Mutmaßungen des Autors, teilte Mehdorn weiter mit. In dem "Zeit"-Bericht hatte es unter anderem auch geheißen, dass der neue Großflughafen erst zum Oktober 2015 öffnen können. Erst dann könne ein Teilumzug des Flugbetriebs von dem ersatzweise weiterbetriebenen Airport Tegel an den neuen BER erwogen werden.

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Mehrdorn bekräftigte erneut seine Ankündigung, er werde im September dem Aufsichtsrat einen Fahrplan zur BER-Eröffnung vorlegen. Die Inbetriebnahme des Großflughafens wurde bislang vier Mal verschoben, zuletzt im Januar. Grund sind unter anderem massive Brandschutz-Mängel.

Ärger um den Schallschutz

Ohne Zweifel konfliktträchtig sind dagegen die Schallschutz-Regeln. Der Flughafen muss dafür sorgen, dass der Fluglärm in den Häusern ringsum tagsüber Gespräche nicht übertönt. Auf diese vergleichsweise strenge Regelung hat ihn das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im April festgenagelt, nachdem der Flughafen jahrelang geringere Maßstäbe gelten ließ.

Schallschutz könnte viel teurer werden als geplant

Für das Schallschutzprogramm standen 139 Millionen Euro bereit, nun könnten bis zu 730 Millionen Euro nötig sein. Eine Revision ließen die Richter nicht zu, dagegen hat Mehdorn nun Beschwerde eingereicht. Heftiger Protest von Anwohnern sowie Lokal- und Landespolitikern war die Folge.

Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck hatte versucht, Mehdorn zu stoppen. Zu den absehbaren juristischen Streitereien bemerkte er: "Ich glaube, die bringen keine Ergebnisse und sie verbessern auch die Stellung unseres Unternehmens und der Region nicht." Gleichwohl respektiere er, dass Mehdorn aus haftungsrechtlichen Gründen die Rechtswege ausschöpfe.

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Was wird aus dem Reaktor entlang der Flugroute?

Neuen Ärger im Flughafen-Umfeld könnte schließlich noch die Ankündigung des Helmholtz-Physikzentrums bringen, den Forschungsreaktor Berlin-Wannsee 2020 abzuschalten. Weil die Behörden das Absturz- und Anschlagsrisiko für Flüge über dem Reaktor nicht ermittelt hatten, hatte das OVG im Januar die umstrittene Wannsee-Flugroute gekippt. "Im Moment ist der einzige kritische Punkt der Reaktor, und dieser kritische Punkt ist dann weg", sagte der Direktor des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, Niklaus Herrmann.

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