30.06.2013, 14:52 Uhr | t-online.de, dpa, rtr
Die Pöbeleien von Bankern der gescheiterten Anglo Irish Bank gegen Deutschland haben nicht nur hierzulande für Empörung gesorgt. Jetzt hat sich der Ex-Chef des Geldinstituts erstmals zu Wort gemeldet - und sich für die hochmütigen Äußerungen über EU-Hilfen entschuldigt. Derweil forderte Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht im Gespräch mit dem "Handelsblatt" drastische Konsequenzen aus dem Fall der lästernden Pleitebanker.
Bankmanager David Drumm sagte der Zeitung "Sunday Business Post" zufolge, er bedaure die mit seinen Worten verursachten Beleidigungen zutiefst. Er könne sein Verhalten nicht mehr rückgängig machen. "Aber ich kann mich bei denen entschuldigen, die sich das anhören mussten und die sich verständlicherweise so angegriffen gefühlt haben."
Drumm zog EU-Bankhilfen unter anderem mit den Worten "Neuer Tag, neue Milliarde" ins Lächerliche. Seine Äußerungen und die anderer irischer Banker hatten europaweit die Gemüter erregt - nicht zuletzt in Deutschland, das größter Geldgeber bei den Irland-Hilfen war.
Drumm sagte laut Mitschnitten aus dem Jahr 2008, er werde bei der Zentralbank "Kohle" bestellen. Der "Sunday Business Post" zufolge erklärte er nun, die Aufnahmen seien während einer sehr anstrengenden und turbulenten Zeit gemacht worden. Dies entschuldige aber nicht "den furchtbaren Sprachgebrauch und frivolen Ton".
Es war das erste Mal seit Veröffentlichung der Mitschnitte, dass sich der inzwischen in den USA lebende Drumm öffentlich äußerte. Zuvor hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble die irischen Banker scharf kritisiert. Die Kanzlerin hatte erklärt, nur "Verachtung" für ihr Verhalten zu empfinden, Schäuble hatte sie als "abgehobene Übermenschen" bezeichnet, denen das Handwerk gelegt werden müsse.
Sahra Wagenknecht forderte: "Wir müssen die Rettungspolitik vom Kopf auf die Füße stellen. Erst der Mensch, dann die Banken. Erst die Europäer, dann der Euro." Bevor Steuergeld in eine marode Bank fließe, müsse die Chefetage komplett gehen und durch staatlich bestellte Abwicklungskommissare ersetzt werden, verlangte sie im "Handelsblatt"-Interview.
Die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag erklärte, Verachtung allein reiche nicht, Strafe müsse sein. "Die Banker haben sich über eine politische Selbstaufgabe lustig gemacht, für die Merkels und Steinbrücks Bankengarantie 2008 exemplarisch ist", zitiert die Zeitung Wagenknecht. Merkels Verachtung sei in Wirklichkeit Selbstverachtung, weil sie die Staatskasse den Banken zur Selbstbedienung geöffnet habe. Empörung sei daher die richtige Antwort.
30.06.2013, 14:52 Uhr | t-online.de, dpa, rtr
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