09.08.2013, 15:33 Uhr | t-online.de, dpa
Kampfpreise gegen die harte Konkurrenz: Dieses Konzept ging bei Praktiker nicht auf (Quelle: imago/Müller Stauffenberg)
Wer einmal hinsieht, kann den Konkurrenzkampf der Baumärkte live und in Farbe verfolgen: Werbespots, knallig bis überdreht laufen zur besten Sendezeit im TV. Während bei Praktiker "der Preis spricht", läuft der Obi-Werbespot auf die Melodie von Queens "We will rock you". Und Hornbach zeigt Männer, die sich ohne Wimpernzucken die Hände durchbohren. Hinter dem Getue steckt eine andere Wahrheit: Der Markt ist gesättigt. Ein extrem schlechtes Jahr kann da den Todesstoß bringen, wie die jetzige Praktiker-Pleite zeigt.
Wie stark sich die Situation der Branche verändert hat, zeigen Zahlen des EHI Retail Institut. Laut den Daten der Marktforscher ist die Anzahl der Baumärkte schon seit 1998 rückläufig. Gab es vor 15 Jahren noch 2640 Bau- und Heimmärkte ist die Zahl seither auf 2380 im Jahr 2013 zurückgegangen.
Beim Umsatz der Branche tut sich seit einigen Jahren wenig. Er stagniert schon seit 2010 bei rund 18,5 Milliarden Euro. Auch bei der Flächenproduktivität sind Deutschlands Top 20 Baumarktunternehmen laut Zahlen des EHI von ihren Bestwerten weit entfernt. Während der Bruttoumsatz 1998 noch 1615 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche betrug, lag dieser Wert 2012 nur noch bei 1441 Euro.
Das Online-Portal der "Süddeutschen Zeitung (SZ)" nennt beispielhaft die Kette Hornbach, in Deutschland Nummer drei hinter Obi und Bauhaus. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 gingen drei Prozent an Umsatz verloren, der Gewinn sei gar um ein Drittel eingebrochen. Wenn zusätzlich wie in diesem Jahr das Wetter nicht mitspielt, wird aus einer unbequemen Lage ein Existenzproblem.
Bei fehlender Sonne vergammeln die vielen Pflanzen, Rasenmäher und Gartenmöbel werden zu Ladenhütern. Die "SZ" zitiert Branchenkenner, die bei ähnlicher Witterung in den kommenden Monaten keine Chance sehen, wie der Rückstand noch innerhalb des Geschäftsjahres aufholbar sei.
Praktiker kann unter diesen Umständen kaum auf die Hilfe der Branche hoffen: Der Chef der Obi-Mutter Tengelmann, Karl-Erivan Haub sprach von einer Marktbereinigung, die sich nicht nur in Deutschland abspiele. "Es gibt kaum ein Land, wo uns nicht Baumarktketten angeboten werden. Es steht viel zum Verkauf“, schilderte Haub. Das Exposé zu Praktiker habe man viermal auf dem Tisch gehabt. "Es wurde zwar immer preiswerter, aber nicht besser", betonte er. An einigen guten Standorten könnte Obi möglicherweise interessiert sein. Wie viele Praktiker-Filialen infrage kämen, sagte Haub jedoch nicht.
09.08.2013, 15:33 Uhr | t-online.de, dpa
Kommentare
/ 36Top Partner
Diesen Artikel...
Einsatzkräfte müssen in Colorado hohes Wagnis eingehen. zum Video
Salonfähig, oder nicht? Moderatorin verausgabt sich bei TV-Aufzeichnung. mehr
Für mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Komfort. Zum Download
Wechseln Sie jetzt Ihre Kfz-Versicherung und sparen Sie bares Geld. Kfz-Versicherung vergleichen
Lernen Sie eine neue Sprache mit mobilen Apps und Live-Coach.
Jetzt kennenlernen
Tablet-PCs in verschiedenen Größen von allen Topmarken - jetzt zu Knallerpreisen bei eBay.de.
7 Flaschen Aurora + 2 Weingläser nur 49,- € statt 91,20 €. Jetzt zugreifen auf Hawesko.de.
Mit Tiefpreisgarantie: Patronen für Canon-, Epson- und HP-Drucker. bei druckerzubehoer.de