Gewinn pro Auto
Porsche hängt die Konkurrenz ab08.08.2013, 10:54 Uhr | dpa-AFX
Kein Autohersteller verdiente pro verkauftem Wagen soviel wie der der deutsche Premiumhersteller Porsche. Das geht aus einer Untersuchung des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen hervor. Demnach verbuchte der Sportwagenhersteller im ersten Halbjahr 2013 je Auto einen Gewinn von 16.590 Euro. Bei den Massenherstellern der Branche führt der japanische Autobauer Toyota. Volkswagen blieb dagegen hinter den Erwartungen.
Der Gewinn bei den Schwaben entsprach einer Gewinnmarge von 18,4 Prozent des Umsatzes pro Einheit. Für die Studie konzentrierte sich Dudenhöffer auf die Bilanzkennziffern im rein operativen Kerngeschäft - also jene Zahlen, die für die Profitabilität der Produktionssparten selbst entscheidend sind.
Andere Bereiche wie Finanzdienstleistungen, Immobilien oder Sondereffekte und Abschreibungen, die die Gesamtbilanz eines Konzerns stark beeinflussen können, blieben außen vor.
Der japanische Autoriese Toyota verdiente der Studie zufolge pro verkauftem Fahrzeug zwar mehr als jeder andere Massenhersteller der Branche, dennoch weniger als die Premiumhersteller. Der Konzern habe im ersten Halbjahr 2013 vor Zinsen und Steuern ein Plus von 1801 Euro je Einheit erwirtschaftet, was einer Gewinnmarge von exakt neun Prozent entspreche, heißt es in einer Untersuchung des Auto-Experten.
Nach mehreren Rückruf-Debakeln und dem Einbruch des heimischen japanischen Automarkts steigerte Toyota seine Profitabilität zuletzt enorm. Im vorigen Jahr hatte der Konzern pro Neuwagen nur 707 Euro verdient und eine Gewinnmarge von nur 3,5 Prozent einstreichen können. Toyota kehre zu "alter Stärke" zurück, habe aber auch von der Yen-Abwertung profitiert, was die Gewinne habe steigen lassen, heißt es weiter.
Der größte deutsche Hersteller Volkswagen (VW) lag bei der Profitabilität mit einem Gewinn von 629 Euro je Neuwagen bei einer Gewinnmarge von drei Prozent global an neunter Stelle - hinter Toyota, Hyundai, Kia, Nissan, Honda, Chrysler, Ford und der eigenen Tochter Skoda.
Im Vorjahr hatte VW noch 751 Euro pro Auto verdient. Der Konzern liege beim Ertragspotenzial "deutlich" hinter seinen internationalen Wettbewerbern, urteilte Dudenhöffer. Bei den Zahlen sei indes auch zu beachten, dass das China-Geschäft aufgrund von Bilanzierungsregeln nicht einfließe.
Bei der Bewertung von VW betrachtete die Studie nur die Kernmarke. Außen vor blieben andere Marken des VW-Konzerns, zu dessen operativem Gewinn die Töchter Porsche und Audi Dudenhöffer zufolge im ersten Halbjahr gut 60 Prozent beitrugen. Porsche gelang es als einzigem Hersteller im Premiumsegment, seine Gewinnmarge je Auto im Vorjahresvergleich zu steigern.
Wie die Untersuchung weiter feststellt, konnten viele der vom europäischen Markt abhängigen Autobauer ihre Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Den von einer Absatzkrise gebeutelten Marken wie Fiat, Peugeot-Citroën und Opel-Vauxhall sowie der VW-Tochter Seat gelang es, ihre Verluste einzudämmen.
Opel-Vauxhall etwa halbierte sein Minus je Einheit auf 414 Euro (Vorjahr: 834 Euro). Die Unternehmen hätten mit Restrukturierungen richtig auf die Krise reagiert. Es sei zu erwarten, dass sich ihre Situation in der zweiten Jahreshälfte und 2014 weiter verbessere.
08.08.2013, 10:54 Uhr | dpa-AFX
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