Absatzkrise in Europa
Autobauer jubeln: "Das Schlimmste ist vorbei"16.08.2013, 13:31 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
Nach einer langen Durststrecke deutet sich auf dem europäischen Automarkt endlich die herbeigesehnte Trendwende an. So zeigen die Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU) und die Juli-Absatzzahlen von Europas größtem Autobauer Volkswagen eine - wenn auch langsame - Erholung in den Krisenmärkten. Satte sieben Prozent konnte VW in Westeuropa (ohne Deutschland) gegenüber dem Vorjahrsmonat zulegen, wie aus den neuesten Zahlen des Konzerns hervorgeht.
Der deutsche Branchenverband VDA meldete 981.300 Neuzulassungen innerhalb der EU - ein Plus von knapp fünf Prozent verglichen mit dem Juli 2012. Allerdings schränkt ein statistischer Effekt die Erfolgsmeldungen ein: Der vergangene Monat hatte einen Arbeitstag und damit auch einen Verkaufstag mehr als ein Jahr zuvor. Das relativiert die Zuwächse etwas.
Doch insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass sich die Talfahrt der Autobauer in Europa verlangsamt und sie wieder an Boden gewinnen. Zuletzt hatte der US-Autobauer Ford angedeutet: "Das Schlimmste ist vorbei." Die Amerikaner hatten den Absatz in ihren 19 größten Europa-Märkten um neun Prozent gesteigert. Allerdings sind die Vergleichswerte aus dem Vorjahr inzwischen auch niedriger - denn im Juli 2012 spürten die Hersteller bereits die Nachfrage-Flaute in Europa.
Zwar liegt VW europaweit zwar noch rund drei Prozent unter dem Juli 2012. Das beruhte aber zu einem guten Teil auf Deutschland, wo etwa die Kernmarke der Wolfsburger vergangenen Monat ein Minus von fünf Prozent eingefahren hatte. Doch in den übrigen Ländern Westeuropas ging es nach langer Zeit wieder deutlich bergauf - nicht nur für die Niedersachsen.
"Es stimmt zuversichtlich, dass insbesondere in den Ländern Spanien, Portugal und Griechenland die Pkw-Neuzulassungszahlen im Juli jeweils zweistellig stiegen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. "Der französische Markt bewegte sich - erstmals seit Oktober 2011 - wieder im Plus." Dabei dürfte die allgemein wieder stärker anspringende Wirtschaft in Europa geholfen haben. Im zweiten Quartal hatte die Eurozone die Rezession abgeschüttelt, das Bruttoinlandsprodukt war zwischen April und Ende Juni um 0,3 Prozent gewachsen.
Auf Jahressicht macht sich die Erholung der Automärkte aber kaum bemerkbar. Die EU-Neuzulassungen liegen seit Januar mit knapp 7,2 Millionen Pkw noch mehr als fünf Prozent unter dem Vorjahr. Auch VW liegt in Europa auf Jahressicht noch mehr als drei Prozent im Minus. Andere Volumenhersteller wie Fiat, Renault oder PSA Peugeot Citroen sind von der Krise allerdings noch viel schwerer getroffen worden.
16.08.2013, 13:31 Uhr | t-online.de, dpa-AFX
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