"Irreführende Werbung"
Umwelthilfe will Daimler wegen Angaben zur S-Klasse verklagen16.08.2013, 19:34 Uhr | AFP, t-online.de
Der Autobauer Daimler hat Ärger wegen des Kleingedruckten in der S-Klasse-Werbung (Quelle: Hersteller)
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will den Autobauer Daimler wegen falscher Verbrauchsangaben zur neuen Mercedes-S-Klasse verklagen. Die Werbe-Anzeigen zu dem Modell seien irreführend: Es gebe nicht nur wie angegeben Ausführungen mit den Energieeffizienzklassen A bis D, sondern auch solche mit den hinteren Klassen E und F. Daimler wies den Vorwurf der DUH indes zurück.
Im Blick hat die DUH die hochmotorisierten Sportmodelle "S 63 AMG" und "S63 AMG 4Matic Lang". Erstere Ausführung erreiche nur die Klasse E, die Version mit Automatikgetriebe "4Matic" sogar nur Klasse F. Auch beim maximalen CO2-Ausstoß der zwei Modelle gebe es eine Abweichung von etwa elf Prozent gegenüber den Werbeangaben. Daimler suggeriere potenziellen Käufern, dass seine Modelle umweltfreundlicher und spritsparender seien als dies tatsächlich der Fall sei, erklärte die DUH.
Nach eigenen Angaben hatte die DUH den Autobauer zunächst aufgefordert, seine Werbung zu ändern und eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben. Nachdem Daimler darauf nicht reagiert habe, sei nun Klage vor dem Landgericht Stuttgart wegen irreführender Falschangabe im Sinne des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb eingereicht worden.
In einer Stellungnahme gegenüber "Horizont.net", einem Fachportal für Marketing, führte Daimler aus, dass die Werbemaßnahmen für die S-Klasse Mitte Juni anliefen, als die AMG-Version weder publiziert noch eine Verkaufsfreigabe erfolgt war.
"Folglich hatten wir zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung, das AMG-Modell in der Anzeige mit Verbrauchsangaben und/oder Effizienzklassen zu berücksichtigen", heißt es. Am 19. Juli sei die AMG-Version publiziert und die Werte sowohl im Internet als auch in den Print-Vorlagen berücksichtigt worden.
Wegen des längeren Vorlaufs für Anzeigen etwa in Zeitschriften sei es für kurze Zeit zu einer Überschneidung gekommen. Die DUH sprach von einem "durchsichtigen und nachweislich falschen Argument". Die "Verbrauchertäuschung" setze der Autokonzern auch in dieser Woche mit großflächigen Anzeigen unverändert fort.
16.08.2013, 19:34 Uhr | AFP, t-online.de
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