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Praktiker: Großaktionärin Isabella de Krassny greift Ex-Chefs an

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Schlammschlacht bei Praktiker

Großaktionärin de Krassny greift Ex-Chefs an

21.08.2013, 16:44 Uhr | t-online.de

Bei Praktiker und Max Bahr stehen Tausende Stellen auf der Kippe (Quelle: imago, Sepp Spiegl)

Bei Praktiker und Max Bahr stehen Tausende Stellen auf der Kippe (Quelle: imago, Sepp Spiegl)

Schlammschlacht nach der Pleite von Praktiker: Ehemalige Investoren und Manager der Baumarkt-Kette streiten heftig über die Verantwortung für die Insolvenz. Mit scharfen Worten attackierte die frühere Großaktionärin Isabella de Krassny die einstigen Vorstände und Aufsichtsräte des Konzerns: "Diesem Aufsichtsrat ist es zwei Jahre nur darum gegangen, seinen Arsch zu retten", sagte sie gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Ein Ex-Vorstand hat inzwischen strategische Fehler eingeräumt.

Harsche Kritik an Ex-Vorstandschef

Dem ehemaligen Vorstandschef Thomas Fox warf de Krassny indirekt vor, die Insolvenz des Unternehmens bereits im Frühjahr 2012 provoziert zu haben. Sie habe zunächst gar nicht verstanden, "was der Herr Fox in Wahrheit vorhat", sagte de Krassny. Erst durch Hinweise aus dem Umfeld des Konzerns habe sie von Vorbereitungen für eine Insolvenz erfahren. Auf Anfrage von "Capital" wies Fox den Vorwurf zurück. Die Insolvenz sei keinesfalls sein Ziel gewesen, sagte er.

De Krassny bezifferte ihren persönlichen Verlust durch das Engagement bei Praktiker auf rund 15 Millionen Euro. Den Verdacht, sie habe mit Insider-Geschäften noch am Niedergang ihres Unternehmens verdient, wies sie zurück. Zugleich kritisierte sie die hohen Ausgaben des Managements für externe Beratungen in den vergangenen Jahren. "Es gibt keinen Berater, den wir nicht hatten. Es ist unfassbar", sagte de Krassny.

Mehr als 70 Millionen Euro für Berater

Nach "Capital"-Recherchen gab Praktiker allein in den Jahren 2011 und 2012 rund 70 Millionen Euro für Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Finanzdienstleistungen aus. Im ersten Halbjahr 2013 kam ein zweistelliger Millionenbetrag hinzu.

Das geht aus internen Dokumenten hervor, die "Capital" vorliegen. Für seine Sanierung nahm der Konzern seit 2012 insgesamt 175 Millionen Euro am Kapitalmarkt auf. Zu den größten Profiteuren gehörten die Wirtschaftskanzlei Freshfields sowie die Unternehmensberatungen Roland Berger, Boston Consulting Group und McKinsey.

Miese Noten von Ex-Kontrolleur

Ein vernichtendes Zeugnis für den Praktiker-Aufsichtsrat stellte auch der ehemalige Kontrolleur Alexander Eichner aus. "Dieser Aufsichtsrat war geprägt von Eitelkeiten, Seilschaften, Verschleierung, Claqueuren, Schweigern, Intransparenz und Beißhemmungen. Es gab kein Durchkommen", sagte er gegenüber dem Magazin.

Der Sanierungsexperte Eichner war Ende 2012 in das Kontrollgremium eingezogen, legte das Mandat aber bereits nach drei Monaten nieder. Der langjährige Auslandsvorstand, Michael Arnold, räumte strategische Fehler von Vorstand und Aufsichtsrat ein.

Von Borgward bis Schlecker

Kein Ausweg aus Billig-Falle?

Die Billig-Kampagne "20 Prozent auf alles" habe das Unternehmen in eine Falle geführt. "Natürlich haben wir gesehen, dass das nicht gut geht. Aber niemand von uns wusste, wie wir da wieder rauskommen", sagte er "Capital".

21.08.2013, 16:44 Uhr | t-online.de

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