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    Bei Verschreibungsfehler haften Apotheker wie Ärzte

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    Wichtiges Urteil für Patienten  

    Verschreibungsfehler: Apotheker haften wie Ärzte

    29.08.2013, 17:26 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

    Bei Verschreibungsfehler haften Apotheker wie Ärzte. Bei groben Fehlern werden jetzt auch Pharmazeuten in die Pflicht genommen (Quelle: dpa)

    Bei groben Fehlern werden jetzt auch Pharmazeuten in die Pflicht genommen (Quelle: dpa)

    Ein Arzt macht beim Ausstellen eines Rezepts einen Fehler, der Apotheker bemerkt das nicht - und der Patient trägt schwere gesundheitliche Schäden davon. In dem Fall haftet jetzt der Apotheker ebenso wie der Mediziner. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) in Köln im Fall eines Säuglings entschieden, dem ein gefährliches Herzmedikament in achtfach überhöhter Dosierung verschrieben worden war (Az.: 5 U 92/12).

    Beweislast liegt auch beim Apotheker

    Die Oberlandesrichter befanden: Gibt ein Apotheker ein vom Arzt falsch verschriebenes Medikament aus und der Patient wird dadurch geschädigt, muss der Pharmazeut beweisen, dass daran nicht die Fehlmedikation schuld ist. Damit wurde erstmals die schon bei Ärzten geltende Beweislast auch auf Apotheker übertragen und eine bislang ungeklärte Haftungsfrage entschieden. Der Zivilsenat ließ aber wegen der grundsätzlichen Bedeutung eine Revision beim Bundesgerichtshof zu.

    In dem konkreten Fall hatte ein Arzt einem Säugling mit Down-Syndrom, der vor einer Herzoperation stand, im Jahr 2006 ein herzstärkendes Medikament versehentlich viel zu hoch dosiert verschrieben. Der Apotheker erkannte den Fehler nicht und gab die Arznei aus.

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    Baby wurde schwer geschädigt

    Wenige Tage nach der Einnahme erlitt das Baby einen Herzstillstand und musste länger als 50 Minuten reanimiert werden. Es erlitt einen Hirn- und einen Darmschaden und trug erhebliche Entwicklungsstörungen davon. Die Eltern forderten von dem Arzt und dem Apotheker Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 200.000 Euro.

    Nachdem das Kölner Landgericht der Klage überwiegend stattgegeben hatte, bestätigte jetzt das OLG die Verurteilung von Mediziner und Apotheker, ließ aber die Höhe des Schmerzensgeldes noch offen. Ein solcher Fehler dürfe einem Apotheker nicht unterlaufen, urteilte der Senat.

    Richter prangern gravierenden Fehler an

    Angesichts des hochgefährlichen Medikaments hätte der Apotheker in besonderer Weise Sorgfalt walten lassen müssen. Es handle sich daher um einen gravierenden Fehler. Die Überdosierung sei aus dem Alter des Patienten zu erschließen gewesen.

    Bei Ärzten gilt schon seit Langem: Liegt nur ein einfacher Behandlungsfehler vor, muss der Patient beweisen, dass ein Schaden auf fehlerhafter Behandlung beruht. Bei einem groben Behandlungsfehler wird dagegen angenommen, dass er die Ursache für den Schaden ist.

    Regelung bei Ärzten auf Pharmazeuten übertragen

    Der Kölner Senat hat dies nun übertragen: Arzt und Apotheker müssten beweisen, dass die Entwicklung des Kindes nicht auf die überhöhte Dosierung, sondern auf das Down-Syndrom zurückzuführen ist. Dies sei ihnen jedoch nicht gelungen.

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