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Stiftung Warentest: Hersteller manipulieren Lebensdauer von Elektrogeräten

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Kein gezielter Murks

Hersteller planen die Lebensdauer von Geräten

31.08.2013, 10:26 Uhr | AFP, t-online.de

Stiftung Warentest: Hersteller manipulieren Lebensdauer von Elektrogeräten. Unternehmen planen Lebensdauer von Geräten (z.B. Staubsaugern) im Voraus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unternehmen planen Lebensdauer von Geräten (z.B. Staubsaugern) im Voraus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Teure Reparaturen, billige Komponenten, zu starke Erwärmung: Die Lebensdauer von Produkten ließe sich mit einigen Mitteln verkürzen. Die Stiftung Warentest hat aber keinen Hinweis darauf gefunden, dass Hersteller gezielte Schwachstellen in ihre Produkte einbauen, damit diese vorzeitig kaputt gehen. Das berichtet die Zeitschrift "test".

Seit langem schwelt unter Verbrauchern der Verdacht, dass Hersteller die Lebensdauer ihrer Geräte gezielt verkürzen, um mehr zu verkaufen. Eine Auswertung von Dauertests der Stiftung Warentest aus den vergangenen zehn Jahren liefert dafür aber keine Belege. "Insbesondere Haushaltsgeräte gehen heute nicht schneller und nicht häufiger kaputt als früher", heißt es.

Lebensdauer wird kalkuliert

Nach Angaben der Tester kalkulieren die Unternehmen gleichwohl ein, wie lange eine elektrische Zahnbürste oder ein Staubsauger halten soll. In gewisser Weise gebe es damit einen geplanten Verschleiß. Die Konstrukteure entwickelten dementsprechend die Einzelteile der Geräte, um die vorgesehene Gebrauchsdauer einzuhalten, zitiert die Zeitschrift Albert Albers vom Karlsruher Institut für Technologie.

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Stiftung Warentest nennt weitere "Tricks", mit denen die Hersteller ihren Umsatz ankurbeln. Dazu gehören hohe Reparaturkosten, fest eingebaute Akkus oder fehlende Ersatzteile. Bei Kaufpreisen um die 40 Euro für einen billigen DVD-Spieler beispielsweise besorgen sich viele Kunden lieber gleich ein neues Produkt. Bei manchen Geräten ist eine Reparatur gar nicht erst vorgesehen. So sind Bauteile verklebt statt verschraubt.

Keine Ersatzteile mehr nach vier Jahren

In einem anderen Fall bot ein Fernsehhersteller dem Bericht zufolge für ein Produkt schon vier Jahre nach Markteinführung bestimmte Ersatzteile nicht mehr an. Eine klare gesetzliche Regelung, wie lange Hersteller Ersatzteile bereithalten müssen, gibt es allerdings nicht.

Auch die Platzierung von wärmeempfindlichen Bauteilen an Stellen, an denen es zur Wärmeentwicklung kommt, führt demnach zu Verschleiß. Ähnliches gilt auch für Akkus von Notebooks, Elektrozahnbürsten und einigen Handys, die nicht durch den Nutzer gewechselt werden können.

Günstige Geräte haben geringere Lebenserwartung

Laut Stiftung Warentest sind im Allgemeinen billige Geräte oft schneller kaputt als teure. Bei Waschmaschinen unter 550 Euro, Akkubohrern unter 50 Euro oder Staubsaugern unter 80 Euro sei die Gefahr groß, dass die Freude am neuen Gerät nicht lange währt. Eine Garantie ist der Preis allerdings nicht.

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Die Tester listen auch kostspielige Reinfälle wie eine Espressomaschine für 985 Euro oder eine Küchenmaschine für 340 Euro auf, die sich als wenig robust und ausdauernd erwiesen. Bereits eine im Frühjahr im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen vorgelegte Studie hatte gezeigt, dass die Wirtschaft bei der Konstruktion und Herstellung ihrer Produkte einen frühen Verschleiß häufig schon mit einplant. Dies wird auch als "geplante Obsoleszenz" bezeichnet.

Reparaturanleitungen im Web

Als Alternative für die Entsorgung der Produkte empfiehlt Stiftung Warentest Eigeninitiative. Im Internet unter "www.ifixit.com" gibt es zum Beispiel - allerdings nur in englischer Sprache - Reparaturanleitungen für viele Geräte, vom Smartphone bis zur Spielkonsole. In vielen Städte entstehen auch immer mehr Selbsthilfe-Werkstätten, Hilfe finden Verbraucher etwa auf der Website "www.repaircafe.de".

 
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