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Wegen Opel: Peugeot bietet Angela Merkel schnelles Gespräch an

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Geplanter Opel-Kauf  

Peugeot will schnelles Gespräch mit Merkel

15.02.2017, 11:55 Uhr | rtr, dpa, AFP

Wegen Opel: Peugeot bietet Angela Merkel schnelles Gespräch an. Angela Merkel während eines Besuchs des Peugeot-Stands auf der IAA in Frankfurt im September 2009. (Quelle: dpa)

Angela Merkel während eines Besuchs des Peugeot-Stands auf der IAA in Frankfurt im September 2009. (Quelle: dpa)

Angesichts der geplanten Übernahme des Autoherstellers Opel setzt der französische Kaufinteressent Peugeot SA (PSA) laut einem Medienbericht nun auf einen schnellen Austausch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). 

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf PSA-Kreise berichtet, will Konzernchef Carlos Tavares Merkel zügig ein Gespräch anbieten. Es gehe darum, darzulegen, dass der französische Zwei-Markenkonzern PSA Peugeot Citroen eine Allianz mit Opel plane. 

Arbeitnehmer sind schockiert

Auch mit deutschen Arbeitnehmervertretern wolle Tavares schnell das Gespräch suchen. Diese hatten schockiert auf den sich abzeichnenden Zusammenschluss reagiert. 

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Die Überlegungen zum Opel-Verkauf lösten auch bei der Politik Sorge um die Arbeitsplätze aus. Die Bundesregierung und das Land Hessen zeigten sich überrascht über die Pläne und forderten eine Beschäftigungsgarantie für die rund 18.250 deutschen Mitarbeiter.

Tausende Jobs bei Opel gefährdet

Die Sorgen sind nicht unbegründet. Nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer stehen bei Opel bei einer möglichen Übernahme durch den PSA-Konzern tausende Jobs auf dem Spiel.

Vor allem am Stammsitz Rüsselsheim könnten zentrale Einheiten verkleinert oder ganz abgebaut werden, weil ihre Aufgaben im Konzern übernommen würden, betonte Dudenhöffer. Betroffen wären etwa der Einkauf, der Vertrieb, das Marketing sowie Teile des Entwicklungszentrums. Mindestens ein Drittel der rund 15.000 Jobs in Rüsselsheim stünde bei einer Übernahme zur Disposition.

Die Grafik zeigt die Anzahl der Beschäftigten bei Opel nach ausgewählten Standorten im Jahr 2015. (Quelle: Statista)Die Grafik zeigt die Anzahl der Beschäftigten bei Opel nach ausgewählten Standorten im Jahr 2015. (Quelle: Statista)
Weitere interessante Grafiken finden Sie bei Statista 

Deutsche Traditionsmarke 
GM sondiert Verkauf von Opel an Peugeot

Die beiden Autokonzerne sollen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Verhandlungen sein. Video

Die Produktion würde voraussichtlich in den PSA-Autobau eingegliedert. "Es gibt keine Markenwerke, sondern nur Konzernwerke, in denen alle Markenprodukte gefertigt werden", betonte der Direktor des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. Die vorhandenen Kapazitäten seien eher zu groß, so dass die Lage für die Opel-Werke in Eisenach und Kaiserslautern über Nacht schlechter geworden sei. 

Wissing: "Dem potenziellen Käufer eine faire Chance geben"

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing fordert vom französischen Autobauer bei einer Übernahme von Opel die dauerhafte Sicherung der deutschen Standorte. "Wir sind so aufgestellt, dass wir ein klares Bekenntnis zur deutschen Marke erwarten und auch zu den deutschen Standorten", sagte er im Deutschlandfunk. 

"Ich bin bereit, dem potenziellen Käufer eine faire Chance zu geben", ergänzte er. Er wolle alles tun, um den Opel-Standort Kaiserslautern dauerhaft zu sichern. Eine Übernahme durch Peugeot könne auch Vorteile bieten. Er sei jedenfalls gesprächsbereit für die Beteiligten.

Wissing äußerte die Vermutung, dass die Bereitschaft von General Motors, Opel und die britische Schwester Vauxhall zu verkaufen, etwas mit dem Brexit zu tun haben könnte. "Das könnte eine Rolle gespielt haben", sagte er.

Konzept zur Trennung von dem Mutterkonzern erarbeitet

Opels US-Mutterkonzern General Motors und die PSA-Gruppe um Peugeot und Citroën hatten die Übernahme-Verhandlungen bestätigt. Ein Verkauf würde es dem US-Konzern ermöglichen, sich von seiner verlustreichen Europa-Sparte zu trennen. 

2009 war General Motors infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise schwer angeschlagen. Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium hatten sich seinerzeit nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept geeinigt - im November 2009 beschloss GM, Opel dann doch zu behalten.

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