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Krankenkassen-Studie: Zusatzbeiträge könnten auf 120 Euro steigen

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Studie: Zusatzbeiträge könnten auf 120 Euro pro Monat steigen

10.03.2011, 15:58 Uhr | AFP, dpa, dapd, AFP, dpa, dapd, t-online.de

Gesundheit in Deutschland wird einer Studie zufolge deutlich teurer (Foto: imago) (Quelle: imago)

Gesundheit in Deutschland wird einer Studie zufolge deutlich teurer (Foto: imago) (Quelle: imago)

Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland müssen sich in den kommenden Jahren offenbar auf drastisch steigende Zusatzbeiträge einstellen. Das sagt eine Studie des Kölner Instituts für Gesundheitsökonomie voraus. So wird bereits für Ende 2012 ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 21 Euro pro Monat vorhergesagt, für Ende 2013 von 33 Euro und bis Ende des Jahrzehnts sogar von 120 Euro monatlich. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf das von dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach geleitete Institut. Die Experten unterstellen dabei ein jährliches Ausgabenwachstum der gesetzlichen Kassen von vier Prozent, was unter dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre liegt.

DGB warnt vor Kopfpauschale

Vor drastischen Kostensteigerungen bei den Zusatzbeiträgen warnte auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). "70 Millionen Versicherten droht ein böses Erwachen, wenn die Kopfpauschale in den nächsten Jahren Wirklichkeit wird", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach in Berlin.

Der DGB kündigte weitere Proteste gegen die von Union und FDP durchgesetzte Regelung an, wonach die Höhe von Zusatzbeiträgen nicht mehr gedeckelt ist und Versicherte erst dann einen Anspruch auf einen Ausgleich erhalten, wenn der Zusatzbeitrag zwei Prozent ihres Monatseinkommens überschreitet. "Wir wollen die Kopfpauschale kippen, bevor sie die Menschen trifft", erklärte Buntenbach weiter. Eine entsprechende Petition wurde laut DGB bislang von 145.000 Bürgern unterzeichnet.

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Die Linke befürchtet Nettolohnverluste und sinkende Renten

"Die Kopfpauschalen-Falle schnappt zu", erklärte der Linken-Gesundheitsexperte Harald Weinberg. Er warf der Bundesregierung vor, sie nehme in der Gesundheitspolitik "erhebliche Nettolohnverluste der Arbeitenden und weiter sinkende Renten in Kauf". Weinberg verwies auch auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken, die in zehn Jahren einen Zusatzbeitrag von 95 Euro monatlich erwarten lasse.

Das Bundesgesundheitsministerium zog die Berechnungen in Zweifel. "Die genannten Berechnungen sind unseriös und entbehren jeder Grundlage", erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Das Modell gehe von einer Finanzierungslücke bei der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung in Höhe von vier Prozent aus. Dies sei "selbst mit Blick auf die Vergangenheit eine abwegige Größe". Im Rösler-Ressorts hieß es, dem Lauterbach-Institut gehe es um Verunsicherung der Menschen. Lauterbach ist Direktor des Instituts, aber wegen seines Bundestagsmandats beurlaubt.

Zusatzbeiträge können 50 Millionen Kassenmitglieder treffen

Für Zusatzbeiträge infrage kommen alle 50 Millionen Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen. Einschließlich der mitversicherten Ehegatten und Kinder gibt es 70 Millionen Versicherte. Die Ausgabensteigerung in der gesetzlichen Krankenversicherung lag dem Bericht zufolge zwischen 2007 und 2010 bei durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr. Künftig müssen alle Kostensteigerungen über Zusatzbeiträge hereingeholt werden, weil der normale, von Arbeitgebern mitfinanzierte Beitragssatz eingefroren wurde.

Quelle: AFP, dpa, dapd, AFP, dpa, dapd, t-online.de

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