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    Praxisgebühren: Debatte um Erhöhung der Gebühren entbrannt

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    Hitzige Debatte um Erhöhung der Praxisgebühren

    14.12.2011, 13:41 Uhr | cs mit AFP und dapd, dapd, AFP, t-online.de

    Praxisgebühren: Debatte um Erhöhung der Gebühren entbrannt. Vielleicht kostet bald jeder Arztbesuch fünf bis zehn Euro (Quelle: dpa)

    Vielleicht kostet bald jeder Arztbesuch fünf bis zehn Euro (Quelle: dpa)

    Die Bundesregierung will die umstrittenen Praxisgebühren reformieren. Offenbar sollen gesetzlich Versicherte pro Arztbesuch bis zu zehn Euro zahlen. Dies löste einen Aufschrei der Empörung aus. Auch 75 Prozent der t-online.de-Leser sprachen sich in einer Umfrage gegen den Vorschlag aus. Nun forderten Mediziner-Verbände sowie der Sozialverband Deutschland (SoVD) die Abschaffung der Praxisgebühr für Krankenkassen-Mitglieder.

    Praxisgebühr für viele eine Belastung

    Die Quartalsgebühr von zehn Euro benachteilige insbesondere chronisch kranke, behinderte und ältere Menschen, erklärte Verbandspräsident Adolf Bauer. Sie sei zudem untauglich, die Zahl der Arztbesuche zu verringern.

    Der Verband forderte ein "gerechteres Finanzierungsmodell". Dazu gehöre eine höhere Beitragsbemessungsgrenze. Zudem will er schrittweise alle Bürger zur Beitragszahlungen verpflichten.

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    Ärzte stellen sich gegen Praxisgebühr

    Der SoVD erhält Rückendeckung von der Bundesärztekammer und anderen Mediziner-Verbänden. Auch diese plädierten für die Abschaffung der Gebühr. Der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Klaus Rheinhardt, erklärte, die Praxisgebühr habe ihre Steuerungsfunktion verfehlt und stattdessen nur zu mehr Bürokratie in der Praxis geführt.

    Auch der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchow-Bund), Dirk Heinrich, forderte, das "Bürokratiemonster Praxisgebühr" gehöre abgeschafft. Die zehn Euro pro Quartal, die Patienten beim Arzt zahlen müssten, seien eine "reine Zuzahlung" für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und hätten nicht zu weniger Arztbesuchen geführt.

    Eigenbeteiligung der Patienten

    Als Alternative schlug Heinrich eine Kostenerstattung mit sozialverträglicher Eigenbeteiligung der Patienten vor. Zuvor hatte auch schon Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery in der "Welt" einen Verzicht auf die Gebühr gefordert.

    Zuzahlung darf Arztbesuche nicht verhindern

    Offenbar spricht das Ärztelager aber nicht mit einer Stimme. So unterstützte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, mögliche Änderungen an der Praxisgebühr. Eine geringe Zuzahlung je Arztbesuch könne "sinnvoll sein". Dies müsse aber sozial abgefedert sein, damit notwendige Arztbesuche nicht verhindert werden.

    Der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub, erteilte jeder Form der Praxisgebühr eine Absage. Er halte auch nichts davon, pro Arztbesuch fünf Euro zu erheben, sagte er im MDR. Vielmehr gehöre die Gesamtstruktur der ärztlichen Vergütung auf den Prüfstand. Diese müsse verändert werden, damit die Rate der Arzt-Patienten-Kontakte sinke.

    Dagegen unterstützt der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, das Reformvorhaben. "Als Steuerungsinstrument für weniger Arztbesuche ist die Praxisgebühr gescheitert", sagte Klusen der Zeitung. Sie spüle jährlich aber rund 2,8 Milliarden Euro ins Gesundheitssystem.

    Zurzeit zehn Euro pro Quartal

    Derzeit müssen alle gesetzlich versicherten Patienten ab 18 Jahren eine Praxisgebühr von zehn Euro bezahlen, wenn sie das erste Mal in einem Quartal zu einem Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeuten gehen. Die Gebühr soll die Patienten auch von überflüssigen Arztbesuchen abhalten.

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