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Altenpflege: 411.000 Menschen können nicht zahlen

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Altenpflege zu teuer - Rentner ins Ausland?

28.10.2012, 10:42 Uhr | t-online.de

Altenpflege: 411.000 Menschen können nicht zahlen. Wenn die Rente für die Altenpflege nicht reicht, muss der Staat einspringen (Quelle: dpa)

Wenn die Rente für die Altenpflege nicht reicht, muss der Staat einspringen (Quelle: dpa)

Die Altersarmut wird in deutschen Altersheimen immer deutlicher sichtbar. So können sich nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" über 400.000 Senioren keine Altenpflege mehr leisten. Sie benötigen Hilfe vom Staat, die Kosten steigen. Um der Altersarmut zu entfliehen, greifen dem Bericht zufolge immer mehr Menschen zu ungewöhnlichen Mitteln.

Pflege ist für viele zu teuer

Die Zeitung beruft sich auf bislang unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach stieg die Zahl der Empfänger von "Hilfe zur Pflege" im Jahr 2010 um rund fünf Prozent auf etwa 411.000 Menschen. Im Jahr 2009 hatten noch etwa 392.000 Menschen die Leistung bezogen. Rund drei Viertel der Empfänger leben den Angaben zufolge in Heimen. Insgesamt sind nach Zahlen des "Bündnisses für gute Pflege" über 2,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig - Tendenz steigend. Das Statistischem Bundesamt rechnet für 2020 mit rund drei Millionen Pflegebedürftigen.

Dabei zeigen die aktuellen Zahlen, dass die Altenheime in Deutschland für eine Vielzahl von Senioren schlicht zu teuer geworden sind. Laut VdK-Zahlen hätten die Heimkosten in der höchsten Pflegestufe zuletzt bei durchschnittlich knapp 2900 Euro im Monat gelegen. Davon zahlt die Pflegeversicherung aber nur 1500 Euro. Den Rest müssen die Pflegebedürftigen selbst zahlen. Und das führt zu erheblichen Problemen unter der älteren Bevölkerung, die bereits reagiert.

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Rentner ins Ausland verlagern

Der Bericht nennt eine Lösung für das beschriebene Problem. So diskutierten die Kassen bereits darüber, Rentner in günstigere Heime ins Ausland zu verlegen. Das würde Kosten drücken - bei der Reha gebe es bereits erfolgreiche Modelle. Allerdings verhinderten Gesetze bislang solche Kooperationen, wie die "Welt am Sonntag" weiter schreibt.

Dabei nehmen viele Rentner schon heute ihr Glück selbst in die Hand. So siedelten immer mehr Senioren nach Thailand, Spanien oder Osteuropa über, um Kosten zu sparen. Etwa in Thailand sind die Pflege- und Lebenshaltungskosten deutlich geringer als in Deutschland. Sozialexperten unterstützen diese Entwicklung, wie es in dem Bericht weiter heißt. Dann fällt der Besuch bei Oma im Altersheim gleich mit dem Strandurlaub in Thailand zusammen - doch für regelmäßige soziale Bindungen ist in solch einem Modell kein Platz mehr.

Armutsrisiko steigt

VdK-Chefin Ulrike Mascher wertete die Entwicklung als Alarmsignal. "Das Risiko, durch Pflegebedürftigkeit in Armut abzurutschen, steigt seit Jahren", sagte die Funktionärin der Zeitung. Sie sieht den Hauptgrund für die höhere Betroffenenzahl in den steigenden Heimkosten. Gleichzeitig stagniere das Rentenniveau. Ein Teufelskreis für Senioren und Staatsfinanzen. Denn der Staat muss immer öfter einspringen, um die Pflegelücke zu schließen.

Tickende Zeitbombe für die Sozialsysteme

Dem Bericht zufolge stiegen die Ausgaben für "Hilfe zur Pflege" auf mehr als 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2010. Diese Kosten werden in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Denn die Renten sinken inflationsbereinigt. Bereits Anfang des Jahres warnte der Internationale Währungsfonds vor dem finanziellen Kollaps für die Sozialsysteme weltweit. Immer weniger Beitragszahler müssten eine rasant steigende Zahl an Senioren finanzieren. Den demographischen Wandel bezeichnete die Organisation als tickende Zeitbombe. Die so entstehende Finanzierungslücke müsste der Staat schließen - Billionenbelastungen für die heute schon maroden Staatsfinanzen.

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