04.10.2012, 13:02 Uhr | t-online.de, sky, dpa-tmn
Der Niedrigzins beschäftigt die Anleger (Quelle: imago)
Harte Zeiten für Sparer: Die Notenbanken fluten den Markt mit billigem Geld, die Leitzinsen in Europa und den USA notieren auf Rekordtiefs. Wer trotzdem spart, kann derzeit kaum mit Zinsen über der Marke von zwei Prozent rechnen. Das Verbraucherportal Verivox hat die besten bundesweiten Angebote für Tagesgeld ermittelt. Und die Finanzberatung FMH erläutert, worauf Verbraucher achten müssen.
Konnten Kunden Ende 2008 durchschnittlich zwischen drei und vier Prozent Zinsen für 5000 Euro auf einem Tagesgeldkonto bekommen, gibt es Ende 2012 im Durchschnitt nur noch zwischen ein und zwei Prozent, erläutert Max Herbst von der unabhängigen FMH Finanzberatung in Frankfurt.
Ähnlich ist die Entwicklung beim Festgeld: Ende 2008 bekamen Sparer für eine Einlage von 5000 Euro laut FMH durchschnittlich fast fünf Prozent, wenn sie ihr Geld für zwölf Monate fest anlegten. Derzeit sind es im Durchschnitt etwas über ein Prozent.

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Doch egal, ob Tages- oder Festgeld: "Kunden sollten bei der Suche nach einem passenden Angebot immer darauf achten, dass der Zinssatz über der Inflationsrate liegt", rät Zinsexperte Herbst. "Andernfalls nehmen sie einen stetigen Wertverlust in Kauf." Beim Tagesgeld sollte der Zinssatz zudem für mindestens sechs Monate garantiert sein.
Angst vor ausländischen oder unbekannten Banken brauchen Anleger nicht zu haben. "Die Einlagen sind in der Regel geschützt", erklärt Herbst. So gilt europaweit eine Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro. Für deutsche Geldinstitute greifen zudem noch die verschiedenen Sicherungssysteme der einzelnen Bankenverbände.
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Die Liste der zehn besten Angebote mit einer Einlagensicherung bis 100.000 Euro wird laut dem Verbraucherportal Verivox angeführt von der Amsterdam Trade Bank. Sparer erhalten bei dem niederländischen Geldinstitut Zinsen in Höhe von 2,25 Prozent auf den Anlagebetrag. Auch RaboDirect (2,20 Prozent) und die akf Bank (2,15 Prozent) warten mit einer Verzinsung über dem Inflationsniveau auf.
Wer den Markt genau durchforstet, kann sich ein paar extra-Zinsen sichern. So werben laut Verivox einige Institute mit Boni und Aktionszinsen um Neukunden. Die ING-DiBa biete beispielsweise innerhalb der ersten sechs Monate eine Sonderverzinsung von zwei Prozent. Zusätzlich winkt ein Willkommensbonus in Höhe von 20 Euro, sofern innerhalb von vier Wochen eine Mindesteinlage in Höhe von 5000 Euro gezahlt wird. Nach den sechs Monaten fällt die Verzinsung allerdings auf 1,25 Prozent.
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Die Experten von Verivox raten ansonsten zum sogenannten "Zins-Hopping", also dem steten Wechsel der Anbieter. Anleger, die ihr Erspartes beispielsweise für ein halbes Jahr bei der ING-DiBa anlegen, alle Boni mitnehmen und im Anschluss ihr Geld für ein weiteres halbes Jahr bei der Bank of Scotland (zwei Prozent Zinsen und 30 Euro Startbonus) parken, erwirtschaften nach einem Jahr einen Zinsgewinn von 150,95 Euro. Das entspricht einer Rendite von 3,02 Prozent.
Nicht nur die marginal höheren Zinsen sprechen im Vergleich zum Sparbuch für das Tagesgeld. Während Anleger beim Sparbuch ohne vorherige Kündigung lediglich über einen Betrag von 2000 Euro verfügen können, kann man aufs Tagesgeld jederzeit und in voller Höhe zugreifen.
Quelle: t-online.de, sky, dpa-tmn
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