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Sparer in Not: Banken senken Zinsen noch weiter

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Sparer in Not: Banken senken Zinsen noch weiter

14.10.2012, 10:34 Uhr | dapd, t-online.de

Frankfurter Bankenviertel: Der konjunkturelle Nebel wird sich lichten und dürfte Standardaktien steigen lassen (Quelle: dpa)

Frankfurter Bankenviertel: Der konjunkturelle Nebel wird sich lichten (Quelle: dpa)

Die Situation der Sparer in Deutschland wird immer dramatischer. Sie finden kaum noch Möglichkeiten, ihre Guthaben gegen die Inflation abzusichern. Aktuell sinken die Sparzinsen erneut. Seit Anfang Oktober haben bereits 16 Institute ihre Anlagezinsen meist deutlich gesenkt oder schlechtere Konditionen angekündigt, wie ein Marktüberblick des Online-Finanzportals Biallo zeigt. Das betrifft insbesondere Festgeldangebote, bei denen die Zinsen um bis zu 0,6 Prozentpunkte gesenkt wurden. Dennoch sind noch attraktive Angebote am Markt zu finden.

"Die Banken schwimmen derzeit im Geld und haben es nicht nötig, den Sparern viel zu bieten", sagte Max Herbst von der unabhängigen Frankfurter Finanzberatung FMH. Mehrere Institute, die mit Top-Zinsen auf den Markt gekommen seien, hätten ihren Neukundenbedarf gedeckt und die Konditionen gesenkt. Gründe dafür, dass die Anlagezinsen immer mehr unter Druck geraten, sind laut Herbst die Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) von über einer Billion Euro an die Banken der Eurozone und der niedrige EZB-Leitzins von 0,75 Prozent.

Tagesgeldzins niedriger als die Inflationsrate

Dadurch sei der durchschnittliche Tagesgeldzins seit April von gut 1,5 Prozent auf aktuell unter 1,2 Prozent gesunken. Bei dreijährigen Sparbriefen gab es sogar einen Rückgang von mehr als zwei Prozentpunkten auf unter 1,5 Prozent.

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Ungeachtet dessen setzen Sparer weiterhin auf sichere Zinsanlagen. 29 Prozent der Privatanleger wollen künftig noch mehr als bislang Tages- und Festgeldangebote nutzen, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage für die Deutsche Wertpapierservice Bank ergab. Wer die Inflationsrate von aktuell 2,0 Prozent ausgleichen möchte, der benötigt wegen der fälligen Abgeltungssteuer jedoch einen Zins von rund 2,7 Prozent.

Top-Zinsen nur noch längerfristig

Das gelingt allerdings nur noch bei längerfristigen Anlagen, wie der FMH-Vergleich zeigt. Die besten Konditionen bei zweijährigem Festgeld bieten demnach die Bank 11 mit 2,75 Prozent und die Oyak Anker Bank (2,65 Prozent). Spitzenreiter bei drei Jahren Anlagedauer ist die VTB Direktbank mit 3,1 Prozent, gefolgt von der Bigbank AS und der Oyak Anker Bank mit jeweils 2,95 Prozent. Deutlich mehr gibt es lediglich für zehnjährige Sparbriefe, bei denen die Oyak Anker Bank mit 4,0 Prozent derzeit am meisten bietet.

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Allerdings dürften auch die aktuellen Spitzenangebote möglicherweise nicht mehr lange Bestand haben. "Es ist zu erwarten, dass die Banken die Zinsen weiter senken. Allerdings nur in kleinen Schritten, um Sparer nicht zu verschrecken und sie an die Konkurrenz zu verlieren", sagte Herbst.

Anleihen und Fonds als Alternative

Wer höhere Renditen will, dem bleibt nur ein Investment in Wertpapiere. Dazu zählen Anleihen solider Unternehmen. "Allerdings sind die Zinsen bei relativ sicheren Anleihen nicht viel höher als die besten Festzinsangebote der Banken. Wer mehr will, der muss mehr Risiko eingehen", erklärte Karin Baur vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Eine gute Alternative seien weltweit anlegende Aktienfonds. Immerhin erzielten die besten Fonds laut einem "Finanztest"-Vergleich seit 2009 eine jährliche Rendite zwischen neun und 19 Prozent.

Einen günstigen Einstieg in den Aktienmarkt ermöglichen börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETF. Sie werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden einen Index wie etwa den DAX ab. Das ist aber meist kein Nachteil, da nur sehr wenige gemanagte Fonds ihren Vergleichsindex schlagen. Dafür kosten ETF keinen Ausgabeaufschlag, und die laufenden Gebühren betragen nur rund 0,5 Prozent jährlich. "Indexfonds bieten gute Renditechancen, und durch die große Produktauswahl ist für nahezu jeden Anleger etwas dabei", sagte Baur.

Zahl der Aktionäre nimmt wieder zu

Unterdessen entscheiden sich immer mehr Anleger wieder dafür, die Chancen an der Börse zu nutzen. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) stieg die Zahl der Aktionäre im ersten Halbjahr 2012 um 1,5 Millionen auf 10,2 Millionen. Das ist der stärkste Anstieg seit dem Börsencrash im Jahr 2000.

Quelle: dapd, t-online.de

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