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Zinsen: Kein Ende der Mini-Niveaus in Sicht

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Spar-Zinsen bleiben vorerst niedrig

26.12.2012, 13:47 Uhr | dpa, t-online.de

Geldanlagen in Deutschland leiden unter Niedrigzinsen  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geldanlagen in Deutschland leiden unter Niedrigzinsen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Kreditnehmer freut es, doch Sparer raufen sich die Haare: Die Zinsen verharren seit vielen Monaten auf niedrigstem Niveau. Und leider erwarten Experten erst einmal auch keine Trendwende nach oben. Die Wirtschaftsredaktion von t-online.de gibt einen Überblick über den Stand der Dinge bei Zinsen.

Geldanlegen in Zeiten niedriger Zinsen will gut überlegt sein. Hohe Erträge suchen Sparer bei Tagesgeld- und Festgeldkonten derzeit vergeblich. Häufig genug liegen die Zinsen unter der Inflationsrate. Des einen Freud', des anderen Leid - so kommen viele Häuslebauer in den Genuss guter Kreditkonditionen. Doch Experten warnen vor unüberlegtem Handeln.

Sparbuch-Zinsen auf Rekordtief

Wer noch aufs herkömmliche Sparbuch setzt, macht in der Regel bei Mini-Zinsen von 0,15 bis 0,5 Prozent keinen guten Fang. "Das Sparbuch gilt gerade älteren Kunden nach wie vor als Hort der eisernen Reserve, kann bis auf wenige Ausnahmen aber nicht wirklich für die Geldanlage empfohlen werden", sagt Zinsexperte Uwe Döhler von der Stiftung Warentest. Bei Preissteigerungsraten von um die zwei Prozent wird das Geld auf dem Sparbuch letztlich immer weniger wert.

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Bei Tagesgeld nur selten noch über zwei Prozent

Die Alternative sind Tagesgeld-Konten, die aber derzeit ebenfalls kaum etwas abwerfen. "Auch beim Tagesgeld ist der Durchschnittszinssatz zuletzt weiter nach unten gegangen. Normal ist eine Eins vor dem Komma und damit ein Niveau unterhalb der Inflationsrate, weshalb es zu realem Geldwertverlust kommt", erläutert Döhler. Nur wenige Banken zahlen im Normalfall mehr als zwei Prozent. Ansonsten sind einige Angebote auf Neukunden beschränkt und zeitlich befristet.

Über längere Sparzeiträume noch drei Prozent p.a. möglich

Zinsen oberhalb der Inflationsrate und damit eine tatsächliche Rendite bieten derzeit nach Einschätzung der Experten vor allem Festgeld-Anlagen über einen längeren Zeitraum. "Bei Drei-Jahres-Festgeld sind jährliche Zinsen um die drei Prozent möglich", so Max Herbst von der Frankfurter FMH Finanzberatung. Bei kürzer laufenden Anlagen sehe es auch hier mau aus. "Seit der zweiten Jahreshälfte geht es auch beim Festgeld in der Tendenz nach unten", sagt Warentest-Experte Döhler. "Wann die Talsohle erreicht ist, ist schwer zu sagen. In absehbarer Zeit ist keine Zinswende in Sicht."

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Leitzins könnte nochmals sinken

Herbst erwartet noch weiter sinkende Zinsen. Auch der nächste Zinsschritt der EZB könnte im neuen Jahr nochmals nach unten weisen. "Die Notenbank wird eher den Leitzins senken als anheben, was zur Folge hat, dass auch die Tages- und Festgeldzinsen weiter fallen werden", sagt Herbst. Sein Ausblick in den "VDI-Nachrichten" steht unter dem Vorbehalt, dass "die Eurokrise nicht erneut eskaliert und uns noch eine Staatspleite beschert". Ein Aufflammen der Krise würde hingegen die Risiken für Investoren erhöhen und tendenziell zu höheren Zinsen führen.

Wer eine höhere Verzinsung seines Geldes anstrebt, ist auf die Börse angewiesen. Mit Aktien (-Dividenden) und Zertifikaten lässt sich oft auch mit überschaubarem Risiko mehr als fünf Prozent herausholen.

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Girokonto überziehen bleibt teuer

Ist das Girokonto im Minus, wird es mitunter richtig teuer. Spitzenzinssätze für Kontoüberziehungen von mehr als 14 Prozent gibt es nach wie vor. Im Schnitt liegt der Zinssatz zwischen zehn und elf Prozent. Das Dauerthema wird auch 2013 nicht an Brisanz verlieren. "Unterm Strich sind die Dispozinsen 2012 leicht gesunken, das Niveau ist aber immer noch deutlich zu hoch", erläutert Warentest-Bankexpertin Stephanie Pallasch und ergänzt: "Die weitere Entwicklung hängt auch davon ab, wie sich der politische Druck bei dem Thema im Wahlkampf 2013 entwickelt."

Verbraucherschützer fordern schon seit längerem eine gesetzliche Deckelung. Diese ist jedoch politisch umstritten. Als Hauptproblem sieht Pallasch aber vor allem eine fehlende Markttransparenz. "Denn wenn es die nicht gibt, ist auch der Druck für die Banken nicht so groß, die Dispozinsen anzupassen." Die Kunden hätten wegen der Informationspolitik der Institute häufig erhebliche Schwierigkeiten, die Dispozinsen zu vergleichen.

Ratenkredite sinken

Bei Ratenkrediten ist nach Einschätzung von Expertin Pallasch ein leichter Rückgang zu verzeichnen. "Allerdings kommt nicht jeder Verbraucher an die beworbenen Zinssätze. Denn Banken legen zunehmend bonitätsabhängige Konditionen zugrunde", erläutert Pallasch. Finanzexperte Herbst erwartet für das kommenden Jahr ebenfalls eine leichte Tendenz nach unten. Doch auch er weist auf die zunehmend bonitätsabhängigen Konditionen hin, was Verbrauchern die Kreditsuche erschwere.

Bei Baukrediten erwarten die Experten ebenfalls etwas sinkende Zinsen, raten aber zu genauem Vergleich. Eine erste Orientierung gibt der Baufinanzierungs-Rechner bei t-online.de.

Quelle: dpa, t-online.de

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