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Ladesäulenbetreiber arbeiten gegen- statt miteinander

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Stromtanken schwer gemacht  

Ladesäulenbetreiber arbeiten gegen- statt miteinander

13.07.2017, 13:51 Uhr | Holger Holzer/sp-x

Ladesäulenbetreiber arbeiten gegen- statt miteinander. Ein Elektroauto des Typs BMW i3 an einer Stromtankstelle.  (Quelle: dpa)

Ein Elektroauto des Typs BMW i3 an einer Stromtankstelle. (Quelle: dpa)

Wer keine Ladestation in der heimischen Garage oder am Arbeitsplatz hat, sollte sich den Kauf eines E-Autos zurzeit noch genau überlegen. Einer Studie zufolge herrscht im deutschen Ladesäulen-Netz immer noch Chaos: Strom tanken ist kompliziert und teuer.

Für die Untersuchung hat das Energie-Unternehmen Lichtblick rund 80 Prozent aller öffentlichen Ladesäulen in Deutschland berücksichtigt. Ergebnis: Nur bei drei von elf Betreibern ist spontanes Laden möglich.

Öffentlich Strom tanken ist noch sehr kompliziert

In allen anderen Fällen muss ein Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden, bevor Strom fließen kann. In der Praxis ist das eine weitere Hürde bei der Fahrzeugnutzung. Nicht nur muss der Fahrer eine für sein spezielles Fahrzeugmodell geeignete freie Ladestation finden. Diese muss auch noch in Bezug auf das Abrechnungsmodell die richtige sein – also entweder eine vertragsfreie oder eine, für die im individuellen Fall vorab ein Vertrag abgeschlossen wurde.

Eine Kilowattstunde kostet bis zu 67 Cent

Aber nicht nur das Zahlungsmodell ist bei den verschiedenen Anbietern unterschiedlich, auch die Preise sind es. Was die Sache noch komplizierter macht: Die meisten Unternehmen rechnen nicht wie beim Haushaltsstrom per Kilowattstunde (kWh) ab, sondern nach Ladedauer. Die Verfasser der Studie haben die Werte daher zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet.

Demnach kostet die Kilowattstunde Strom beispielsweise beim teuersten Anbieter, der RWE-Tochter Innogy, 67 Cent, bei den Stadtwerken Dresden hingegen nur 14 Cent. Einige Stadtwerke geben den Strom an registrierte Kunden zurzeit sogar noch ganz umsonst ab. Zum Vergleich: Gewöhnlicher Haushaltsstrom kostet in Deutschland im Schnitt 29 Cent pro kWh.

Hürden durch Registrierungs- und Servicegebühren

Neben dem reinen Strompreis fallen allerdings häufig noch Zusatzkosten an. Der Stromversorger EnBW etwa verlangt eine einmalige Registrierungsgebühr von 20 Euro, was das Tanken für Nutzer von außerhalb des Verbreitungsgebiets unattraktiv macht.

Andere Unternehmen kassieren eine zweistellige Servicegebühr auf den Gesamtbetrag oder lassen sich etwa die Abrechnung per SMS extra bezahlen. Nicht immer ist der Endpreis für einen Tankvorgang daher auf den ersten Blick zu erkennen.

Stromversorger gegen Autohersteller gegen IT-Provider

Sollte sich das Elektroauto durchsetzen, wird sich auch der Ladesäulen-Dschungel lichten müssen. Bislang kämpfen allerdings noch zahlreiche Parteien – Stromversorger, Autohersteller und IT-Provider – um Markt- und Technikführerschaft.

Der dadurch entstandene Lade-Pluralismus bremst die Elektromobilität zumindest für private Nutzer ohne sicheren Stromzugang aus. Optimistische Experten rechnen langfristig mit der Einführung einfacherer Tarifmodelle, wie es sie auf dem Haushaltsstrom-Markt bereits gibt.

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