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Ist auch Zulieferer Bosch Teil des Auto-Kartells?

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Nicht nur Hersteller betroffen  

Gehört auch der Zulieferer Bosch zum Auto-Kartell?

28.07.2017, 16:38 Uhr | dpa, t-online.de

Ist auch Zulieferer Bosch Teil des Auto-Kartells?. Das Universaltalent der Autozulieferer gerät immer mehr in den Sog aus Abgas- und Kartell-Skandal. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)

Das Universaltalent der Autozulieferer gerät immer mehr in den Sog aus Abgas- und Kartell-Skandal. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Auch der Zulieferer Bosch soll sich an mutmaßlich illegalen Absprachen deutscher Autokonzerne beteiligt haben. Der Name des Konzerns tauche in einem Schriftsatz an das Bundeskartellamt auf, in dem Volkswagen Fälle von möglichen Wettbewerbsverstößen dokumentiere, berichtet der "Spiegel".

Bosch soll den Autobauern geholfen haben, eine "Dosierstrategie" für die Abgasreinigung bei Diesel-Fahrzeugen zu entwickeln. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf interne Unterlagen schreibt, sollen die Autobauer in einer gemeinsamen Sitzung von Schwierigkeiten mit Ablagerungen der Harnstofflösung AdBlue und möglichen Lösungen berichtet haben.

Zulieferer schlug "kleine Maßnahme" vor

Die Lösungen seien zwar effektiv gewesen, aber mit hohem Aufwand verbunden. Bosch habe dann eine "kleinere Maßnahme zum Anlauf" vorgeschlagen, von der aber noch unklar sei, ob sie womöglich die Reinigungswirkung verringere.

Bosch betonte, dass dazu keine Anfragen von deutschen oder europäischen Wettbewerbsbehörden vorlägen. "Da uns keine Details zu den untersuchten Sachverhalten bekannt sind, können wir uns auch nicht dazu äußern", hieß es. Auch das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbshüter in Brüssel äußerten sich nicht, ebenso BMW, VW und Daimler.

Die EU-Kommission prüft derzeit Informationen, wonach sich VW, BMW, Daimler, Audi und Porsche unter anderem in technischen Fragen und teilweise beim Einkauf abgesprochen haben sollen. Die Kartellwächter müssen jetzt entscheiden, ob diese Absprachen illegal waren.

Laut "Spiegel" hielt ein VW-Manager nach einem Treffen mit Vertretern von Daimler, BMW, Audi und Bosch im Oktober 2006 unter Bezug auf die AdBlue-Einspritzung fest: "Alle wollen eine Limitierung [...] wegen der begrenzten Größe der Harnstofftanks. Keiner will die wahre Motivation dieser Limitierung den Behörden (CARB, EPA) berichten." CARB und EPA sind US-Umweltbehörden.

Audi-Manager soll zur Geheimhaltung aufgerufen haben

Die "BamS" zitiert aus einer E-Mail aus dem Jahr 2008 an damalige Audi-Manager. Darin heiße es, dass die Teilnehmer der Sitzung bestätigt hätten, "diese Thematik in keiner Form gegenüber den US-Behörden EPA und CARB zu erwähnen, um den Anlauf in den USA nicht zu gefährden".

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Die Entdeckung einer Abschalt-Software, die die Abgasreinigung im Normalbetrieb der Fahrzeuge stark reduziert, hatte in den USA den Diesel-Skandal bei Volkswagen ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug bei einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an VW-Fahrzeugen gegen Bosch-Beschäftigte.

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