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Gebrauchte E-Autos: Darauf m├╝ssen Sie achten

dpa, Thomas Geiger

Aktualisiert am 10.12.2019Lesedauer: 3 Min.
Gebrauchte E-Autos: Die Zahl der angebotenen elektrischen PKW h├Ątte sich im Jahresvergleich fast verdoppelt.
Gebrauchte E-Autos: Die Zahl der angebotenen elektrischen PKW h├Ątte sich im Jahresvergleich fast verdoppelt. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Die elektrische Revolution erfasst so langsam auch den Gebrauchtwagenmarkt. Die erste Generation der Stromer wechselt l├Ąngst in die zweite Hand. Was sollten K├Ąufer und Verk├Ąufer dabei beachten?

Je mehr E-Autos auf den Markt kommen und je mehr Kunden sie kaufen, desto gew├Âhnlicher werden die Stromer. Das gilt nicht nur f├╝r den Betrieb, sondern auch f├╝r den Wiederverkauf.

Die Plattform "mobile.de" etwa meldet, dass sich die Zahl der angebotenen E-Autos im Jahresvergleich fast verdoppelt h├Ątte. Dennoch ist das Angebot noch relativ ├╝berschaubar, w├Ąhrend die Nachfrage langsam anzieht, sagt Andreas Radics von der Strategieberatung "Berylls".

Die Autos h├Ątten in der Regel nicht nur k├╝rzere Standzeiten und f├Ąnden schneller einen neuen Besitzer. "Sondern aktuell k├Ânnen wir auf dem Gebrauchtwagenmarkt relativ stabile Preise f├╝r E-Fahrzeuge beobachten", erkl├Ąrt der Experte und zitiert Analysen, wonach die Stromer in den n├Ąchsten Jahren weniger Wertverlust haben werden als Verbrenner. Allerdings: ├ťber kurz oder lang werde sich der Markt f├╝r gebrauchte Elektrofahrzeuge wieder auf ├Ąhnliche Wertverluste wie bei konventionellen Autos einpendeln.

Der Akku ist die Achillesferse

Was den Kauf von gebrauchten E-Auto so schwierig macht, sind die Batterien. Wie der Akku beim Smartphone b├╝├čen sie mit der Lebensdauer an Leistung ein. "Und man kann halt nicht hinein schauen", sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverst├Ąndigenvereinigung K├ťS. Er r├Ąt deshalb zu einem ziemlich aufwendigen Programm bei der Probefahrt: "Einmal voll aufladen und dann komplett leer fahren, um die Reichweite zu ergr├╝nden und die dann mit dem angegeben Wert des Herstellers vergleichen". Und als w├Ąre das nicht schon aufwendig genug, sollte man auch noch die unterschiedlichen Ladem├Âglichkeiten testen, gibt der Experte zu bedenken.

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Zwar werde der sogenannte "State of Health", also der Gesundheitszustand des Akkus, von der Bordelektronik individuell ermittelt und gespeichert, und der Hersteller kann diesen Wert auslesen, sagt Marmit. "Dieses Protokoll sollte man sich auf jeden Fall vom H├Ąndler holen." Aber beim privaten Weiterverkauf ist der Zugriff schwer, selbst wenn erste Drittanbieter ebenfalls damit werben, diese Protokolle zu entschl├╝sseln.

Weil das alles ein Aufwand ist, auf den sich nur wenige K├Ąufer und Verk├Ąufer einlassen d├╝rften, hat Maarten Baljet einen anderen Rat parat: K├Ąufer und Verk├Ąufer sollten eine Garantie f├╝r die Mindestleistung des Akkus vereinbaren. Das w├╝rde alle Unw├Ągbarkeiten ausr├Ąumen und Sicherheit schaffen, betont der Gesch├Ąftsf├╝hrer von BF Analytics.

Wie ist das mit der Herstellergarantie auf die Batterie?

Angesichts der Unw├Ągbarkeiten mit dem Akku gibt es bei den Herstellern eigene Garantien f├╝r die Batterie. Diese haben andere Laufzeiten und -Leistungen als beim Fahrzeug und unterscheiden sich obendrein stark. Zudem gibt es Hersteller, die zwar das Auto verkaufen, den Akku aber nur vermieten. Wer so einen Wagen mit gemieteter Batterie als Gebrauchten kaufen will, der m├╝sse laut Marmit noch mehr Papierkram studieren und pr├╝fen, wie er in den Vertrag einsteigen kann.

Wo man bei konventionellen Gebrauchten auch mal Reparaturen in Kauf nimmt, sollte man beim E-Auto zumindest in Sachen Akku keine Kompromisse machen. Selbst ein Austauschmotor ist ein Schn├Ąppchen, verglichen mit einem neuen Akku. Technisch ist das zwar bei den allermeisten Fahrzeugen m├Âglich, wirtschaftlich aber absolut unsinnig: "Da werden schnell mal f├╝nfstellige Betr├Ąge f├Ąllig", wei├č Berylls-Experte Radics.

Der typische Gebrauchtwagen-Check sollte nicht entfallen

W├Ąhrend der Akku eine gro├če Unbekannte ist, sind E-Autos sonst in der Regel besser in Schuss: "Der Verschlei├č der mechanischen Komponenten ist viel geringer als bei einem vergleichbaren Benziner oder Diesel", sagt Restwert-Experte Dieter Fess von BF Forecast und lobt vor allem die Bremsen. Dank der R├╝ckgewinnung der Energie, auch Rekuperation genannt, werden diese seltener benutzt.

Trotzdem, auch bei einem E-Auto ist der ├╝bliche Check angeraten, gibt Marmit zu bedenken: "Abnutzung, Korrosion, Unfallsch├Ąden und L├╝cken im Serviceheft sind vom Antrieb unabh├Ąngig."

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