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Gebrauchte E-Autos: Darauf müssen Sie achten

Zukunft aus zweiter Hand  

Gebrauchte E-Autos: Darauf müssen Sie achten

10.12.2019, 14:35 Uhr | Thomas Geiger, dpa

Gebrauchte E-Autos: Darauf müssen Sie achten. Gebrauchte E-Autos: Die Zahl der angebotenen elektrischen PKW hätte sich im Jahresvergleich fast verdoppelt. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Gebrauchte E-Autos: Die Zahl der angebotenen elektrischen PKW hätte sich im Jahresvergleich fast verdoppelt. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die elektrische Revolution erfasst so langsam auch den Gebrauchtwagenmarkt. Die erste Generation der Stromer wechselt längst in die zweite Hand. Was sollten Käufer und Verkäufer dabei beachten?

Je mehr E-Autos auf den Markt kommen und je mehr Kunden sie kaufen, desto gewöhnlicher werden die Stromer. Das gilt nicht nur für den Betrieb, sondern auch für den Wiederverkauf.

Die Plattform "mobile.de" etwa meldet, dass sich die Zahl der angebotenen E-Autos im Jahresvergleich fast verdoppelt hätte. Dennoch ist das Angebot noch relativ überschaubar, während die Nachfrage langsam anzieht, sagt Andreas Radics von der Strategieberatung "Berylls".

Die Autos hätten in der Regel nicht nur kürzere Standzeiten und fänden schneller einen neuen Besitzer. "Sondern aktuell können wir auf dem Gebrauchtwagenmarkt relativ stabile Preise für E-Fahrzeuge beobachten", erklärt der Experte und zitiert Analysen, wonach die Stromer in den nächsten Jahren weniger Wertverlust haben werden als Verbrenner. Allerdings: Über kurz oder lang werde sich der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge wieder auf ähnliche Wertverluste wie bei konventionellen Autos einpendeln.

Der Akku ist die Achillesferse

Was den Kauf von gebrauchten E-Auto so schwierig macht, sind die Batterien. Wie der Akku beim Smartphone büßen sie mit der Lebensdauer an Leistung ein. "Und man kann halt nicht hinein schauen", sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenvereinigung KÜS. Er rät deshalb zu einem ziemlich aufwendigen Programm bei der Probefahrt: "Einmal voll aufladen und dann komplett leer fahren, um die Reichweite zu ergründen und die dann mit dem angegeben Wert des Herstellers vergleichen". Und als wäre das nicht schon aufwendig genug, sollte man auch noch die unterschiedlichen Lademöglichkeiten testen, gibt der Experte zu bedenken.

Zwar werde der sogenannte "State of Health", also der Gesundheitszustand des Akkus, von der Bordelektronik individuell ermittelt und gespeichert, und der Hersteller kann diesen Wert auslesen, sagt Marmit. "Dieses Protokoll sollte man sich auf jeden Fall vom Händler holen." Aber beim privaten Weiterverkauf ist der Zugriff schwer, selbst wenn erste Drittanbieter ebenfalls damit werben, diese Protokolle zu entschlüsseln.

Weil das alles ein Aufwand ist, auf den sich nur wenige Käufer und Verkäufer einlassen dürften, hat Maarten Baljet einen anderen Rat parat: Käufer und Verkäufer sollten eine Garantie für die Mindestleistung des Akkus vereinbaren. Das würde alle Unwägbarkeiten ausräumen und Sicherheit schaffen, betont der Geschäftsführer von BF Analytics.

Wie ist das mit der Herstellergarantie auf die Batterie?

Angesichts der Unwägbarkeiten mit dem Akku gibt es bei den Herstellern eigene Garantien für die Batterie. Diese haben andere Laufzeiten und -Leistungen als beim Fahrzeug und unterscheiden sich obendrein stark. Zudem gibt es Hersteller, die zwar das Auto verkaufen, den Akku aber nur vermieten. Wer so einen Wagen mit gemieteter Batterie als Gebrauchten kaufen will, der müsse laut Marmit noch mehr Papierkram studieren und prüfen, wie er in den Vertrag einsteigen kann.

Wo man bei konventionellen Gebrauchten auch mal Reparaturen in Kauf nimmt, sollte man beim E-Auto zumindest in Sachen Akku keine Kompromisse machen. Selbst ein Austauschmotor ist ein Schnäppchen, verglichen mit einem neuen Akku. Technisch ist das zwar bei den allermeisten Fahrzeugen möglich, wirtschaftlich aber absolut unsinnig: "Da werden schnell mal fünfstellige Beträge fällig", weiß Berylls-Experte Radics.

Der typische Gebrauchtwagen-Check sollte nicht entfallen

Während der Akku eine große Unbekannte ist, sind E-Autos sonst in der Regel besser in Schuss: "Der Verschleiß der mechanischen Komponenten ist viel geringer als bei einem vergleichbaren Benziner oder Diesel", sagt Restwert-Experte Dieter Fess von BF Forecast und lobt vor allem die Bremsen. Dank der Rückgewinnung der Energie, auch Rekuperation genannt, werden diese seltener benutzt.
 

 

Trotzdem, auch bei einem E-Auto ist der übliche Check angeraten, gibt Marmit zu bedenken: "Abnutzung, Korrosion, Unfallschäden und Lücken im Serviceheft sind vom Antrieb unabhängig." 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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