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Diesel-Neuzulassungen in Deutschland steigen auf Rekordhoch

Trotz Abgas-Skandal  

Diesel-Neuzulassungen auf Rekordhoch

04.07.2016, 14:07 Uhr | AFP

Diesel-Neuzulassungen in Deutschland steigen auf Rekordhoch. Dieselmotoren weiter bei Kunden beliebt - hier ein E 220 d. (Quelle: Hersteller)

Dieselmotoren weiter bei Kunden beliebt - hier ein E 220 d. (Quelle: Hersteller)

Der Abgas-Skandal schadet dem guten Ruf des Dieselmotors in Deutschland nicht. Noch nie sind in den ersten sechs Monaten eines Jahres mehr Diesel-Autos verkauft worden als von Januar bis Juni 2016.

Insgesamt 812.000 Diesel-Autos wurden neu zugelassen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. VDA-Präsident Matthias Wissmann erklärte, die Branche verfolge die Strategie "weg vom Öl" mit großem Engagement. Ein Ende des Verbrennungsmotors 2030 aber sei "weder klimapolitisch, industriepolitisch noch sozialpolitisch sinnvoll".

Diesel hat Vorteile

Die Kunden seien nach wie vor von den Vorteilen des modernen Diesel überzeugt, erklärte Wissmann. Je schneller und je mehr Fahrzeuge der Euro-6-Norm auf die Straße kämen, desto größer sei der Fortschritt für die Luftqualität.

Der VDA-Präsident räumte ein, dass die Branche beim Diesel "in manchen Fällen den Bogen überspannt" habe. "Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim." Volkswagen hatte im September nach Ermittlungen in den USA eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen die Abgaswerte beschönigt zu haben.

Neue Tests bringen mehr Transparenz

Die Hersteller seien für den künftig vorgeschriebenen Straßentest (Real Driving Emissions Test), der ab Januar schrittweise eingeführt werden soll, erklärte Wissmann. Dabei wird der Stickoxid-Ausstoß unter echten Fahrbedingungen und nicht im Labor gemessen.

Die Zukunft alternativer Antriebe und Kraftstoffe ist nach Wissmanns Einschätzung aber noch nicht rosig. Selbst Unternehmen, die sich sehr ehrgeizige Ziele zur Elektromobilität setzten, gingen davon aus, dass 2030 noch zwei Drittel der Neuwagen mit Verbrennungs- oder Hybridmotoren fahren werden, erklärte er.

Neuzulassungen steigen im ersten Halbjahr

Insgesamt stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland von Januar bis Juni um sieben Prozent auf gut 1,73 Millionen Autos. Damit zeige der Markt "eine Vitalität, die manche nicht erwartet hatten", erklärte Wissmann. 

Die gute Konjunktur insbesondere in Westeuropa führe dazu, dass die Hersteller in den vergangenen zwölf Monaten 15.600 Beschäftigte einstellen konnten - im April waren damit 801.100 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften beschäftigt.

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