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Der Feind in den eigenen Reihen: Chevrolet k├Ąmpft gegen Opel

Press-Inform, Wolfgang Gomoll

20.08.2012Lesedauer: 3 Min.
Opel gegen Chevrolet
Opel gegen Chevrolet (Quelle: /Hersteller-bilder)
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Opel f├╝hrt derzeit einen Kampf an mehreren Fronten: Die Absatzzahlen brechen ein, die Werke sind nicht ausgelastet und nun macht den R├╝sselsheimern auch Chevrolet zunehmend das Leben schwer. Die amerikanisch-koreanische Schwestermarke ist global ausgerichtet - einige Modelle teilen sich die Technik mit den deutschen Pendants und sind dabei g├╝nstiger.

Opel: Warum wird Chevrolet von GM bevorzugt?

Die Wege des Herrn sind unergr├╝ndlich. ├ähnliches k├Ânnte man ├╝ber den Schlingerkurs der GM-Bosse sagen. Anstatt eine klare Markenpositionierung vorzunehmen und somit die taumelnde Tochter Opel zu st├╝tzen, lassen die Detroiter Strategen den Expansionsgel├╝sten Chevrolets freien Lauf.

Chevrolet mit weltweit gro├čen Zielen

"Wir sind ein kleiner Player mit gro├čen Ambitionen", macht die neue Chevrolet-Europachefin Susan Docherty aus ihren Ambitionen keinen Hehl. Das selbstbewusste Auftreten der kanadischen Marketing-Expertin hat seine Gr├╝nde. Zum einen sind die Chevys in der Regel g├╝nstiger als die Modelle aus R├╝sselsheim. Zum anderen zieht das Argument der moderneren Opel-Technik nur noch bedingt.

Chevrolet: Die Technik kommt von Opel

Waren viele Euro-Chevys fr├╝her Daewoo-Derivate, teilen sich zunehmend mehr Modelle die Technik mit den Opels. Ein Blick auf die Innenr├Ąume des Cruze und des Astra zeigt die identische DNA: W├Ąren da nicht die Marken-Logos auf den Lenkr├Ądern, w├╝sste man auf den ersten Blick nicht, um welches Fahrzeug es sich handelt. Schlie├člich bauen Astra und Cruze auf der Delta-II-Plattform auf. Der Erfolg bleibt nicht aus - zumindest f├╝r die amerikanisch-koreanische GM-Tochter: Der Cruze z├Ąhlt mit rund 21.000 Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2012 zu den bestverkauften Chevy-Modellen in Europa.

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Chevrolet-Modelle machen Druck auf Opel

Die Attacke geht auch in anderen Segmenten weiter: Seit Juli hat auch der Opel Insignia mit dem Chevrolet Malibu einen koreanisch-amerikanischen Konkurrenten aus dem eigenen Hause. Genauso bei den Kompakt-SUV Opel Mokka und Chevy Trax. Beide Modelle werben weitgehend technisch um die K├Ąufergunst. Das einzige Zugest├Ąndnis ist, dass der Opel schon im Oktober erscheint, w├Ąhrend der Chevrolet erst im n├Ąchsten Fr├╝hjahr Europa seine Aufwartung macht.

Der Opel Adam ist eine Ausnahme

Immerhin: Der Opel Adam zielt weit mehr auf das Lifestyle-Publikum ab, als der ├Ąltere Chevrolet Spark, ist aber auch deutlich teurer und d├╝rfte sich aber gegen Mini & Co. schwer tun. Das Astra-Cabrio soll eine ├Ąhnlich stilbewusste K├Ąuferschaft ansprechen und Opel-Fans n├Ąchstes Jahr den Sommer vers├╝├čen. Da Ihnen wichtige Wachstums-M├Ąrkte verschlossen sind, setzen die Deutschen einige Hoffnung auf den osteurop├Ąischen und russischen Markt: Bei der Moskau-Motorshow Ende des Monats wird der Stufenheck-Astra seine Weltpremiere feiern.

Opel/Vauxhall darf nur in Europa verkaufen

Doch selbst die schicksten Modelle und die beste Technik hilft nichts, wenn die potentiellen Abnehmer begrenzt sind: W├Ąhrend Opel und die Schwestermarke Vauxhall lediglich in 40 L├Ąndern vertreten sind und sich im Wesentlichen auf Europa konzentrieren m├╝ssen, tritt der Global-Player Chevrolet in 140 Nationen an. Der Umsatz ist dementsprechend: Opel verkaufte 2011 1,2 Millionen Autos, Chevrolet mit 4,7 Millionen fast viermal so viel. Die Geduld der Bosse aus Detroit mit Opel neigt sich offenbar dem Ende zu. Der R├╝sselsheimer Autobauer hat in den letzen zw├Âlf Jahren 16 Milliarden Dollar Verlust (13,03 Milliarden Euro) gemacht. Die Rabattschlacht knockt die deutsche Tochter schwer an: Laut einer Studie des "Center Automotive Research" (CAR) der Uni Duisburg zahlt Opel fast 1000 Euro pro Wagen drauf.

Opel schrumpft mit dem europ├Ąischen Markt

Auch die Europa-Verkaufs-Zahlen des ersten Halbjahres 2012 versprechen keine Besserung. Im Gegenteil: Opel verkaufte nur rund 457.000 Fahrzeuge. Das sind 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil schrumpfte von 7,6 Prozent auf 6,9 Prozent. Im Stammwerk R├╝sselsheim wie auch f├╝r die Komponentenfabrik in Kaiserslautern droht Kurzarbeit, da die Werke nicht ausgelastet sind.

Opel-Werke vor der Schlie├čung

Doch die GM-Planungen gehen noch weiter: Das Werk Bochum soll nach 2016 geschlossen werden und der Astra zuk├╝nftig nicht mehr in R├╝sselsheim, sondern in Polen und England produziert werden. Daf├╝r bekommt der deutsche Stammsitz im Zuge der Kooperation mit PSA die Produktion des Citro├źn DS5 und des Peugeot 508.

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Chevrolet mit Verkaufsrekorden

Der Chevrolet-Aufschwung geht dagegen weiter. Die amerikanisch-koreanische GM-Tochter meldet mit ├╝ber 117.500 verkauften Neuwagen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, einer Steigerung von 10,9 Prozent gegen├╝ber 2011 und damit in West- und Zentraleuropa einen neuen Verkaufsrekord. Die Spirale d├╝rfte sich auch in Zukunft fortsetzen. Chevy kann die Strahlkraft von solchen Automobil-Ikonen, wie den Camaro oder der Corvette nutzen. Ein weiterer weltbekannter Big-Player springt auf den Chevy-Zug auf: Das Chevrolet-Markenlogo ziert die Brust von Manchester United mit Stars wie Wayne Rooney. Opel muss mit Borussia Dortmund und Mainz 05 vorlieb nehmen.

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Von Markus Abrahamczyk
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