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Beleidigungen im Straßenverkehr: So teuer können sie werden

Flüche und Gesten  

Beleidigungen im Straßenverkehr können teuer werden

01.09.2018, 12:20 Uhr | ADAC, mid, t-online.de

Beleidigungen im Straßenverkehr: So teuer können sie werden. "Stinkefinger": Ein gestreckter Mittelfinger im Straßenverkehr kann richtig teuer werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/grinvalds)

"Stinkefinger": Ein gestreckter Mittelfinger im Straßenverkehr kann richtig teuer werden. (Quelle: grinvalds/Thinkstock by Getty-Images)

Beleidigungen im Straßenverkehr sind kein Kavaliersdelikt: Gegenseitige Beschimpfungen und abfällige Gesten können mit bis zu 4.000 Euro oder sogar mit einer Haftstrafe geahndet werden.

Auch wenn Sie die Vorfahrt genommen bekommen, geschnitten werden oder der Fahrer hinter Ihnen drängelt – bleiben Sie cool. Denn wer einen anderen beleidigt, absichtlich kränkt oder sich verächtlich äußert, begeht eine Straftat.

Beleidigung im Straßenverkehr ist eine Straftat

Entgleisungen hinter dem Steuer wiegen schwer: Eine im Straßenverkehr getätigte Beleidigung ist eine Straftat (§ 185 StGB Beleidigung) und kann eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Dies gilt sowohl für verbale Angriffe wie Flüche oder Beleidigungen als auch für beleidigende Gesten.

Bemessung nicht nach Bußgeldkatalog

Anders als bei Verkehrsverstößen gibt es für Beschimpfungen und beleidigende Gesten jedoch keinen festen Bußgeldkatalog. Die Höhe des Betrages wird in Tagessätzen bemessen, der Betrag hängt also vom monatlichen Einkommen ab. Normalerweise belegen Gerichte solche Beleidigungen mit 10 bis 30 Tagessätzen. Die Anzahl und Höhe ist abhängig von den Tatumständen.

Sogar Haftstrafen drohen

Dreißig Tagessätze entsprechen einem Nettomonatsgehalt. Als Tageshöchstsatz gelten 30.000 Euro (§ 40 Abs. 2 StGB). Wiederholungstäter müssen mit mehr Tagessätzen und unter Umständen auch mit einer Haftstrafe rechnen.

"Stinkefinger" am Steuer kann bis zu 4000 Euro kosten

Auch wenn es keinen Kostenkatalog für Beleidigungen gibt, so können sich Autofahrer doch an Durchschnittswerten orientieren: Bei einem ausgestreckten Mittelfinger lagen die von Gerichten verhängten Geldstrafen zwischen 600 Euro und 4.000 Euro.

Zeigt ein empörter Autofahrer einen Vogel, kostet ihn dies unter Umständen 750 Euro. Wer die Zunge herausstreckt, muss mit 150 Euro Strafe rechnen. Verbale Beleidigungen ahnden die Gerichte mit Geldstrafen zwischen 250 Euro für den Ausdruck "Bekloppter" und 2.500 Euro für "Alte Sau" oder "Miststück". Dazwischen ist so einiges möglich: Für "Leck mich doch" muss der Autofahrer mit 300 Euro Strafe rechnen, für "Asozialer" mit 550 Euro, für "Blöde Kuh" oder "Wichser" mit 1.000 Euro und für "Idiot" mit 1.500 Euro.

Übrigens gelten auch indirekte Aussagen wie zum Beispiel "Am liebsten würde ich A...loch zu Dir sagen", als Beleidigungen. Diese kann zum Beispiel 1.600 Euro Strafe nach sich ziehen.

Beschimpfen sich zwei Autofahrer in einem Streit gegenseitig, können Gerichte das gegeneinander aufwiegen. Dann können beide Streithähne freigesprochen werden.

"Beamtenbeleidigung" besonders delikat

Besonders streng werden herablassende Äußerungen gegenüber Polizisten oder Politessen verfolgt. Hierbei wird indirekt auch der Staat beleidigt. Deshalb erstattet der Ordnungshüter meist gemeinsam mit dem Dienstherrn Anzeige.

Vorsicht auch im Ausland

Auch in anderen Ländern sollte man sich mit unfreundlichen Gesten zurückhalten. So ist der "Stinkefinger" weltweit eine Beleidigung. Andere Gesten sind dagegen nicht so eindeutig: Ein hochgestreckter Daumen gilt etwa in Nordafrika oder dem Mittleren Osten als Beschimpfung. Wer den Daumen dazu auf und ab bewegt, verschlimmert das Ganze noch: In vielen Mittelmeerländern, Russland und Teilen Afrikas ist das eine obszöne Beleidigung.

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