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Streckenradar "Section Control" kommt doch nicht

Streckenradar "Section Control" kommt doch nicht

26.08.2010, 08:15 Uhr | t-online.de, mid

Streckenradar "Section Control" kommt doch nicht. Aus für Streckenradar "Section Control" (Foto: AvD)

Aus für Streckenradar "Section Control" (Foto: AvD)

Die Bundesregierung hat sich gegen eine Langstrecken-Tempokontrolle von Autofahrern ausgesprochen. Grund sind nach Informationen von "Auto Bild" datenschutzrechtliche Bedenken.

Autofahrer würden bei "Section Control" bereits vor einer Übertretung fotografiert

Bei der sogenannten "Section Control" wird das Fahrzeug am Anfang und am Ende eines Streckenabschnittes von meist mehreren Kilometern fotografiert. Anhand der zwischen den beiden Aufnahmen vergangenen Zeit wird die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet. Liegt der Wert über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, muss der Fahrer Bußgeld zahlen. Eines der rechtlichen Probleme: Der Autofahrer wird bereits vor seiner Geschwindigkeitsübertretung fotografiert und gerät damit in den Blick der Überwachungsbehörden.

Im europäischen Ausland gang und gäbe

In anderen Ländern wie Italien, den Niederlanden oder Österreich ist das Strecken-Radar längst erprobt. Die ersten Anlagen in Österreich wurden 2003 in einem Tunnel der A22 und 2004 auf einem unfallträchtigen alpinen Abschnitt der A2 eingerichtet. Seither sind dort nur noch ein Prozent der Fahrer schneller unterwegs gewesen als erlaubt. Zudem wären die Kosten für die nun verhinderten Unfälle etwa fünf Mal höher als die Kosten für die Einrichtung und den Unterhalt der Anlagen.

Strecken-Radar wirkt disziplinierend

Stationäre Radaranlage sind nur kurz vor bzw. hinter dem Standort wirksam - danach treten viele Autofahrer wieder aufs Gas. Eine Abschnittskontrolle würde dem entgegen wirken, da Autofahrer in den jeweiligen Abschnitten wissen, dass sie nicht zu schnell fahren dürfen. Besonders bei Baustellen und anderen gefährlichen Autobahnstrecken könnte "Section Control" auch in Deutschland zur längerfristigen Einhaltung von Tempolimits und damit zu weniger Unfällen beitragen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wurde dem nun eine Absage erteilt, da Autofahrer schon vor einer Übertretung fotografiert werden müssten. Damit stünden sie auch unter einer Art Generalverdacht.

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