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Dämmerung: Zeitumstellung erhöht Gefahr von Wildunfällen

Fahren in der Dämmerung  

Zeitumstellung erhöht Gefahr von Wildunfällen

22.10.2018, 14:44 Uhr | dpa, dpa-AFX

Dämmerung: Zeitumstellung erhöht Gefahr von Wildunfällen. Ein rotes Dreibein steht am Straßenrand

Ein rotes Dreibein steht am Straßenrand. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv (Quelle: dpa)

Mit der Umstellung der Sommer- auf die Winterzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen. Der Berufsverkehr fällt in die Dämmerung – die besonders aktive Phase der Tiere. Autofahrer sollten vorsichtig und bremsbereit fahren. Doch was, wenn es zu einem Zusammenprall kommt?

Das Zurückdrehen der Uhr bei der Umstellung auf Winterzeit am 28. Oktober erhöht die Gefahr von Wildunfällen. "Der Berufsverkehr fällt ab dann plötzlich wieder in die Dämmerung", erklärt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV). Das gilt besonders am Abend, denn nun wird es wieder früher am Tage dunkel.

Dabei sei die Gefahr von Wildunfällen in diesem Jahr besonders groß, so der Wildtierexperte Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. "Nach dem heißen Sommer tragen die Eichen, die häufig am Rand von Straßen wachsen, übermäßig viele Früchte. Was davon herunterfällt, lockt viele Wildtiere direkt auf die Fahrbahn."

Zehn Tote und knapp 3.000 Verletzte in 2017

Wildunfälle auf Deutschlands Straßen haben im vergangenen Jahr zehn Menschen das Leben gekostet. 606 Menschen wurden schwer und 2.308 leicht verletzt. Die meisten der insgesamt 2.551 Wildunfälle mit Personenschaden gab es 2017 in Bayern und Niedersachsen, dabei wurden jeweils zwei Menschen getötet. Die meisten Wildunfälle ereigneten sich im Oktober (282), die wenigsten im Februar (124), wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Seit 1991 bewegt sich die Zahl der Wildunfälle mit Personenschaden zwischen 2.249 und 2.931. Die meisten Menschen starben durch solche Unfälle im Jahr 1994: 49 Opfer waren damals zu beklagen. Die wenigsten Verkehrstoten durch Wild gab es im Jahr 2013, als es 7 Opfer gab. Welche Wildtiere in die Unfälle verwickelt waren, wird in der Statistik nicht erfasst.

Wie sollten sich Autofahrer in der Dämmerung verhalten?

Auf Strecken, die durch Wald oder an Wald- und Feldgrenzen entlang führen, gilt für Autofahrer nun verstärkt: vorsichtig und bremsbereit fahren und auf Tiere am Straßenrand achten, besonders auf Rehe. "Dämmerung bietet Schutz vor Fressfeinden, und das Auto ist nicht genetisch als Gefahr programmiert", erläutert Reinwald.

Tauchen Tiere am Straßenrand auf, sollten Fahrer bremsen und das Fernlicht ausschalten. Hupen kann die Tiere verscheuchen. Ist dazu aber keine Zeit mehr, weil zum Beispiel ein Reh unvermittelt auf die Straße läuft, sollten Autofahrer voll auf die Bremse treten, um einen Aufprall vielleicht noch zu verhindern oder zumindest die Aufprallwucht zu vermindern, rät Reinwald. "Dabei das Lenkrad fest in den Händen halten, nicht verreißen." Ein kontrollierter Zusammenstoß sei dabei immer besser als ein unkontrollierbares Ausweichmanöver.

Was ist bei einem Wildunfall zu beachten?

Komme es zu einem Zusammenstoß, dürften Autofahrer den Unfallort nicht verlassen. "Wer einfach weiterfährt, verstößt gegebenenfalls gegen das Tierschutzgesetz und schadet sich mit der Fahrerflucht unter Umständen selbst", sagte Kinser. Die Versicherung verlange bei Schäden am Fahrzeug eine Unfallbescheinigung der Polizei.

Zudem müsse man davon ausgehen, dass das Tier verletzt sei und leide. Auch bei einem Wildtier sei "unterlassene Hilfeleistung" strafbar und könne bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten. Man sollte sich dem verletzten Tier jedoch auch nicht nähern, denn das bedeute zusätzliche Todesangst. Ein totes Tier dürfe auch nicht mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei.

 

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • dpa-AFX

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