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Dieselskandal: So schamlos wollte Audi wirklich manipulieren

"Nicht in falsche Hände geraten"  

So schamlos wollte Audi wirklich manipulieren

15.03.2019, 18:55 Uhr
Erklär-Video: So löste der Diesel-Skandal ein Erdbeben in der Autobranche und Politik aus (Quelle: Reuters / Imago)
Dieselskandal: Die Folgen für deutsche Autobauer und Fahrer

Topmanager in Haft, Milliarden-Strafen für Autokonzerne, Fahrverbote auf deutschen Straßen, Millionen betrogene Autokunden. t-online.de zeigt die massiven Folgen für deutsche Autofahrer, Politiker und Autokonzerne auf. (Quelle: t-online.de)

Dieselskandal: Das sind die Folgen für Fahrer und Autobauer. (Quelle: t-online.de)


Im Dieselskandal um Audi gibt es weitere Enthüllungen: Die VW-Tochtermarke wollte demnach viel weitreichender täuschen als bislang bekannt. Dafür waren weitere Maßnahmen geplant.

Offenbar sind noch längst nicht alle Täuschereien von Audi aufgedeckt: Der Autobauer wollte nicht nur die Zulassungsbehörden täuschen, berichtet die Tagesschau auf ihrer Website.

Demnach gingen die Absichten noch um einiges weiter. Auch bei Abgastests von Umweltbehörden und des Verkehrsclubs ADAC sollten die Autos sauberer erscheinen als sie sind. Dazu habe Audi eine entsprechende Strategie entwickelt, wie unter anderem aus internen E-Mails aus dem Jahr 2009 hervorgehe.

Konkret ging es den Audi-Entwicklern um zwei Tests: den Artemis-Test des Umweltbundesamtes und den Eco-Test des ADAC. In beiden erreichten die Diesel-Modelle des Herstellers bis dahin offenbar ungenügende Ergebnisse.

So wollte Audi täuschen

Das sollte sich ändern. Dazu sollten die getesteten Modelle jeweils erkennen, ob sie den Prüfzyklus der Behörde oder des Autoclubs durchlaufen, und ihren Verbrauch und Schadstoffausstoß für die Dauer des Tests senken. Da sich die einzelnen Tests voneinander unterscheiden, sollten die Autos in der Lage sein, jeden der verschiedenen Testmodi zu erkennen.

Die Audi-Entwickler diskutierten dem Bericht zufolge verschiedene Möglichkeiten. Letztlich sollten die Fahrzeuge den Testmodus anhand einer "Fahrkurven- und Lenkwinkelerkennung" identifizieren. Nach dem Ende der Prüffahrt sollte das Auto auf einen anderen Betriebsmodus umschalten – und damit wieder auf den höheren Schadstoffausstoß. Im Modelljahr 2011 sollte die Maßnahme umgesetzt werden.

"Aufdeckungswahrscheinlichkeit" wurde abgewogen

Unter anderem habe man bei Audi auch die "Aufdeckungswahrscheinlichkeit" dieser Strategie abgewogen. Den Entwicklern war offenbar bewusst, dass sie sich auf dünnem Eis bewegen. tagessschau.de zitiert die Warnung aus einer Audi-internen E-Mail: "Die mitgeschickte Präsentation bitte gleich wieder löschen (...). Das Ding darf nicht in falsche Hände geraten!"


Ob der Plan umgesetzt wurde, lässt sich derzeit nicht feststellen. Der ADAC habe keine entsprechenden Erkenntnisse über manipulierte Autos in seinen Tests. Und Audi kommentiert den Bericht nicht – unter Hinweis auf laufende Ermittlungen.

Verwendete Quellen:
  • tagesschau.de

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