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Garagen-Gold: Taugen Oldtimer als Geldanlage?

Investition mit Spaßfaktor  

Kursbestimmung fürs Garagen-Gold: Taugen Oldtimer als Geldanlage?

06.09.2018, 13:54 Uhr | Thomas Geiger, dpa-tmn

Garagen-Gold: Taugen Oldtimer als Geldanlage?. Ferrari 250 GTO von 1962: Dieser alte Sportwagen war einem Bieter fast 50 Millionen Dollar wert und stellte damit einen neuen Rekord für Auto-Auktionen auf. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)

Ferrari 250 GTO von 1962: Dieser alte Sportwagen war einem Bieter fast 50 Millionen Dollar wert und stellte damit einen neuen Rekord für Auto-Auktionen auf. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)

Der Trend zum Oldtimer ist ungebrochen. Nicht nur Autofans erfreuen sich am alten Eisen, sondern auch Anleger. Denn gegenüber Wertpapieren haben die Klassiker einen entscheidenden Vorteil.

48,405 Millionen Dollar. Für diese Rekordsumme hat ein Ferrari 250 GTO von 1962 bei der Versteigerung des Sammlerauto-Auktionshauses RM Sotheby's im Convention Center von Monterey seinen Besitzer gewechselt. Es ist Car Week, "Autowoche", im kalifornischen Monterey, und rund um den berühmten Oldtimer-Concours von Pebble Beach versteigern an diesen Tagen Ende August 2018 ein halbes Dutzend Auktionshäuser alte Autos im Akkord und brechen alle Rekorde.

Oldtimer bei der Monterey Car Week

Traumwagen: Bei den Auktionen von RM Sotheby's auf der Car Week im kalifornischen Monterey konnten allerdings nur wohlhabende Sammler ernsthaft mitbieten. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)Traumwagen: Bei den Auktionen von RM Sotheby's auf der Car Week im kalifornischen Monterey konnten allerdings nur wohlhabende Sammler ernsthaft mitbieten. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)

Der Ferrari ist das teuerste je bei einer Auktion gehandelte Auto, meldet der Marktbeobachter Hagerty, und die Bilanz der Woche kann sich sehen lassen. Schließlich sind an drei Abenden knapp 1.400 Autos für zusammen rund 370 Millionen Dollar (umgerechnet rund 317 Millionen Euro) versteigert worden, so Hagerty weiter.

Natürlich ist die sogenannte Monterey Car Week ein Extrem. Denn nirgendwo kommen so viele Sammler zusammen und nirgendwo sitzt das Geld so locker wie bei diesem Hochamt der Automobilkultur. Doch zeigt die Bilanz, dass der Trend zum Oldtimer ungebrochen ist.

Oldtimerbestand ist gestiegen

Ford GT40 aus dem Jahr 1966: Das Auto ist beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans mitgefahren. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)Ford GT40 aus dem Jahr 1966: Das Auto ist beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans mitgefahren. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby·s/dpa-tmn)

Zwar registriert der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine leichte Abkühlung des überhitzten Marktes und weist für seinen auf 88 gängigen Klassikern basierenden Oldtimer-Index für das vergangene Jahr eine Steigerung aus, die mit 1,4 Prozent unterhalb der Inflationsrate liegt. Aber der Bestand an Fahrzeugen mit H-Kennzeichen – also Autos, die mindestens 30 Jahre alt sind – ist im vergangenen Jahr um 10,9 Prozent auf 477.386 Pkw gestiegen.

Allein in Deutschland schätzt der Dienstleister Classic Car Analytics aus Bochum den Markt auf 16 Milliarden Euro im Jahr, von denen ein Viertel auf echte Oldtimer von mehr als 30 Jahren und drei Viertel auf jüngere Liebhaberfahrzeuge entfallen.

Einen garantierten Gewinn gibt es nicht

Mercedes 500 K aus den 1930er Jahren: Wenn die Nachfrage nach einem Oldtimermodell wegbricht, kann es herbe Enttäuschungen mit der Rendite geben.  (Quelle: Thomas Geiger/dpa-tmn)Mercedes 500 K aus den 1930er Jahren: Wenn die Nachfrage nach einem Oldtimermodell wegbricht, kann es herbe Enttäuschungen mit der Rendite geben. (Quelle: Thomas Geiger/dpa-tmn)

Wer in das Geschäft einsteigen will, müsse allerdings einiges beachten, sagt der auf klassische Fahrzeuge spezialisierte Anlageberater Holger Lüttke aus Kelkheim. Das gelte für die Fahrzeuge, bei denen es vor allem auf den Zustand, die Seltenheit, die Originalität, die Balance zwischen Patina und Restaurierung sowie den Deckungsgrad von Seriennummern und Lackierungen ankomme, genauso wie für die Sammler selbst. "Wer keine Leidenschaft für Oldtimer hat, der sollte auch nicht in klassische Autos investieren", sagt Lüttke. Und technisches Verständnis könne auch nicht schaden.

Die Rendite dagegen solle man besser nicht einplanen. Denn einen garantierten Gewinn gibt es nicht, warnt der Experte – selbst wenn das Angebot endlich ist und die Stückzahlen eines Modells nicht mehr wachsen werden. "Bei anhaltender Nachfrage wird das zu weiteren Preissteigerungen führen", ist Lüttke zwar sicher. Aber wenn die Nachfrage wie aktuell etwa bei den Vorkriegsfahrzeugen wegbreche, weil es keinen aktiven Nachwuchs gibt, dann könne es auch herbe Enttäuschungen mit der Rendite geben. Wer dieses Risiko minimieren möchte, kann sich auch an ersten Fonds beteiligen, die auf klassische Fahrzeuge fokussiert sind, rät Lüttke.

Vorteil von Oldtimern

Natürlich sind alte Autos als Anlageobjekte genau wie Aktien Kursschwankungen ausgesetzt und nicht risikofrei, mahnen die Experten. Doch gegenüber Wertpapieren haben sie einen entscheidenden Vorteil, sagt Dietrich Hatlapa, der mit seiner Hagi-Group Oldtimer in Indizes genauso wie an der Börse beobachtet: Neben der monetären gebe es auch eine emotionale Rendite, die frei von Kursschwankungen sei.

"Wir empfehlen, das Fahrzeug immer nach der persönlichen Neigung auszusuchen. Nur dann kann man auch mit Rendite in Form von Besitzerstolz und Fahrvergnügen rechnen", sagt Hatlapa. "Haltungs-, Reparatur- oder Restaurierungskosten lasten nur auf der monetären Rendite", so der Auto-Analyst. "Die emotionale Rendite ist davon unbenommen und deshalb völlig unabhängig vom Fahrzeugwert."

Verwendete Quellen:
  • dpa

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