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Vorsicht, Sekundenschlaf! Ein schlafender Beifahrer wirkt ansteckend

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Vorsicht, Sekundenschlaf!  

Ein schlafender Beifahrer wirkt ansteckend

14.08.2014, 15:04 Uhr | t-online.de, dpa

Vorsicht, Sekundenschlaf! Ein schlafender Beifahrer wirkt ansteckend. Wenn der Beifahrer schläft, kann das den Fahrer oder die Fahrerin anstecken (Quelle: imago)

Wenn der Beifahrer schläft, kann das den Fahrer oder die Fahrerin anstecken (Quelle: imago)

Auf längeren Autofahrten sollten Beifahrer unbedingt versuchen, wach zu bleiben - zu ihrer eigenen Sicherheit. Denn wenn sie ein Nickerchen machen, überkommt auch den Fahrer schneller die Müdigkeit.

Schlafforscher Jürgen Zulley, emeritierter Professor für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg, hält das Nickerchen des Beifahrers für gefährlich: "Das Risiko, am Steuer einzuschlafen und dadurch zu verunglücken, ist erwiesenermaßen mit einem schlafenden Beifahrer deutlich höher als mit einem wachen, der den Fahrer bei Laune hält."

Schlafender Beifahrer steckt an

Warum die Müdigkeit ansteckend wirkt, darüber kann Zulley nur spekulieren. Es sei davon auszugehen, dass die gleichmäßige Atmung eines Schlafenden und dessen Bewegungslosigkeit in bestimmten Situationen eine sehr beruhigende und entspannende Wirkung auf die Menschen in seiner direkten Umgebung hat. Im Auto könne dieser Effekt so stark sein, dass der Fahrer davon regelrecht angesteckt wird. Monotone Autobahnetappen und Fahrten bei Nacht begünstigen das.

UMFRAGE
Beifahrer/in schläft - werden Sie da auch müde?

Unfallursache Sekundenschlaf

Wenn ein Autofahrer auch nur kurz am Steuer einnickt und in den sogenannten Sekundenschlaf fällt, stehen die Chancen denkbar schlecht, den Wagen in der Spur zu halten. Nach Schätzungen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats wird jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen durch Sekundenschlaf verursacht.

Schlafforscher aus 19 europäischen Ländern haben letztes Jahr EU-Verkehrsexperten mit der Aktion "Wake up" in Brüssel vor dem gefährlichen Sekundenschlaf gewarnt. In einer Studie mit etwa 13.000 Teilnehmern gaben 42 Prozent der Befragten an, schon einmal eine Schlafattacke hinter dem Lenkrad erlitten zu haben.

Moderne Assistenzsysteme sollen helfen

Wohl dem, dessen Auto im Ernstfall mit modernen Assistenzsystemen ausgestattet ist. Eine Müdigkeitserkennung weist den Fahrer mit akustischen und optischen Signalen darauf hin, eine Pause zu machen. Das System erkennt zum Beispiel am Lenkverhalten, ob die Konzentration des Fahrers nachlässt. Im günstigsten Fall ist dann noch ein Spurhalteassistent an Bord, der das Überschreiten der Spur durch Vibrationen am Lenkrad, am Sitz oder durch akustische Signale anzeigt. Manche Systeme führen das Fahrzeug auch wieder automatisch in die Spur.

Eine Pause ist oft unerlässlich

Wer sich nicht auf Assistenzsysteme verlassen kann, sollte auf die Körpersprache achten. Häufiges Gähnen, schwere Augenlider, innere Unruhe und nachlassende Konzentration sind klare Signale, bald einzuschlafen. Macht sich Müdigkeit unter den Mitreisenden breit, sollte der Fahrer alarmiert sein, betont Zulley. Dann hilft nur eine ausgiebige Pause.

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