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So waschen Sie Ihr Auto richtig

Von dpa
Aktualisiert am 02.04.2019Lesedauer: 3 Min.
Richtige Richtung: Autobesitzer waschen ihr Fahrzeug von oben nach unten.
Richtige Richtung: Autobesitzer waschen ihr Fahrzeug von oben nach unten. (Quelle: Christin Klose./dpa)
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Hagen (dpa/tmn) - Christian Petzoldt besch├Ąftigt sich seit fast 40 Jahren mit Lacken und Polituren. Er brachte das Mikrofaserpoliertuch und die Reinigungsknete nach Deutschland und entwickelte eigene Produkte zur Erhaltung des Fahrzeuglacks. Im Interview verr├Ąt er die wichtigsten Pflege-Tipps.

Was machen viele Autofahrer bei der Fahrzeugpflege falsch?

Christian Petzoldt: Viele Autofahrer lassen Schmutz zu lange auf dem Lack. Alle au├čergew├Âhnlichen Verschmutzungen wie Vogelkot, Baumharze oder Industrieablagerung m├╝ssen sofort entfernt werden, da z├Ąhlt jede Stunde. Denn sie greifen zuerst die Konservierung des Lackes und anschlie├čend den Lack an und k├Ânnen sich bei starker Sonneneinstrahlung in den Lack brennen. Dann hilft nur noch eine aufwendige Aufbereitung, wie das Polieren mit anschlie├čendem Versiegeln.

Ist das denn schlimm?

Petzoldt: Bei jeder Politur trage ich selbst mit feink├Ârnigen Mitteln Substanz des Lackes ab. Mit jedem Polieren reduzieren sich die Lackschicht und damit der UV-Schutz. Farbtiefe verringert sich und Farbpigmente verbleichen, wenn zu viel Lack abgetragen wird. Besser ist es deshalb, den Lack mit einer guten Versiegelung zu sch├╝tzen und das Auto regelm├Ą├čig zu waschen. Die meisten Autofahrer sch├╝tzen den Lack zu wenig und polieren zu viel. Dadurch reduzieren sie nur unn├Âtig die Lackschichtst├Ąrke.

Wie pflegen Sie Ihr Auto?

Petzoldt: Ganz klassisch per Handw├Ąsche, mit zwei Eimern lauwarmem Wasser. In dem einen ist ein mildes Autowasch-Shampoo und im anderen klares Wasser. Dort sp├╝le ich meine Autowasch-Werkzeuge aus, wringe sie danach aus, um frisches Shampoo-Wasser wieder aufzunehmen. Sonst bleibt der Dreck im Schaum und im Schwamm, so dass er sp├Ąter Kratzer auf dem Lack erzeugt.

Dann wasche ich mein Auto von oben nach unten. Sektionsweise, also zuerst das Dach, dann die Haube, dann den Kofferraum und anschlie├čend die Seiten, allerdings zuerst nur zur H├Ąlfte. Denn die unteren Seiten sind meist stark vom Brems-, Reifenabrieb und gr├Âberen Artikeln verschmutzt, daf├╝r benutze ich ein anderes Waschwerkzeug, ganz gleich, ob Schwamm oder Waschhandschuh. Sonst verreibe ich den Stra├čenabrieb auf dem Lack, was wiederum feine Kratzer nach sich zieht. Nach der W├Ąsche reinige ich mein Waschwerkzeug vorab im Handwaschbecken mit einem speziellen Waschmittel unter flie├čendem Wasser.

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Welche Fehler unterlaufen vielen Autofahrern beim Waschen?

Petzoldt: Zuerst vergessen sie das regelm├Ą├čige Reinigen der Schw├Ąmme und Waschhandschuhe. Eine gr├╝ndliche W├Ąsche ist wichtig, da Schmutzreste im Waschwerkzeug die meisten Spuren und Kratzer im Lack produzieren. Die lassen sich anschlie├čend nur durchs Polieren entfernen, was wiederum den Lack abtr├Ągt. Eine spezielle Reinigungsknete nimmt Partikel auf der Oberfl├Ąche auf, damit diese nicht sp├Ąter wie Schmiergelk├Ârner den Lack verkratzen. Das ist entscheidend bei weiteren Schritten wie Polieren oder Konservieren.

Oftmals beachten Autofahrer die Einwirkzeit der Chemie nicht. Wenn die Vorw├Ąsche zu lange auf dem Lack verbleibt, kann es zu Ver├Ątzungen kommen. Auch Gummidichtungen werden durch zu lange Standzeit angegriffen, eloxierte Teile k├Ânnen ver├Ątzen. Das passiert h├Ąufig im Sommer, wenn lange Schlangen vor der Waschstra├če entstehen. Autofahrer sollten deshalb zusehen, dass sie nach der Vorw├Ąsche z├╝gig in die Waschstra├če kommen.

Wie h├Ąufig sollten Besitzer ihr Fahrzeug waschen?

Petzoldt: Pauschal kann ich das nicht beantworten, da es von der j├Ąhrlichen Laufleistung des Autos und der Verschmutzung der Fahrzeugoberfl├Ąche abh├Ąngt. Ab 180 km/h zerst├Âren zunehmend kleine Steinschl├Ąge die Lackoberfl├Ąche. Bei einem Stadtauto, das rund 12 000 Kilometer im Jahr zur├╝cklegt, empfehle ich eine w├Âchentliche Fahrzeugw├Ąsche - und eine sofortige nach au├čergew├Âhnlichen Verschmutzungen. Das klingt nach viel, schont aber den Lack, da ein h├Ąufiges Polieren verhindert wird. Mit einer guten Lackversiegelung, einem Polymer, das zweimal im Jahr aufgetragen wird, konservieren Besitzer den Lack. Ein guter Anhaltspunkt ist die Tropfenbildung, wenn die sich nicht mehr auf der Lackoberfl├Ąche bildet, ist es Zeit f├╝r eine neue Konservierung. Nur wenn Spuren sichtbar werden, rate ich zu einer milden Politur.

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