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Tipps für Autofahrer: So sparen Sie viel Geld

Von Smart Repair bis clever tanken  

Mit diesen Tipps sparen Autofahrer viel Geld

22.10.2019, 16:06 Uhr | dpa

Tipps für Autofahrer: So sparen Sie viel Geld. Komposition aus Spielzeugauto, Taschenrechner, Block, Münzen und Scheine: Die Preise von Ersatzteilen schwanken je nach Anbieter um bis zu 20 Prozent. (Quelle: Getty Images/Alfexe)

Komposition aus Spielzeugauto, Taschenrechner, Block, Münzen und Scheine: Die Preise von Ersatzteilen schwanken je nach Anbieter um bis zu 20 Prozent. (Quelle: Alfexe/Getty Images)

Ein Kleinwagen kostet im Jahr durchschnittlich 2.400 Euro. Mit diesem Betrag ließe sich beispielsweise auch ein schöner Urlaub finanzieren. Wer die Tipps von Experten befolgt, kann die Ausgaben fürs Auto senken.

Für ein Auto kommen durch Sprit, Versicherung, Kfz-Steuer und Werkstatt schnell hunderte Euro an Kosten zusammen. Sind neue Reifen fällig, wird es noch happiger. Während Posten wie die Kfz-Steuer feststehen, haben Autofahrer an anderer Stelle Möglichkeiten, ihre Ausgaben zu drücken.

Smart Repair hilft bei kleineren Schäden

Kleine Schramme – große Rechnung? Das passiert schnell, wenn gleich der ganze Kotflügel neu lackiert wird. "Bevor das passiert, sollten Autofahrer sich vorher erkundigen, ob eine kleine Beschädigung nicht auch mithilfe von Smart Repair instandgesetzt werden kann", rät Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV).

Bei dieser Reparaturtechnik wird nur der wirklich betroffene Bereich bearbeitet. Die Anwendungsgebiete von Smart Repair reichen vom Beulendoktor bis zu Polsterreparaturen. Reichel schätzt, dass Autofahrer so bei Reparaturkosten 50 Prozent und einsparen können.

Nach Reifen aus dem Vorjahr fragen

Wenn es beim Reifenkauf nicht das aktuelle Top-Modell sein muss, sind satte Rabatte drin. "Vorjahresmodelle haben auch ein gutes Profil, werden aber deutlich günstiger angeboten, wenn die neueste Reifengeneration auf den Markt kommt", weiß Dietmar Clysters vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Allerdings sollten Kunden bei älteren Modellen auf die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer (auf der Reifenflanke) achten. Darüber sind Kalenderwoche und Jahr ablesbar. Wenigfahrer können auf preiswerte "runderneuerte Reifen" zurückgreifen. Diese sind gebrauchte Räder mit erneuertem Profil.

Da sie in der Produktion 80 Prozent weniger Erdöl und 70 Prozent weniger Energie verbrauchen als Neureifen, sind sie eine umweltbewusste Alternative. "Im Vergleich zu Neureifen sind die Anschaffungskosten hier bis zu 50 Prozent niedriger", so Reichel. Besonders bei Winterreifen lohne sich das. Allerdings verhalten sich recycelten Reifen hinsichtlich des Brems-, Anfahr-, und Aquaplaning-Verhalten nicht wie neuen Exemplare. Zudem verschleißen runderneuerte Reifen bis zu 30 Prozent schneller.

Fahrgemeinschaften bilden

Wer wenig fährt, spart am meisten. Klassischerweise bilden Arbeitskollegen Fahrgemeinschaften. "Die lohnen sich auch schon, wenn man einen Teil der Strecke gemeinsam fährt oder nur an bestimmten Wochentagen", sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Denn geteilte Spritkosten kommen jedem zugute.

Fahrweise anpassen

Autofahrer sollten zügig beschleunigen ohne den Motor hochzudrehen – also ohne Vollgas. Wer's genau wissen will: Der TÜV Süd rät, bei rund 2.000 Touren hochzuschalten. Potenzial zum Sparen steckt auch in der Gangschaltung. Man kann den Verbrauch bei Tempo 50 um rund die Hälfte senken, wenn der vierte statt zweite Gang eingelegt ist.

Auch Automatikfahrer verzichten beim Beschleunigen am besten auf Vollgas. Je nach Fahrzeug, lässt sich der Verbrauch durch ein effizientes Fahrprogramm reduzieren. "Die meisten modernden Automatikautos wählen selbstständig den effizientesten Gang", weiß Vincenzo Lucà vom TÜV Süd.

Bereits nach 20 Sekunden Stillstand an der Ampel oder im Stau lohnt es sich, den Motor abzuschalten. Technisch regelt das eine Start-Stopp-Automatik in Eigenregie. ZDK-Mann Clysters empfiehlt, unnötigen Ballast im oder auf dem Auto zu entfernen und auf den korrekten Luftdruck zu achten. Das sieht auch der TÜV Süd und belegt das mit Zahlen: Ab 0,2 bar zu wenig Luftdruck, geht man von bis zu zehn Prozent Mehrverbrauch aus. Zugleich könnten die Reifen bei zu wenig Druck überhitzen und platzen.

Werkstattchecks sorgen für optimale Einstellungen

Bei regelmäßigen Checks in der Werkstatt stellt der Kfz-Mechatroniker die Einstellungen optimal ein. So fährt der Wagen mit geringstem Verbrauch. Dabei gut zu planen, kann ein Vorteil für Sparfüchse sein. Denn in vielen Fachwerkstätten sind feste Winter- und Frühjahrschecks Programm. Laut Clysters prüfen diese dann die wichtigsten Bauteile für rund 20 Euro.

Clever tanken

Die Spritpreise variieren zumeist im Laufe eines Tages an den Tankstellen. "In der Regel sind die Preise zwischen 18 und 20 Uhr am günstigsten", sagt ACE-Mann Heinze. Am teuersten hingegen sei der Sprit morgens zwischen 6.00 und 9.00 Uhr, wenn Pendler und Berufstätige die Nachfrage nach oben treiben. Ab circa 14.00 Uhr sinken die Preise wieder. Spätabends und nachts erheben manche Tankstellen Nachtzuschläge, weshalb die Preise steigen können.

Budget- oder Holiday-Parkplatz buchen

Eine günstige Urlaubsreise kann – mit den Parkplatzgebühren am Flughafen kombiniert – teuer werden. Laut ACV kostet es schnell 200 Euro, das Auto zwei Wochen in einem Parkhaus in der Nähe zum Hamburger Flughafen abzustellen. Deutlich günstiger fallen Gebühren dank sogenannter Budget- oder Holiday-Parkplätze aus, die man mieten kann. "Der Shuttle-Service zum Flughafen ist in der Regel im Preis inbegriffen", so Reichels Tipp.

Kfz-Versicherung vergleichen

Für die passende Kfz-Versicherung rät Heinze vom ACE, neben den Kosten auf Serviceleistungen zu achten. Geht die Kündigung bis spätestens zum 30. November bei der Versicherung ein, ist ein Anbieterwechsel zum 1. Januar möglich. 

Absprache mit der Werkstatt

Ein Schreck über zu hohe Werkstattrechnungen lässt sich durch klare Absprachen vermeiden. Clysters rät als "beste Art der Kostenkontrolle" zuvor zu besprechen, welche Teile die Werkstatt ersetzt und wie umfangreich sowie teuer die Reparatur sein soll oder darf. 

Auch lohne es sich bei Ersatzteilen nachzufragen, ob es mehrere Anbieter verkaufen. Für identische Teile können sich die Preise je nach Anbieter bei zum Beispiel Scheinwerfern um bis zu 20 Prozent unterscheiden. Auf eigene Faust sollten Kunden jedoch keine Ersatzteile kaufen und damit lieber den Profi beauftragen.

Beim Autokauf nachfragen

Im Autohaus sollten Käufer konkret nach Tages- beziehungsweise Kurzzulassungen und Aktionen der Hersteller fragen. Potenzial zum Sparen steckt auch in Vorführwagen, die oftmals 20 Prozent unter dem Normalpreis liegen. Bei Jahreswagen gelten oft noch saftigere Rabatte. Zudem bieten viele Autohersteller hohe Rabatte für Autofahrer mit Behinderung an.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Fachverband BRV

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