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Jaguar XJ: Die Katze lässt das Sausen nicht

Die Katze lässt das Sausen nicht

18.06.2012, 16:54 Uhr | Peter Maahn/Raufeld, Raufeld

Jaguar XJ: Die Katze lässt das Sausen nicht. Britischer Stil: Die coupé-artige Linie macht den XJ zum Modernisten in der Luxusklasse - der Katzenblick ist revolutionär. (Quelle: Hersteller)

Britischer Stil: Die coupé-artige Linie macht den XJ zum Modernisten in der Luxusklasse - der Katzenblick ist revolutionär. (Quelle: Hersteller)

Der XJ hat das angestaubte Jaguar-Image längst abgeschüttelt - und es gibt ihn auch mit einem kräftigen Diesel. Wir haben uns den britischen Luxuswagen Jaguar XJ genauer angeschaut und präsentieren außerdem die Limousinen-Alternativen der Konkurrenz.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Wie stellt man sich den typischen Jaguar-Fahrer von einst vor? Vielleicht als knorrigen Senior mit gezwirbeltem Schnauzbart, kariertem Tweed-Sakko und ebensolcher Mütze. Und diese Zeitgenossen sollen sich mit der modernen Form der Neuauflage ihres geliebten Jaguar XJ anfreunden? Mit der coupéhaften, lang gestreckten Karosse, die nichts mehr mit dem über viele Jahrzehnte gebauten Klassiker gemein hat?

Seit zwei Jahren ist das Jaguar-Flaggschiff, das nicht nur in England für Glaubenskämpfe sorgte, auf dem Markt. "Unsere Zukunft liegt nun mal nicht in der Vergangenheit", verteidigte Markenchef Mike O’Driscoll beim Start des XJ dessen in britischen Augen gewagte Linienführung. Revolutionär der geschlitzte Katzenblick neben dem betont sportiv anmutenden Waffeleisen-Grill. Und natürlich auch die senkrecht stehenden Rückleuchten, die das Stummelheck der Coupé-Limousine schmücken. >>

Eine so ganz andere Art von Nobelmobil, das da gegen das scheinbar unschlagbare deutsche Trio antritt.
Gegen den XJ wirken S-Klasse, BMW-7er oder auch Audi A8 trotz aller Modernität und Perfektion konservativ.

Kein Wunder also, dass die Oberraubkatze immer wieder Blicke auf sich zog. Vor allem, wenn beim Anlassen ein leises Dieselrattern vernehmbar wurde. In der Tat und erneut shocking für Traditionalisten: Den XJ gibt es auch mit einem selbst zündenden Herz - und von den 615 Zulassungen im letzten Jahr hatten 85 Prozent den hochmodernen Dreiliter-Diesel unter der Haube. Zum Vergleich: Von den 4.730 S-Klassen des Jahres 2011 waren es weniger als die Hälfte.
Nach ein paar Kilometern im XJ wird klar, warum die neue Generation von "Jaguristi" inzwischen gerne dieselt. Dank Doppelturbo, 275 PS und der unwiderstehlichen Durchzugskraft von 600 Newtonmetern kann die Katze das Sausen nicht lassen. >>

Vor allem, wenn im Sportmodus das rechte Pedal gepeinigt wird. Dann spurtet der immerhin 1,8 Tonnen schwere XJ in knapp über sechs Sekunden auf Tempo 100. Bei 250 km/h greift die Elektronik mahnend ein.

Genussvolles Gleiten

Doch ungleich genussreicher ist das sanfte Gleiten bei kaum hörbar schnurrendem Diesel, präziser Lenkung und sehr gutem Federungskomfort. Souveränes Fortkommen mit einem mit viel Geld bezahltem Gefühl der Überlegenheit. Man könnte schließlich, wenn man denn wollte. Aber warum sollte man. Schließlich will man dem Normverbrauch von sieben Litern zumindest nahekommen. Na ja, bei behutsamer Gangart ist immerhin ein einstelliger Verbrauchswert möglich. Dabei sitzt man auf edlem Leder, umrahmt von Walnussholz, darüber ein großes Panorama-Glasdach, berieselt von einem 400-Watt-Klangsystem, gut informiert per Navigationsbildschirm mit Touchscreen. Das alles ist serienmäßig.

Klassischer Stilbruch Ein Stilbruch ist allerdings der Verzicht auf klassische Instrumente. Statt Analoginstrumenten gibt es eine TFT-Anzeige,

die Tacho und Drehzahlmesser simuliert. Gut abzulesen, aber neben dem polierten Lack und den chromummantelten Heizungsdüsen nicht wirklich passend. An anderer Stelle macht der Aufbruch in die Neuzeit der Traditionsmarke Sinn: Gegen Aufpreis gibt es Abstandsradar oder Toter-Winkel-Sensor. Eine Rückfahrkamera ist hilfreich, um das schlecht einzusehende Heck nicht zu ramponieren. Denn mit 5,12 Metern ist der XJ eines der großen Autos auf europäischen Straßen. Dafür ist der Platz für Knie und Oberschenkel pure Business-Klasse, auch wenn Hinterbänkler ab 1,90 Metern Stockmaß leicht den Kopf neigen müssen. Das Kofferraumvolumen ist mit 520 Litern standesgemäß.

Jaguar zählt sich zur Premium-Klasse - zu Recht, wie die Testfahrt belegte. Entsprechend auch der Preis: Mit 79.750 Euro liegt der Basisdiesel mehr als 3000 Euro über einer etwas schwächeren S-Klasse von Mercedes. Rechnet man allerdings die großzügige Ausstattung hinzu, wird der Außenseiter fast schon zum Preisbrecher.

Schauen Sie dich den Jaguar XJ auch in unser Foto-Show an.

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