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Aston Martin DB9: Große Oper

Aston Martin DB9: Grosse Oper

18.03.2013, 09:27 Uhr | Heiko Dilk, Raufeld

Aston Martin DB9: Große Oper. Der neue DB9 überzeugt durch Klang und zeitloses Design. (Quelle: Hersteller)

Der neue DB9 überzeugt durch Klang und zeitloses Design. (Quelle: Hersteller)

Aston Martin legt mit dem DB9 sein wichtigstes Modell neu auf – das ist nicht revolutionär, aber stimmgewaltig und voller Charakter. Fast 50 Prozent der Komponenten und mehr als 70 Prozent der Karosserieteile wurden erneuert. Mit 517 PS ist es nun der stärkste DB9 aller Zeiten und wird damit in ein neues Zeitalter eingeführt.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Die D2 zwischen Gréolières und Thorenc ist eine Straße wie aus dem Bilderbuch. Man verlässt Gréolières über die Route de Gentelly, die sich ein, zwei Serpentinen hochwindet, und nach wenigen Kilometern schieben sich die ersten Sandsteinfelsen in den Blick, die hier, an den steilsten Stellen der Ausläufer der Seealpen, die Hänge dominieren. Es ist nur ein kurzes Stück, und der Weg zuvor hinaus von Grasse über Gourdon war nicht gerade arm an fahrerischen Highlights. Aber kurz hinter Gréolières gibt es ein paar Felstunnel, die der Fahrt eine weitere Dimension hinzufügen: eine akustische.

"Lärm ist schlecht, Klang ist gut", hatte Dr. Ulrich Bez noch am Vorabend gesagt. Er ist das, was man in der Automobilbranche einen "Car Guy" nennt, einen Auto-Enthusiasten, und er ist seit zwölf Jahren Geschäftsführer des britischen Sportwagenherstellers Aston Martin.
Mit "Klang" meinte der Schwabe den Sechsliter-V12 im neuen DB9, der jüngst überarbeitet wurde: >>

Statt 477 leistet der Saugmotor jetzt 517 PS, das Drehmoment stieg von 600 auf 620 Newtonmeter.

Aber was sind schon Zahlen. Im Hinterland der Côte d’Azur wird daraus ganz handfest erlebbare Performance. Ohne Verzögerung reagiert der V12 auf Gaspedal-Befehle, das scheinbar unerschöpfliche Drehmoment schiebt den fast 1,9 Tonnen wiegenden DB9 vehement nach vorne. Die Gangwahl wird so zur Nebensache. Obwohl: Auch die leistet ihren Beitrag zum akustischen Erlebnis. Beim Runterschalten der Sechsgangautomatik knistert es aus den Auspuffrohren, jedes Hochschalten kurz vor dem Drehzahlbegrenzer wird von einem grunzenden Rülpser begleitet.

Es ist ein Sound, der sich nur noch in kleinen und exklusiven automobilen Nischen entfalten darf. Und der sich nur an wenigen Orten so pur erleben lässt wie an den Steilwänden und in den Felstunneln der D2, wo man immer wieder sinnlos aufs Gaspedal steigt, um das Trompeten der zwölf Zylinder zu genießen. Ein Glück, dass wir im Volante sitzen, der Cabrio-Variante des DB9. >>

Deren Karosserie ist um 30 Prozent steifer als die des Vorgängers, was gemeinsam mit Verbesserungen am Fahrwerk für eine wundervolle Direktheit sorgt. Die Balance des DB9 lässt einen dabei nie im Zweifel über sein Frontmotor/Heckantrieb-Layout. Die Lenkung ist mitteilsam und die serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsen liefern nicht nur vehemente Verzögerung, sondern auch ungewöhnlich viel Gefühl. Man vertraut diesem Auto und treibt es ohne Angst in die Nähe des Grenzbereichs, wenn die Hinterräder an der Grenze ihrer Haftung operieren.

Weiter in Richtung Thorenc. Wo die Straße offener wird, die Kurven mehr fließen – und kein Abgrund nur Zentimeter neben dem Asphalt lauert –, fließt der DB9 mit ihnen. Es entwickelt sich ein Rhythmus aus Herausbeschleunigen, Anbremsen, Einlenken und Wieder-aufs-Gas. Stunden könnte man das so weitertreiben. Der DB9 wird zum klassischen Gran Turismo.

Ein Sportwagen, den man fahren kann und will

Dabei ist es im Grunde gar nicht entscheidend, in welchem Modus des neuen adaptiven Fahrwerks man unterwegs ist. "Normal" bietet ein wenig mehr Komfort als "Sport", "Track" noch eine Spur mehr Kontrolle als "Sport", aber unkomfortabel sind alle drei nicht. Das passt zum Charakter des DB9 als Sport-Tourer. "Der DB9 ist das Rückgrat unseres Modellangebots", sagt Bez, und das gilt nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht – rund 14.000 Exemplare wurden von der ersten Generation verkauft, seit sie 2004 auf den Markt kam –, sondern auch ideell. Laute, kreischende und giftige Sportwagen sollen andere bauen, Ferrari oder Lamborghini. Aston Martin und insbesondere der DB9 sollen für "brauchbare PS" stehen, wie Bez sagt. "Wir bauen Autos, die man fahren kann." Die sind nicht ohne Schwächen. Die Sechsgangautomatik etwa, die in den meisten Modellen zum Einsatz kommt, ist nicht die schnellste und sanfteste. Das Navigationssystem mit seiner billigen Grafik und dem schlechten Bedienkonzept ist eines Autos für 174.994 Euro unwürdig (das DB9-Cabrio kostet gar 189.995 Euro).

Auch gibt es einige scharfe Kanten im Interieur, die mit dem ansonsten liebevoll gestalteten und handgearbeiteten Ambiente nicht mithalten. Und Kritiker werden dem neuen DB9 vorwerfen, dass er sich kaum vom "Virage" unterscheidet, der nur 18 Monate lang gebaut wurde. Und auch kaum von den anderen Modellen.

Kritik am schönen Supersportler

Die Kritik ist nicht unberechtigt. Man muss schon ein ziemlicher Experte sein, um die Baureihen auseinanderhalten zu können. Dabei lobt Bez gerne das "Weltklasse-Design" von Aston Martin. Neue Impulse indes gehen auch vom neuen DB9 nicht aus. Lediglich der Über-Sportler "One-77", von dem nur 77 Exemplare gebaut und für rund 1,5 Millionen Euro verkauft wurden, brachte so etwas wie eine mutige neue Richtung. Doch davon findet sich nur wenig in den normalen Modellen. Das ist der Nachteil eines Kleinherstellers, der derzeit nur rund 4000 Autos im Jahr verkauft. Zwar ist Aston Martin seit einigen Jahren regelmäßig profitabel, aber für teure Neuentwicklungen fehlen die Mittel. Und das Risiko wäre auch zu groß. So ist bei der Technik genauso behutsame Weiterentwicklung angesagt wie beim Design. Der Technik ist dabei ganz und gar nichts vorzuwerfen, wie der DB9 zeigt. Die jüngste Generation des Baukastens, auf dem alle Kernmodelle von Aston Martin basieren, spielt fahrdynamisch ganz oben mit. Und was das Design betrifft: Will man sich wirklich über Schönheit beschweren, nur weil sie nicht neu ist?

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