Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

50 Jahre Lamborghini

50 Jahre Lamborghini - "Kampfstiere auf der Strasse!"

08.07.2013, 08:49 Uhr | Christian Sauer, wanted.de

50 Jahre Lamborghini. Die große Stierschau in Italien. (Quelle: Hersteller)

Die große Stierschau in Italien. (Quelle: Hersteller)

Seit inzwischen fünf Jahrzehnten gilt es Stiere nicht nur in der Arena, sondern auch auf der Straße oder der Rennstrecke an den Hörnern zu packen. wanted.de Autor Christian Sauer besuchte anlässlich des 50. Geburtstages den Firmensitz von Automobili Lamborghini in Sant’Agata Bolognese. Dort fuhr er nicht nur die aktuellen Modelle, sondern blickte auch in die automobile Vergangenheit zurück.

Wer dieser Tage auf dem Flughafen in Bologna landet, wird von einem ganz besonderen "Follow-Me-Car" in Empfang genommen. Dem mit Blinklichtern aufgerüsteten Lamborghini Aventador LP 700-4 folgen Piloten mit ihren Maschinen sicher gern und müssen aufpassen, nicht vom 350 km/h schnellen Flügeltürer abgehängt zu werden. Stolz ist man hier in der Emilia Romagna und speziell im "Land der Motoren" auf die Sportwagen von Lamborghini, wie auch auf die von Ferrari aus dem nicht weit entfernten Maranello oder die noch selteneren Exoten von Pagani, denen wir letztes Jahr einen Besuch abstatteten.
Während Ferrari und Maserati schon seit vielen Jahren zum Fiat-Konzern gehören, nahm sich Audi 1998 Lamborghini an. Entgegen anfänglicher Skepsis tat das Engagement des VW-Konzerns der italienischen Traditionsmarke sehr gut – viele Insider meinen sogar, dass es ansonsten Lamborghini heute gar nicht mehr gäbe.
Fest steht, dass sich in den letzten 15 Jahren einiges getan hat. >>

Die Ingolstädter brachten nicht nur die Erfahrung ihres Allradantriebes mit, nein, mit dem Gallardo wurde eine komplett neue, preiswertere Baureihe mit technischer Verwandtschaft zum Audi R8 etabliert. Das verhalf den bis dato sehr geringen Verkaufszahlen zu neuen Rekorden und amortisierte Teile der Investitionen. Diese flossen in die Infrastruktur des Werkes, machten sich aber auch in der Qualität und technischen Reife der Sportwagen bemerkbar. Auch der finanzielle Rückhalt ist nachhaltig gesichert, um beispielsweise mit dem für 2017 angekündigten SUV Urus in zusätzliche Segmente zu expandieren. >>

Oder auch um das Know-How in Sachen Carbon-Leichtbau zu stärken. Bei allem Hightech und deutschem Einfluss ist die Faszination geblieben: Das aufsehenerregende Design eines Lamborghini erkennt man selbst in einer unauffälligen Lackierung und der ebenso sonore wie markante Sound zeugt von der Kraft der Kampfstiere mit ihren Zwölf- oder Zehnzylinder-Herzen. >>

Die derzeitige Leistungsspitze markieren zwei, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums präsentierten, Aventador-Sondermodelle: Der 750 PS starke und auf drei Exemplare limitierte Veneno für jeweils 3,5 Millionen Euro sowie die einhundert LP 720-4 50° Anniversario mit 720 PS. Dessen neuer Lackton Giallo Maggio (Mai Gelb) erinnert an die Gründung von Lamborghini im Mai 1963.
Während das seltene Sammlermodell schnell wieder hinterm Werkstor verschwindet, stehen vor dem Haupteingang aufgereiht jeweils ein offener und geschlossener Aventador, sowie mehrere Gallardo-Versionen – vom Spyder bis zum Superleggera.

Das werden die internationalen Besucher aus aller Welt sicherlich verschmerzen können, die neben Schnappschüssen der Stier-Horde auch das ein oder andere Souvenir aus dem Shop mit nach Hause nehmen. Neben Modellautos gibt es auch exklusive Accessoires aus der Collezione Automobili Lamborghini. Im Vergleich mit den Produkten von Ferrari fällt das Angebot deutlich kleiner aus – insgesamt wirkt die Atmosphäre in Sant’Agata aber auch familiärer als in Maranello. Für Fans und Enthusiasten dennoch nicht weniger beeindruckend ist ein Besuch im firmeneigenen Museum und der direkt angrenzenden Fertigung.

Auf zwei Ebenen präsentieren sich fast schon unverschämt zurückhaltend einige der außergewöhnlichsten Exemplare der Firmengeschichte. Einzelstücke der jüngeren Vergangenheit wie das viertürige Estoque Concept oder der tatsächlich einige Zeit im Einsatz gewesene Polizei-Gallardo stehen hier Seite an Seite mit historischen Klassikern à la 400 GT oder Jalpa. Fast in Vergessenheit geraten, beweist ein monströser LM002-Geländewagen, dass Lamborghini schon vor über 20 Jahren einen hochbeinigen Allradler im Portfolio hatte. Neben den unverkäuflichen Schätzen auf vier Rädern, werden auch einzelne Motoren präsentiert, die wie Kunstwerke in Szene gesetzt sind. Andere Exponate erinnern an die Zeiten, als Lamborghini Triebwerke für Formel-1-Rennwagen und Rennboote fertigte. Der Platz im Museum reicht gar nicht aus, um die komplette Sammlung ausstellen zu können. Regelmäßig sind einige Oldtimer auch auf Tournee um die ganze Welt. Die Werksbesichtigung, die nach Anmeldung jedem Besucher offen steht, beginnt mit der Geschichte von Ferrucio Lamborghini und einer inzwischen zur Legende gewordenen Anekdote. >>

Der charismatische Unternehmer, der es mit dem Bau von Traktoren zu Wohlstand gebracht hatte, war mit seinem Ferrari so unzufrieden, dass er sich bei Enzo Ferrari persönlich über dessen Probleme beschwerte. Heutzutage würde man wohl sagen, dass dieser ihn "abblitzen" ließ und Überlieferungen zufolge sogar gesagt haben soll, dass Ferrucio Lamborghini nur Traktoren fahren könne. Der ließ dies wiederum nicht auf sich sitzen und entschloss sich, selbst bessere Sportwagen zu bauen. Als Markenzeichen wählte Ferrucio Lamborghini – selbst im Sternzeichen des Stiers geboren – den Murciélago, den legendären Stier, der am 5. Oktober 1879 einen Stierkampf mit 24 Lanzenstößen überlebte und daraufhin begnadigt wurde. 1963 erschien dann der 350 GTV als erster Lamborghini für die Straße und nicht für den Acker. Den Durchbruch brachte zwei Jahre später der Miura. Er gilt heute als einer der gefragtesten Lamborghini-Oldtimer und als Urahn der späteren Zwölfzylindermodelle Countach, Diablo und Murciélago.
Auch wenn es Lamborghinis Sportwagen nie an Aufmerksamkeit fehlte, stand es um die Finanzen des Unternehmens selten gut. Daran konnte auch der Verkauf des Traktoren-Geschäfts sowie der Sportwagen-Sparte 1972 nichts ändern. Während sich Ferruccio Lamborghini bis zu seinem Tod 1993 im Alter von 77 Jahren auf die Produktion erstklassiger Weine konzentrierte, die weiterhin unter seinem Namen verkauft werden, wechselte das Sportwagen-Werk mehrmals den Besitzer. Chancen wie 1976 der Auftrag von BMW, den Supersportwagen M1 zu entwickeln, blieben ungenutzt und gipfelten ein Jahr später in der Insolvenz. Von 1987 bis 1994 gehörte Lamborghini dann zu Chrysler und weitere vier Jahre zum indonesischen Unternehmen MegaTech. Die asiatischen Investoren versuchten auch Synergien mit ihrem amerikanischen Sportwagen-Projekt Vector zu schaffen, scheiterten damit aber.   

Erst mit Audi sollte Ruhe in die wechselhafte Geschichte von Lamborghini einkehren. Das Werk wurde modernisiert und um eine zweite Fertigungsstraße ergänzt, wo neben dem Aventador heutzutage der Gallardo montiert wird. Doch dessen Zeiten scheinen nach 10 Baujahren gezählt zu sein. Ein Nachfolger ist bereits in Planung, aber bis es soweit ist, spendierte Lamborghini dem Bestseller noch ein Facelift. So gerüstet ging es dann für die ersten Exemplare direkt vom Werk zur großen 50-Jahr-Feier im Mai. Genauer gesagt, war die eigentliche Gala mit der Präsentation des nicht verkäuflichen Einzelstücks und Einsitzers mit dem passenden Namen "Egoista" nur der Abschluss diverser Festivitäten wie der mehrtägigen Tour von mehr als 300 Lamborghinis quer durch Italien. Das alles zeigt, dass auch unter Audi die Tradition Ferrucio Lamborghinis und seinen Stieren weiterlebt – heute sind sie schneller und stärker denn je. Wer bislang noch nicht vom Lamborghini-Fieber angesteckt sein wurde, können wir einen Besuch in Sant’Agata Bolognese wärmstens ans Herz legen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Gebrauchtwagensuche

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe