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Porsche: Rückkehr nach Le Mans

Porsche: Rückkehr nach Le Mans

02.06.2014, 15:44 Uhr | mid, wanted.de, wanted.de

Porsche: Rückkehr nach Le Mans. Kann Porsche in Le Mans an alte Erfolge anknüpfen? (Quelle: Hersteller)

Kann Porsche in Le Mans an alte Erfolge anknüpfen? (Quelle: Hersteller)

Der Pulsschlag im Porsche-Team steigt. Nach 16 Jahren Pause ist der Autohersteller wieder bereit für eines der größten Abenteuer im Motorsport: das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mit dem Porsche Hybrid 919 wollen die Zuffenhausener an alte Erfolge anknüpfen und haben dazu prominente Fahrer verpflichtet.

Am 14. und 15. Juni schlägt die Stunde der Wahrheit. "Wir kehren an den Ort zurück, an den wir vor vielen Jahren unser Herz verloren haben", lautet die Botschaft, mit der Porsche seit geraumer Zeit auf der eigenen Webseite für das "Projekt Le Mans" wirbt.

Unerreichter Rekord

Für Porsche ist das erneute Engagement durchaus ein Risiko, eilt dem Sportwagenbauer in Le Mans ein Ruf so laut wie Donnerhall voraus. Die 13,5 Kilometer lange Rennstrecke ist im internationalen Motorsport so etwas wie das "Wohnzimmer" der Schwaben. 16 Gesamtsiege haben sie bei dem Langstrecken-Klassiker eingefahren. Bis heute ein unerreichter Rekord. Doch die Zeiten haben sich geändert. Jetzt gibt der deutsche Rivale Audi auf der Piste rund 200 Kilometer südwestlich von Paris den Ton an. Seit 2000 haben die Ingolstädter zwölf Mal in Le Mans gewonnen.

Nun kommt es zum brisanten Duell der Konzernschwestern aus dem VW-Stall: Denn Le Mans ist inzwischen viel mehr als ein reines Wettrennen - es ist auch ein Kampf der Technik und der Ingenieure.

Kein "normaler" Rennwagen

Und so ist der Porsche, natürlich auch kein "normaler" Rennwagen. Der Porsche 919 Hybrid soll den Weg in die Zukunft weisen, er steht gleichzeitig für ein neues automobiles Zeitalter, in dem es nicht nur auf die reine Geschwindigkeit ankommt. Damit wird das Rennauto auch zum Sinnbild für die Serie. Sogar Porsche-Chef Matthias Müller ist längst vom Le-Mans-Fieber erfasst. Entscheidend für die Entwicklung des Rennwagens sei das neu geschaffene und revolutionäre Effizienz-Reglement für diese Klasse gewesen, sagt der Porsche-Vorstandsvorsitzende: "2014 wird in Le Mans nicht der Schnellste gewinnen, sondern derjenige, der mit einer festgelegten Energiemenge am weitesten kommt".

Und diesem Anspruch stellt sich der Automobilbau. Nicht nur in Le Mans. Auch die Formel 1 hat die Zeichen der Zeit inzwischen erkannt.

Und Matthias Müller ist ganz bestimmt ein bisschen stolz, dass Porsche wieder einmal zu den Automobil-Pionieren gehört: "Der 919 Hybrid ist unser schnellstes Forschungslabor und der komplexeste Rennwagen, den Porsche bislang gebaut hat."

Was gibt es über das Rennauto zu sagen? Der Verbrennungsmotor des Porsche 919 Hybid ist ein kompakter V-Vierzylinder-Benziner mit zwei Litern Hubraum. Der dreht bis zu 9000 Umdrehungen pro Minute. Die Motorleistung beträgt etwa 500 PS. Hinzu kommen die 250 PS der Elektromaschine. Mit dieser geballten Kraft sind Geschwindigkeiten von mehr als 350 km/h möglich. Zusätzlich verfügt der Le-Mans-Prototyp über zwei Energierückgewinnungssysteme. Neu ist dabei das System für die Nutzung thermischer Abgasenergie durch einen Elektrogenerator, der vom Abgasstrom angetrieben wird. Die Arbeitsweise des zweiten Hybridsystems ist bereits vom Porsche 918 Spyder bekannt. Auch die Konkurrenz setzt auf die Technologie. Vorrübergehend ein Allradfahrzeug

Hier nutzt ein Generator an der Vorderachse Bremsphasen, um kinetische in elektrische Energie zu verwandeln. Als Speichermedium dienen Lithium-Ionen-Batterien. Ruft der Rennfahrer diesen Energie-Vorrat ab, dann treibt ein Elektromotor die Vorderachse an. So wird der 919 Hybrid vorübergehend zum Allradfahrzeug, erklären die Porsche-Techniker.

Ex-Formel-1-Pilot verpflichtet

Beim Comeback setzt der Sportwagenhersteller auch auf die Hilfe prominente Fahrer. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Mark Webber. Der ehemalige Formel-1-Pilot und Ex-Red-Bull-Kollege von Sebastian Vettel gibt dem ganzen Team mit seiner Erfahrung die notwendige Sicherheit. "Ein schnelles Auto zu bauen, ist die eine Sache. Das Auto aber über sechs oder 24 Stunden standfest zu bekommen, das ist eine viel größere Herausforderung", sagt der Australier.

Sein Ziel ist dennoch klar: "Ich will dieses Rennen auf jeden Fall mit Porsche gewinnen." Mark Webber teilt sich den Porsche mit der Startnummer 20 mit Timo Bernhard und Brendon Hartley. Im zweiten Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 14 wechseln sich Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb ab.

Top oder Flop?

Die Strategen von Porsche setzten dementsprechend große Hoffnungen in das Auto und die Fahrer. Doch kann dieses Auto nun auf Anhieb gegen die große Konkurrenz von Audi und Toyota bestehen? "Wenn wir so ein Projekt angehen, dann nicht, um hinterherzufahren", sagt der Porsche-Chef dem Fachmagazin "Auto, Motor und Sport. Das klingt auf jeden Fall gut. Was diese Worte wirklich wert sind, kann dieses Auto aber nur auf der Rennstrecke zeigen. Da heißt es am Ende dann: Top oder Flop.

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