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Mega-Oldtimersammlung unter dem Hammer

Mega-Oldtimer-Sammlung unter dem Hammer

18.02.2015, 12:19 Uhr | ampnet/wanted.de

Mega-Oldtimersammlung unter dem Hammer. Ferrari 400 Superamerica SWB Convertible von 1962 (Quelle: Auto-Medienportal.Net/Darin Schnabel/RM Auctions)

Ferrari 400 Superamerica SWB Convertible von 1962 (Quelle: Auto-Medienportal.Net/Darin Schnabel/RM Auctions)

Ein Teil der wohl wertvollsten Sammlung in den USA wird versteigert - insgesamt sind es 75 Autos aus der Andrews Collection. Auf Anfrage von wanted.de bezifferte der Auktionator RM Auctions den erhofften Erlös auf 46 bis 58,5 Millionen Dollar. Prachtstück der Auktion dürfte ein Shelby Cobra 289 Competition werden. Auch der Ferrari 400 Superamerica SWB Convertible von 1962 wird sich wacker schlagen.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Manche Leute haben Sorgen, die manch andere Leute gerne hätten. Etwa Vater Paul Andrews, Mutter Judy, Sohn Chris und die Töchter Emelie und Jennifer aus Fort Worth im US-Bundesstaat Texas. Sie allesamt sind Besitzer von wunderschönen Oldtimern - die Sammlung gilt als eine der, wenn nicht die wertvollste in den USA. Die Familie hat ausgesorgt, da ihre Firma an den Milliardär Warren Buffet verkauft wurde. Dennoch hat sie zu wenig Zeit für ihre Oldtimer-Sammlung - deshalb wird ein Teil davon bei RM Auctions aus Ontario/Kanada am 2. Mai unter den Hammer kommen.

Traumhafter Shelby Cobra

Dabei sind wahrhaft einzigartige Schönheiten. Zu den wertvollsten Oldtimern zählen ein 1963er Shelby Cobra 289 Competition, von dem weltweit nur drei existieren und von dem sich Chris Andrews nur ungern trennt. 2012 erhielt dieser Rennwagen den Preis "Beste Cobra"

vom Shelby American Automobile Club. Angeblich ist US-Komiker und Talkmaster Jay Leno, ebenfalls Autoverrückter mit zur Zeit 169 Pkw und 117 Motorrädern in der Garage, auf dieses Auto besonders scharf. Einen Spitzenpreis wird mit Sicherheit auch der Duesenberg Model SJ Town Car von 1935 erzielen, der einst Ethel Veronica Mars gehörte, der Gründerin jenes Süßwarenimperiums, das heute unter anderem den gleichnamigen Schokoladenriegel produziert. Bis das Auto bei den Andrews landete, war es zuvor als Taxi unterwegs und später Bestandteil der Harrah-Sammlung in Reno/Nevada.

In der gleichen Preisklasse rangiert auch der Cadillac V16 Convertible Sedan von 1930, der erste Sechzehnzylinder der Welt. Nicht minder berühmt ist der Ferrari 400 Superamerica SWB Convertible von 1962, der im gleichen Jahr auf dem Genfer Automobilsalon Aufsehen erregte. Gestaltet vom italienischen Edeldesigner Pininfarina wurden von dem Fahrzeug lediglich sechs Exemplare als Cabrio mit dazugehörigem Hardtop für den Winter hergestellt. Mehrere Modelle von Packard und Duesenberg, deren Marken längst >>

in den automobilen Olymp eingegangen sind, befinden sich auf der Versteigerungsliste. Ebenso seltene Prototypen. Etwa solche von Buick oder Ford, die niemals in Serie gingen. Auch ein Mercedes 300 SL Roadster von 1953 ist dabei. Alles Autos, die Liebhabern älteren Blechs auf Anhieb die Augen verdrehen lassen. Experten vermuten, dass kaum eines der Fahrzeuge für unter 500.000 Dollar (rund 440.000 Euro) zu haben sein dürfte, die Mehrzahl wird für eine oder mehrere Millionen unter den Hammer kommen. Der Erlös der gesamten Versteigerung soll später über die Andrews Stiftung medizinischer Forschung und der Unterstützung benachteiligter Kinder in Texas zugute kommen.

Damit sich auf die Auktion am 2. Mai 2015 niemand verirrt, der dort mangels flüssiger Mittel nichts verloren hat, sind die Preise schon im Umfeld der Versteigerung gepfeffert. Ein Katalog mit limitierter Auflage kostet die Kleinigkeit von 150 Dollar, also rund 130 Euro, Einlass zur Vorbesichtigung 30. April und am 1. Mai 60 Dollar; und wer mitbieten will – in den Räumen der Andrews Collection in Fort Worth/Texas live oder per Telefon und Internet aus der Ferne – muss 200 Dollar zahlen. Hier können Sie Näheres zur Auktion erfahren: www.rmauctions.com.

20 Top-Oldtimer bleiben der Familie

Die Verkäufer verkraften den Verlust derweil ganz gut: "Mit 15 bis 20 Autos kämen wir gut hin", sagt Chris. Sein Problem: "Die anderen verschlingen viel zu viel Zeit." Die nämlich würde Familie Andrews fehlen, wenn sie in Zukunft noch intensiver als schon bisher an Oldtimer-Wettbewerben in Europa teilnehmen will. Chris. "Zu diesem Zweck müssen wir uns mit einer Auktion in unserem Museum auf eine Sammlung beschränken, die leichter zu managen ist. Aber uns bleiben ja noch ein alter Ferrari, drei Aston Martin, ein Duesenberg und ein paar andere Wagen. Dazu gehört ein 1956er Chevy Bel Air, das erste Auto, das mein Vater gekauft hat und mit dem er früher zur High School gefahren ist." In den USA haben die Andrews bereits so ziemlich alles gewonnen, was es an Preisen für bestens gepflegte alte Karossen zu gewinnen gibt, zum Beispiel vor drei Jahren den weltberühmten Concours d'Elegance in Pebble Beach in Kalifornien mit ihrem Mercedes-Benz 680 S Saoutchik Torpedo von 1928. "Auto, Motor und Sport" schrieb damals über dieses Auto: "Eine Kombination aus deutscher Ingenieurskunst und avantgardistischem, französischen Design." Geldsorgen kennt Familie Andrews nur vom Hörensagen. Paul Andrews hatte 1971 sein Unternehmen TTI gegründet, es im Laufe der Jahre zum weltmarktführenden Produzenten für elektronische und elektrische Bauteile mit Kunden aus Flugzeugtechnik, Armee und Weltraumfahrt gemacht.

Im Jahr 2007 verkaufte sie die Firma für einen nicht näher bezifferten Betrag an den Milliardär Warren Buffet. Der Preis lag wohl eher erheblich über als unter der Milliarden-Dollar-Grenze. Sohn Chris, seinerseits selbst erfolgreicher Geschäftsmann, studierte Kunst in Paris und managt heue hauptberuflich die Sammlung. Zusammen machen die Andrews in regelmäßigen Abständen ein oder zwei Milliönchen für wohltätige Zwecke wie Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und Bibliotheken locker. Das hinderte sie freilich nicht daran, im Laufe der vergangenen Jahre eine Fülle ausgesucht seltener automobiler Raritäten anzuhäufen.

175 Oldtimer im Besitz der Andrews-Familie

Zeitweise beherbergten sie im familieneigenen Museum in Fort Worth bis zu 175 seltene Oldtimer und zahlloses automobiles Sammelsurium wie Tretfahrzeuge für die Kleinen, historische Neonreklame oder handgefertigte Modellautos für die Großen. "Als Kind habe ich meinen Vater nur selten gesehen, weil er so hart gearbeitet hat", erinnert sich Chris. "Aber als ich erwachsen wurde, hat uns die Leidenschaft für alte Autos zusammen gebracht." Inzwischen scheint beiden Männern diese Leidenschaft allerdings über den Kopf zu wachsen. Der Ehrgeiz, jedes ihrer Autos nicht nur stets in fahrbereitem, sondern darüber hinaus in einem Zustand zu halten, als käme es frisch aus der Produktion, erfordert ein ganzes Regiment handverlesener Spezialisten. "Im Grunde genommen hat man doch die meiste Freude an einem schönen Auto, wenn es dort eingesetzt wird, wofür es gebaut wurde, nämlich auf der Straße", meint Paul Andrews. Doch die ständige Sorge um das Wohlergehen der großen Sammlung fresse zu viel Zeit, bekräftigen Vater und Sohn unisono. Außerdem benötigen sie ihr Museum regelmäßig für Wohltätigkeits-Veranstaltungen. Grund genug, einen Teil der Sammlung in die Hände des renommierten Versteigerers RM Auctions aus Ontario/Kanada zu geben. Ob neue Weltrekorde erzielt werden, bleibt abzuwarten: Im August 2014 erzielte ein Ferrari 250 GTO einen Preis von 38,1 Millionen Dollar. Von der puren Masse her liegt die Auktion in Scottsdale in Arizona Ende Januar 2015 vorne: Hier wurden etwa 2500 Fahrzeuge für insgesamt 292,8 Millionen US-Dollar versteigert. Impressionen der Blechträume in Ontario sehen Sie in unserer Fotoshow.

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