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Der sportlichste Porsche: der Cayman GT4

Der sportlichste Porsche: der Cayman GT4

13.10.2015, 09:05 Uhr | Christian Sauer - wanted.de

Der sportlichste Porsche: der Cayman GT4. Unser Testfahrer findet: Der Porsche GT4 ist ein besonderes Erlebnis. (Quelle: Porsche)

Unser Testfahrer findet: Der Porsche GT4 ist ein besonderes Erlebnis. (Quelle: Porsche)

Unser Autor Christian Sauer hat eines der aktuell sportlichsten Modelle von Porsche getestet, das auch abseits von Rundstrecken auf öffentlichen Straßen eine gute Figur macht: den Porsche Cayman GT4.

Foto-Serie mit 19 Bildern

Schlüssel (typisch Porsche) links vom Lenkrad nach rechts gedreht und gut hingehört: Mit heiserer Stimme meldet sich der Boxer bereit zum Dienst. Die Kupplung ist gut dosierbar, die Schaltwege extrem kurz – erster Gang – los!

Hightech für die Rundstrecke

Selbst ohne Launch-Control sprintet der GT4 untermalt vom röhrenden Boxer-Sound vehement los. Porsche gibt 4,4 Sekunden bis 100 km/h und 14,5 auf Tempo 200 an. Zwar "verfehlt" er um 5 km/h die magische 300-er-Marke, aber um Topspeed geht es bei ihm nicht primär. Vielmehr macht das nahezu perfekte Zusammenspiel von Beschleunigen, Bremsen, Lenken und Schalten seinen besonderen Reiz aus. Wer die Sport-Taste in der Mittelkonsole drückt, bekommt als Belohnung bei jedem Runterschalten automatisches Zwischengas inklusive lautstarker Rückmeldung aus den zwei Endrohren. Einen weiteren Knopf beansprucht das adaptive PASM-Fahrwerk mit generell schon straffer Abstimmung und nochmal härterem Sportmodus für maximale Querbeschleunigung. Insbesondere für den Einsatz auf der

Piste wurde das Fahrwerk aufwendig überarbeitet und sogar mit Komponenten vom GT3 verfeinert. Manuell lassen sich Höhe, Sturz und Spur für das optimale Setup individuell einstellen. Das dynamische Getriebelager und Porsche Torque Vectoring (PTV) samt Hinterachs-Quersperre agieren unauffällig aber effektiv im Hintergrund.

Durch die schier unendliche Traktion bei Trockenheit bekommt das zweistufige und komplett deaktivierbare Stabilitätsprogramm (PSM) beim Hecktriebler nicht viel zu tun. Dafür sorgen auch die Pilot Sport Cup 2 Semislicks von Michelin mit mehreren Gummimischungen für die Lauffläche. Viel Komfort bieten sie allerdings nicht und verlangen bei Nässe viel Zurückhaltung.

385 PS unter der Haube

Wie die früheren Versionen des 911 GT3 soll der Cayman GT4 die Rolle des reinrassigen Sportlers spielen, mit dem man(n) am Wochenende regelmäßig Ausflüge zu Rundstrecken unternimmt und dort nahezu unendlichen Fahrspaß "erfährt". Seine Ambitionen beweist der bis dato stärkste Cayman schon auf den ersten Blick:

tiefergelegte Karosserie mit Bugspoiler und schwarzer "Lippe" knapp über dem Asphalt, große Lufteinlässe an der Front und den Flanken, 20-Zöller mit 295er Pneus hinten, zwei mittige Auspuffrohre und zum krönenden Abschluss der feste Spoiler im Theken-Format. Porsche beteuert, dass es dabei um mehr als bloße Optik geht. Natürlich sorgt das aufwendige Aerodynamik-Paket für mehr Abtrieb und Traktion als bei den anderen Cayman-Varianten, aber etwas Show darf an der Einfahrt zur Nürburgring-Nordschleife nicht fehlen. Im Kreise der Hobby-Rennfahrer verzichten GT4-Piloten gerne auf Understatement. Sie haben auch keinen Grund zur Zurückhaltung, schließlich zeigt ihr 385 PS starkes "Tracktool" mit einer Rundenzeit von 7:40 Minuten so manch‘ anderen nominell stärkeren Boliden die Rücklichter.

Einen großen Anteil daran hat der vom Porsche 911 Carrera S abgeleitete 3,8-Liter-Sechszylinder ohne Turboaufladung. Der Saugmotor versteckt sich zwar unsichtbar direkt zwischen Cockpit und hinterem Gepäckabteil, ist aber ein Glanzstück und stellt die bisherige Top-Motorisierung Cayman GTS in den Schatten. Wie seine schwächeren Brüder mit kleinerem Hubraum erreicht der GT4 seine maximale Leistung erst bei 7400 Touren. Das auf 420 Nm erstarkte Drehmoment liegt zwischen 4750 und 6000.

Knackige Handschaltung Die Werte weisen schon darauf hin, dass das kompakte Alu-Triebwerk mit Trockensumpfschmierung anders hoch gedreht werden will. "Old School" mag vielleicht der (vorläufige) Verzicht auf ein automatisiertes Getriebe mit Schaltpaddel wirken, aber nicht nur Traditionalisten werden an der Sechs-Gang-Handschaltung ihre Freude habe. Noch etwas mehr Sport oder Komfort?

Den meisten Anforderungen gewachsen, scheinen bereits die serienmäßigen Hochleistungs-Bremsen unseres Testwagens mit 38 cm Durchmesser vorn wie hinten.

Optional sind für rund 7300 Euro auch Carbon-Keramik-Bremsen mit leichten 41-cm-Scheiben vorn bestellbar, die selbst besonders hohe Belastungen auf Rundstrecken unbeeindruckt wegstecken. Leer wiegt der Cayman GT4 nach der DIN-Norm lediglich 1340 Kilogramm, was ein Leistungsgewicht von nur 3,5 kg/PS ergibt. Wer dann 2800 Euro in die Vollschalensitze aus Carbon investiert, kann weiter Gewicht sparen. Passend dazu wird das Clubsportpaket mit Überrollkäfig, Sechs-Punkt-Gurt und Feuerlöscher angeboten. Der Diät gegenüber stehen gegen Aufpreis die adaptiven Sportsitze Plus mit elektrischer 18-Wege-Verstellung und Sonderausstattungen wie Sitzheizung, Klimaautomatik, Infotainment- und erweitertes Soundsystem. Wer aus Gewichtsgründen nicht den 7-Zoll-Touchscreen abwählt, bekommt in Verbindung mit dem Sport Chrono Paket dort auch Fahrdaten angezeigt. Weitere Informationen gibt es wie in anderen Porsche-Modellen per manueller Stoppuhr und digitalen Anzeigen im Kombiinstrument. Neu und bislang ausschließlich für den Cayman GT4, 911 GT3 und 911 GT3 RS zu haben, ist die Track Precision App für Onboard-Videos der eigenen Fahrt und Analyse zahlreicher Leistung- sowie Dynamikdaten. Was brauchen Hobby-Rennfahrer mehr?

Leicht, gut kontrollierbar und messerscharf

Vielleicht den ab November erhältlichen Cayman GT4 Clubsport als "echten" Rennwagen für Motorsport-Einsteiger. Der ist mit nur einem Schalensitz und 1300 Kilogramm noch leichter. Den größten Unterschied zur Straßenversion stellt jedoch das Doppelkupplungs-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad dar. Dafür können die zivilen GT4-Piloten auf eigener Achse zur Rennstrecke fahren und auch auf Landstraßen das enorme Potenzial ihres "Renners" genießen. Neben dem Sound und Vortrieb faszinieren auch hier das messerscharfe Einlenk- und Kurvenverhalten. Selbst längere Autobahn-Etappen wie in unserem Test werden mit dem Tracktool nicht zur Tortur. Dazu tragen die recht bequemen Serien-Sportsitze ebenso bei, wie die bereits erwähnten Komfort-Extras im ansonsten schlicht gestaltetem aber gut verarbeitetem Cockpit. Wer statt der schwarzen Leder-Alcantara-Ausstattung gerne etwas mehr Abwechslung möchte, kann sich seinen GT4 mit farbigen Nähten und Gurten, Aluminium oder Carbon individualisieren. Und dank der Mittelmotor-Bauweise lassen sich im Bug mit 150 Litern und 275 Litern im Heck mehr als nur ein Helm und Rennoverall verstauen. Das qualifiziert den Porsche Cayman GT4 mit einem Grundpreis von knapp 86.000 Euro sogar zum Alltagsauto, wenn er seine Rennsport-Gene auch nie leugnet.

Sehen Sie den Porsche Cayman GT4 auch in unserer Fotoshow.

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