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Sportwagen-Vergleich mit 1.100 PS: Jaguar F-Type R AWD vs. Nissan GT-R

Sportwagen-Vergleich mit 1100 PS

12.11.2015, 11:04 Uhr | Christan Sauer - wanted.de

Sportwagen-Vergleich mit 1.100 PS: Jaguar F-Type R AWD vs. Nissan GT-R. Nissan GT-R (im Bild links) vs. Jaguar F-Type R AWD (Quelle: Anja Sauer)

Nissan GT-R (im Bild links) vs. Jaguar F-Type R AWD (Quelle: Anja Sauer)

Unser Testfahrer lässt die englische "Raubkatze" Jaguar F-Type R AWD gegen den Nissan GT-R - von Fans auch "Godzilla“ genannt - antreten. Reicht es, einfach "nur" stark und schnell zu sein? Wir zeigen, wie sich die Boliden auf der Rennstrecke und im Alltag schlagen.

Stark und schnell sind unsere beiden Testkandidaten zweifellos, denn ihnen gemein ist die Leistung mit 550 PS. Der Achtzylinder-Kompressor-Motor im Jaguar schöpft aus satten fünf Litern Hubraum 680 Newtonmeter Drehmoment bei 3500 Touren. Im Nissan sind es 632 Newtonmeter bei 3200 Touren und das trotz "Downsizing" mit V6-Turbo und lediglich 3,8 Liter Hubraum.

Beide Sportler 300 km/h schnell

Bei den Fahrleistungen liegt der Japaner mit atemberaubenden 2,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und 315 km/h Topspeed sogar vor dem Briten mit 4,1 Sekunden und elektronisch begrenzten 300 km/h. Beim Antrieb setzen beide auf das gleiche Konzept mit Frontmotor und intelligenten Allradantrieben. Auf abgesperrtem Terrain schlägt die Stunde von "Godzilla", der seit seiner Geburt der Konkurrenz nicht nur mit brachialer Kraft, sondern auch mit messerscharfem Handling vorweg fährt. Absolut neutral und ohne Untersteuern zieht der Allradler von Nissan mit wahnsinnig hohen Geschwindigkeiten durch Kurven aller Art. Die erreichbaren Längs- wie Quer-Beschleunigungen sind enorm. Traktionsprobleme können höchstens die Dunlop-Sportreifen bei Nässe verursachen.

Die Lenkung könnte zwar noch fester und das Lenkrad etwas kleiner sein, aber direkter geht es kaum. Selbst ohne teure Carbon-Keramik-Technologie beißen die Brembo-Bremsen erbarmungslos und ausdauernd zu. Über G-Kräfte und schier unendlich viele Fahrdaten informiert der 7-Zoll-Touchscreen des Infotainmentsystems im Playstation-Stil.

Zwar deutlich weniger digitale Informationen, dafür allerdings acht Zoll bietet der Jaguar. Mit der Raubkatze kann Mann sich durchaus auch auf der Piste blicken lassen, wird aber nicht so schnell wie "Godzilla" sein. Zum einen liegt es an den serienmäßigen Bremsen, die ebenfalls stark, doch nicht ganz so bissig sind.

Für extrem starke Belastungen sollten "Racer" dann vielleicht besser in die fast zehntausend Euro teuren Carbon-Keramik-Stopper investieren. Doch schwerwiegender erscheint das relativ hohe Leergewicht mit über 1,8 Tonnen. Der Nissan liegt zwar auf ähnlichem Niveau, kaschiert im harten Einsatz sein Gewicht mit der sensibleren Lenkung jedoch besser. >>

Doch genau das entwickelt sich abseits der Pisten zum Vorteil, denn dank seines stabilen Geradeauslaufs fährt sich der F-Type entspannter und anders als im GT-R müssen nicht beide Hände permanent zur Korrektur am Steuer bleiben. Obwohl Nissan in den letzten Jahren mehr für den Fahrkomfort getan hat und beide Testkandidaten ab Werk ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern besitzen, fühlt sich die Raubkatze geschmeidiger an – gerade auf schlechterem Untergrund.

Die Automatik schaltet selbst bei langsamen Geschwindigkeiten und im kalten Zustand unauffälliger als das dafür noch etwas flinkere Doppelkupplungsgetriebe des Japaners, das zu Gunsten eines geringeren Verbrauchs gerne noch einen weiteren Gang vertragen hätte. Dennoch herrscht beim offiziellen Durchschnittsverbrauch mit rund 12 Litern Gleichstand.

In welchem Boliden gibt es mehr Sitzkomfort? Viel wichtiger sind bei einem Sportwagen jedoch die Sitze. Elektrisch verstellbar in beiden Fällen, bietet Nissan permanent das Gefühl einer festen Schraubzwinge und der Jaguar mit einstellbarem Seitenhalt mehr Komfort selbst für kräftigere Staturen. Eine unterschiedliche Herangehensweise zeigt auch der Blick nach hinten mit Notsitzen im GT-R, die sich vor allem als Ablagen anbieten, und 315 Liter im Kofferraum mit hoher Ladekante statt 407 Litern unter der elektrischen Glashaube im konsequenten Zweisitzer "Made in England". Sensoren und Rückfahrkameras helfen jeweils beim Parken. Darüber hinaus sind zumindest optional für den F-Type diverse Assistenzsysteme und mehr Komfort-Features als im GT-R erhältlich. Während ein vergleichbarer Porsche 911 Turbo mindestens 165.000 Euro kostet, schlagen der Jaguar F-Type R AWD mit 112.800 Euro Grundpreis und der Nissan GT-R

Premium Edition mit nahezu unschlagbaren 96.900 Euro samt Vollausstattung zu Buche. Ein besseres Preis-Leistung-Verhältnis bietet nur die Corvette Z06 mit 659 PS und Heckantrieb, preislich zwischen den von uns getesteten Allrad-Sportlern.

Den Jaguar F-Type gibt es alternativ auch als Heckschleuder und als Sechszylinder, letztgenannter dann optional mit 6-Gang-Handschaltung statt der standardmäßigen 8-Stufen-Automatik. Der Nissan GT-R wird hingegen seit seinem Start 2007 ausschließlich mit Allrad, 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und dem Sechszylinder-Motor angeboten, der es in der extremen Nismo-Version auf 600 PS bringt. Allerdings verzichtet Nissan auf eine Cabrio-Variante und selbst in der von uns getesteten Premium Edition auf ein großes Glas-Panoramadach. Doch darauf legen Sport(wagen)-Fahrer doch sowieso keinen Wert, oder?

Ihr Preis ist heiß! Beide sind faszinierende Sportwagen und haben trotz ähnlichen Grundwerten ganz unterschiedliche Charaktere: Selbst als Luxus-Variante und nicht als Track Edition oder gar Nismo orientiert sich der Japaner eindeutig in Richtung "Tracktool". Sein Cockpit vermittelt nicht nur das Flair eines Renn-Simulators, dank überlegenem Handling hängt er nahezu alle Konkurrenten ab – auch den Jaguar. Der bietet wiederum neben mehr Komfort und Alltagstauglichkeit auch weitere Möglichkeiten zur Individualisierung. Und damit kommen wir von den objektiven zu den subjektiven Kriterien. Aus unserer Sicht wirkt das F-Type-Design eleganter und hochwertiger, wobei er innen mit teils schnöden Plastik-Oberflächen analog seinem Konkurrenten noch Potential zur Verbesserung bietet. Ganze Arbeit wurde hingegen beim Sound-Design geleistet. Wer den Klappenauspuff aktiviert, erlebt ein grandioses Klangerlebnis samt "Head-Turning-Backfire". Der GT-R hat ebenfalls vier Endrohre, die optisch sogar noch mehr auftrumpfen, aber akustisch nicht so ein breites Spektrum bieten. Sein Design wirkt im direkten Vergleich und abgesehen von den vor Kraft strotzenden Details eher nüchtern, was echte Fans wohl kaum stören wird. Fazit Dank der Summe seiner positiven Eigenschaften gewinnt der Jaguar in unserem Vergleich als besserer und dazu emotionalerer Allrounder knapp vor dem Nissan, der die erste Wahl für ambitionierte Hobby-Rennfahrer darstellt. Mal schauen, ob eine wahrscheinliche SVR-Variante des F-Type und die nächste Generation des GT-R

mit Hybrid-Antrieb das ändern werden. Bilder beider Boliden sehen Sie in unserer Fotoshow.

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