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Spam-Bande Herbal King gefasst: Mit Sex- und Diät-Pillen Millionen verdient

Werbemüll  

Rekord-Spammer geschnappt

15.10.2008, 11:17 Uhr | Sascha Plischke

Viagra und andere Medikamente gehörten zum Portfolio der Sex-Spammer. (Foto: Pfizer)Viagra und andere Medikamente gehörten zum Portfolio der Sex-Spammer. (Foto: Pfizer)Amerikanischen und neuseeländischen Behörden ist ein großer Schlag gegen die internationale Spammer-Szene gelungen. In einer gemeinsamen Aktion konnten die führenden Mitglieder der weltweit größten -Bande Herbal King in beiden Ländern angeklagt werden. Die Bande hatte verschreibungspflichtige Medikamente sowie Pillen zu Penis-Vergrößerung und Potenzsteigerung verkauft.

Foto-Show Vorsicht vor diesen Programmen

Insgesamt soll die Gang für ein Drittel des weltweiten Spam-Aufkommens verantwortlich gewesen sein. Kopf der Bande war offenbar ein Brüderpaar aus dem neuseeländischen Christchurch. Weitere Mitglieder stammten aus Australien und dem US-Bundesstaat Texas. Die Gruppe unterhielt nach Erkenntnis der Behörden außerdem Operationen in China, Indien, Russland und Kanada.

Bande verkaufte schädliche Pillen

Haupteinnahmequelle der Angeklagten war ein Online-Shop für Medikamente, für den sie mit ihren Spam-Aktionen Werbung machten. Der Bande wird vorgeworfen, über diesen Shop eigentlich verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept verkauft zu haben. Außerdem seien manche der Medikamente ohne Zulassung für den amerikanischen und neuseeländischen Markt gewesen. Zudem hatten die Angeklagten obskure Präparate zur Penisvergrößerung, Potenzmittel sowie Diät-Pillen vertrieben. Die angeblich komplett pflanzlichen Mittel enthielten verschiedene Verunreinigungen und medikamentenwirksame Stoffe und gelten als potentiell gesundheitsschädigend.

Behörden streben hohe Geldstrafen an

Den Spammern droht nun neben möglichen strafrechtlichen Konsequenzen wegen Medikamentenmissbrauchs eine Zivilklage der amerikanischen Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission). Die will die Spammer auf Schadenersatz verklagen – und das könnte teuer werden. In einem ähnlichen Fall gegen den Medikamenten-Spammer Lance Atkinson vor drei Jahren hatte die Behörde eine Zahlung von 2,2 Millionen US-Dollar erwirkt. Die neuseeländischen Behörden streben zusätzlich eine Geldstrafe von 121.000 US-Dollar gegen die Köpfe der Bande an.

Auswirkungen auf das Spam-Aufkommen unwahrscheinlich

Ob die Aktion jedoch Auswirkungen auf das weltweite Spam-Aufkommen haben wird ist äußerst fraglich. Richard Cox, Sprecher der Werbemüll-Bekämpfer Spamhaus bezweifelt das. Die Profite seien einfach zu verführerisch – in den vier Monaten vor dem Auffliegen ihrer Operation soll die Bande zwei Millionen US-Dollar verdient haben. "Die Höhe ihrer Geldstrafen wird Kleingeld sein im Vergleich zu den gemachten Profiten", so Cox im Interview mit dem amerikanischen magazin PC World. "Die sehen eine Strafe von einer Million Dollar einfach als normales Geschäftsrisiko."

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