Sie sind hier: Home > Digital > Computer >

"Eine neue Qualität der Internetabzocke"

Abmahnwelle gegen Internetnutzer  

"Eine neue Qualität der Internetabzocke"

06.03.2009, 18:20 Uhr | Gerd Peters

Verbraucherschutz warnt vor neuer Abzock-Masche per Mahnbescheid. (Foto: RainerSturm | pixelio.de)Verbraucherschutz warnt vor neuer Abzock-Masche per Mahnbescheid. (Foto: RainerSturm | pixelio.de)Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor einer Welle von Mahnbescheiden, in denen Internetnutzer aufgefordert werden, dubiose Rechnungen zu begleichen. Das perfide daran ist, dass die Schreiben vom jeweils zuständigen Amtsgericht versandt werden. Das prüft nämlich nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung, sondern nur die formale Richtigkeit. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich trotzdem wehren können.

Schwarze Liste des Internets Wie Abzock-Opfern handeln sollten

Hinter der dreisten Abzocke steckt die windige Firma Online Content Ltd. und eine Münchner Anwältin, die bereits mehrfach im Zusammenhang mit fragwürdigen Internetdiensten auffiel. Dabei handelt es sich nach Informationen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz um die Münchner Anwältin Katja Günther. Die Mahnungen richten sich gegen Personen, die in der Vergangenheit fragwürdige Rechnungen der Firma Online Content Ltd. erhalten und nicht gezahlt haben. "Dies ist eine neue 'Qualität' der Internetabzocke und eine weitere perfide Masche, Internetnutzer weiter einzuschüchtern", warnt Barbara Steinhöfel, Referentin für Telekommunikation und Medien bei der Verbraucherzentrale.

Gericht prüft keine Rechtmäßigkeit

Das perfide an dem amtlichen Schreiben: Bei einem Mahnverfahren prüft das zuständige Gericht nicht, ob eine Mahnung zu Recht ausgesprochen wird. Allein die formale Richtigkeit der Forderung wird geprüft. Sind die Formalitäten in Ordnung, wird die Mahnung von Amts wegen auf dem Postweg zugestellt. Von da an ist der Abgemahnte in der Pflicht. Deshalb empfiehlt der Verbraucherschutz allen Betroffenen, der Geldforderung innerhalb der gesetzten Frist zu widersprechen – sonst steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür.

Nicht einschüchtern lassen

Nach dem Widerspruch liegt es wieder am Anbieter, ob er das Verfahren weiter betreibt und Klage einreicht. Daher rät Steinhöfel gegen den Abzock-Mahnbescheid: "Lassen Sie sich nicht einschüchtern und wehren Sie sich, wenn die geltend gemachte Forderung unberechtigt ist." Weitere Hilfen finden Geschädigte bei den örtlichen Verbraucherzentralen.

Registrierung auf Internetseite wurde zum Verhängnis

Zum Hintergrund: In den letzten Monaten haben viele Internetnutzer eine böse Überraschung erlebt, nachdem sie sich bei eigentlich harmlosen Internetseiten registrierten. Kurze Zeit nach ihrer Anmeldung behaupteten die Anbieter, es liege ein rechtskräftiger Vertrag vor. In den meisten Fällen war dies schlicht und einfach falsch, doch sie versuchten weiter, Geld von den Betroffenen einzufordern. Teilweise beauftragten sie Inkasso- und Anwaltsbüros, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Mehr zum Thema Abzocke im Internet

Gefälschte Software Abzocke mit falschem Firefox
Hintergrund Abo-Abzocke im Internet nimmt zu - so wehren Sie sich
Online Betrug Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Abo-Abzocker

Download Tipps der Verbraucherzentrale Baden-W. (PDF-Datei)
Download Musterbriefe gegen Abo-Abzocke der VZ NRW (DOC-Datei)

Computer-Forum Jetzt mitdiskutieren!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Digital > Computer

shopping-portal