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Microsoft Mitgründer Paul Allen rechnet mit Bill Gates ab

Microsoft-Mitgründer Paul Allen rechnet mit Bill Gates ab

31.03.2011, 14:27 Uhr | Sascha Plischke

Microsoft Mitgründer Paul Allen rechnet mit Bill Gates ab. Paul Allen und Bill Gates im Jahr 1981. (Quelle: dpa)

Die Microsoft-Gründer Paul Allen und Bill Gates im Jahr 1981. (Quelle: dpa)

In seinen nun veröffentlichen Memoiren erhebt der Microsoft-Mitgründer Paul Allen schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Partner Bill Gates. In dem Buch mit dem Titel "Idea Man" beschreibt Allen, wie Gates und der später eingestellte Steve Ballmer versucht hätten, seinen finanziellen Anteil an dem Unternehmen zu beschneiden. Allen beschreibt Gates außerdem als einen aggressiven Unterhändler und leidenschaftlichen, aber arroganten Geschäftsführer. Zum Zerwürfnis bei Microsoft sei es gekommen, als Allen an Krebs erkrankte.

Paul Allen blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück. Allen verfügt über ein geschätztes Privatvermögen von 13,5 Milliarden US-Dollar, er besitzt mit den Seattle Seahawks ein professionelles Football-Team und mit den Portland Trail Blazers eine NBA-Basketball-Mannschaft. Gemeinsam mit seinem Schulkameraden Bill Gates gründete er 1975 die Firma, die damals noch "Micro-Soft" hieß und die heute zu den am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt gehört, und aus der er 1984 aufgrund eines Krebsleidens ausscheiden musste. Das war zumindest die offizielle Sprachregelung. Ein nun im US-Magazin Vanity Fair veröffentlichter Auszug aus Allens Memoiren wirft jedoch ein ganz anderes Licht auf die Umstände von Allens Rückzug bei Microsoft.

Zwiespältige Partnerschaft mit Bill Gates

In dem Buchauszug beschreibt Allen seine Partnerschaft mit Bill Gates als zwiespältig. So habe Gates immer eine bessere Nase fürs Geschäft und für Verhandlungen gehabt. Als die beiden ihre gemeinsame Firma gründeten, soll Gates Allen so lange bearbeitet haben, bis dieser einer Neuverteilung der Anteile zustimmte: 64 Prozent für Gates, 36 Prozent für Allen – und das obwohl Allen selbst die besten Ideen mit in die Firma eingebracht haben will. Auch später habe es immer wieder Auseinandersetzungen über das Geschäft und die Richtung der Firma gegeben. Der Konflikt fand seinen Höhepunkt im 1982, als bei Allen Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde.

Im Dezember dieses Jahres will Allen eine Unterhaltung zwischen Bill Gates und Steve Ballmer mitgehört haben, in der die beiden Möglichkeiten diskutierten, wie sie Allens Anteil am Unternehmen angesichts seiner nun gesunkenen Produktivität noch weiter reduzieren könnten. "Ich konnte das nicht länger ertragen", erzählt Allen in seinen Memoiren, "ich platzte in den Raum und schrie: 'Das ist unfassbar! Es zeigt deinen wahren Charakter, ein für alle mal.' Ich sprach beide an, blickte aber zu Bill." Allen will die beiden daraufhin zur Rede gestellt haben, woraufhin Ballmer sich später persönlich entschuldigt habe. Gates hingegen habe Allen in einem sechsseitigen Brief um Verzeihung gebeten. Nach der Episode will Allen jedoch erkannt haben, dass er bei Microsoft nicht glücklich werden würde. 1983 verließ er schließlich das Unternehmen. Seither betätigt er sich über seine Beteiligungsgesellschaft Vulcan vor allem als Investor. Ähnlich wie sein alter Partner Gates tritt auch Allen als Philanthrop in Erscheinung. Er unterstützt vor allem gemeinnützige Projekte in seiner Heimatstadt Seattle und dem US-Bundesstaat Washington.

Gates: "Erinnerung unterscheidet sich von Pauls Version"

Bill Gates reagierte auf die Vorwürfe in dem Buchauszug mit einer schriftlichen Mitteilung: "Obwohl meine Erinnerung an viele dieser Ereignisse sich von Pauls Version unterscheiden, schätze ich seiner Freundschaft und den wichtigen Beitrag sehr, den er in der Welt der Technologie und bei Microsoft geleistet hat." Microsoft hat sich bisher zu der Veröffentlichung nicht geäußert. Allens Sprecher David Postman sagte der Los Angeles Times, dass es in dem Buch nicht ausschließlich im Microsoft gehe. Auch die Beziehung zwischen Allen und Gates werde nicht nur in ihren negativen Seiten beschrieben: "Wenn die Leute das Buch lesen, werden sie feststellen, dass es sich hier um eine sehr ausgewogene Darstellung dieser Beziehung und Partnerschaft handelt."

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