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Forscherin: Apple erfüllt Definition für eine Religion

Forscherin: Apple gleicht einer Religion

26.10.2012, 16:25 Uhr | fen

Forscherin: Apple erfüllt Definition für eine Religion. Apple-Gründer Steve Jobs (Quelle: dpa)

Apple-Gründer Steve Jobs (Quelle: dpa)

Apple erfüllt die Definition einer Religion. Das sagt die Wissenschaftlerin Kirsten Bell, Religionsforscherin der Universität von British Columbia, Kanada. Bell nennt dabei drei Hauptgründe, die eine Religion erfüllen müsse. Alle drei Punkte träfen auch auf Apple zu.

Die Anthropologin erforschte zuvor religiöse Bewegungen in Korea, berichtet die Journalistin Charlie Osborne im US-Magazin ZDnet. Drei Punkte müsse eine Religion erfüllen, um als solche zu gelten: Sie muss einen charismatischen Anführer aufweisen, der nach und nach zum Gott erhoben werde; einen Formungsprozess und Gehirnwäsche der Anhänger sowie die ökonomische oder sexuelle Ausnutzung der "Gläubigen" anstreben.

Drei Hauptpunkte einer Religion

Der erste Punkt sei durch die Keynotes, also Produktvorstellungen erfüllt. Während dieser Keynotes spreche der Apple-Chef zu seinem Publikum, um ihren Glauben zu erwecken und die Lehre (der Marke Apple) zu stärken. Es seien auch Parallelen zwischen den Christianisierungsmythen und der Apple-Gründung durch die Person Steve Jobs erkennbar.

Formungsprozess und Gehirnwäsche

Das zweite Argument – Formungsprozess und Gehirnwäsche – werde durch die Präsentationen und die Berichterstattung darüber erfüllt. Die Produktvorstellungen würden nicht live übertragen, sondern über Dritte in überhöhter Form weitergegeben. Technikjournalisten und Blogger berichteten über die erlebten Wunder. Hier irrt die Forscherin in einem Punkt, denn einige Produktvorstellungen, darunter auch die vergangene Keynote, wurden live übertragen und konnten – mit entsprechenden technischen Voraussetzungen – live verfolgt werden.

Bei der Berichterstattung über Apple bestehen kaum echte Zweifel an den Schlussfolgerungen der Anthropologin. Denn Journalisten aus aller Welt begleiten die Keynotes mit Livetickern, einer Vielzahl von Meldungen und Bilderserien. Insbesondere die Technoblog-Szene gibt sich dabei in der Regel unkritisch und berichtet ohne journalistische Distanz.

Dass die Anhänger viele Apple-Produkte überhöhen, ist offensichtlich. IPhones und iPads werden in der Regel "blind" gekauft, viele stellen sich dafür stunden- oder sogar tagelang zuvor an.

Ausbeutung der Anhänger

Bells dritter Hauptpunkt ist die Ausbeutung der Anhänger – in diesem Fall ist das wohl nur ökonomisch gemeint. Die Begründung: Apple-Produkte sind in der Regel teurer als Konkurrenzprodukte. Viele Anhänger sind nicht nur bereit, die hohen Preise zu zahlen, sondern sind auch kaufbereiter als andere Techniknutzer, das sie jedes Nachfolgeprodukt besitzen wollen.

Die Ausbeutung der Anhänger trifft nach unserem Verständnis eher auf Sekten als auf Religionen zu. Allerdings lässt sich Apple in diesem Punkt auch nicht mit einer Sekte vergleichen. Apple verfolgt – wie andere Unternehmen – in erster Linie das Ziel der Gewinnmaximierung, andere Ziele sind dem untergeordnet. Es werden auch keine Sanktionen angedroht, wenn ein Anhänger nicht das neueste Produkt kauft. Apple will zwar zum Produkt auch ein Lebensgefühl verkaufen, aber das wollen andere auch, wenn über diesen Weg mehr Produkte verkauft werden können.

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