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3D-Fernseher ohne Brille serienreif

Durchbruch für 3D-TV ohne Brille?

06.09.2011, 10:03 Uhr | Christian Fenselau

3D-Fernseher ohne Brille serienreif. 3D-Brillen (Quelle: imago)

Demnächst auch 3D ohne Brille? (Quelle: imago)

Nach den furiosen Kinoerfolgen von 3D-Filmen und der flächendeckenden Markteinführung von 3D-Fernsehern ist Ernüchterung eingekehrt: Bei weitem nicht jeder Fernseher, der über die Ladentheke geht, ist ein 3D-Modell, die wenigen 3D-Fernsehsender finden kaum Zuschauer. Die Gründe sind vielfältig: 3D-Fernseher sind teurer, 3D-Kanäle gibt es nur via Pay-TV, viele Zuschauer stören zudem die Spezial-Brillen, die außerdem zueinander inkompatibel sind – sie warten lieber auf den 3D-Fernseher ohne Brille. Ein erstes Modell hat der Hersteller Toshiba auf der IFA 2011 vorgestellt. Ist das der Durchbruch?

Das dreidimensionale Fernsehen, im vergangenen Jahr als Top-Trend ausgerufen, kommt nicht so recht aus dem Quark. Das Zuschauerinteresse hielt sich bislang in Grenzen. Nach einer Untersuchung für den US-Markt werden Ende 2011 1,8 Millionen 3D-Fernseher in den Wohnzimmern stehen – das entspricht gerade einmal zwei Prozent der Haushalte.

"Wir haben unser Publikum enttäuscht"

Bei den Herstellern regt sich unterdessen Unmut gegen Hollywood. So beklagt Panasonics Marketing-Chef Andrew Denham die miese Qualität des 3D-Filmangebots. Nach Avatar sei wenig gekommen; Hollywood beschädige den Ruf von 3D, weil vermehrt alte, auf 3D hochgerechnete Filme in die Kinos kämen. Das 3D-Erlebnis bei hochgerechneten Streifen lässt häufig zu Wünschen übrig. Jeffrey Katzenberg von Dreamworks gab Denham Recht: "Wir haben unser Publikum jetzt wiederholt enttäuscht und dadurch ein grundsätzliches Misstrauen in die 3D-Technik geweckt" – nachdem noch vor eineinhalb Jahren die Euphorie kaum Grenzen kannte. Wer enttäuscht aus einem 3D-Kinofilm kommt, überlegt lieber zweimal, ob die Mehrinvestition in 3D-Technik lohnt, wenn er sich einen neuen Fernseher kauft.

Brillenlose 3D-Displays

Brillenloser 3D-Monitor von LG (Quelle: Hersteller/LG)Brillenloser 3D-Monitor (Quelle: Hersteller/LG)

Schuld an der Zurückhaltung der Käufer ist aber nicht allein das maue Filmangebot. Die Technik selbst konnte noch nicht so recht überzeugen. Vor allem, dass der 3D-Effekt im Heimkino nur über klobige Spezial-Brillen zu genießen ist, schreckt viele Konsumenten ab. Die TV-Hersteller wissen das und arbeiten fieberhaft an Technologien, die ohne 3D-Brille auskommen. Doch brillenloses 3D-Vergnügen ist noch eine Seltenheit. Auf Kleindisplays wird die Technik bereits in Serie produziert, etwa für die Spielekonsole Nintendo 3DS. Hier müssen sich die Augen in einer bestimmten Sichtachse befinden, um den 3D-Effekt wahrzunehmen. LG hat einen brillenlosen 50-Zoll-Monitor vorgestellt, doch eignet sich der Bildschirm nicht zum gleichzeitigen Betrachten mit mehreren Personen.

3D-Heimkino ohne Brille ist noch teuer

3D-Fernsehen ohne Brille für mehrere Personen gleichzeitig ist technisch ungleich schwieriger umzusetzen. Wenn keine Brille die Filterung der Pixel vornimmt, muss dies der Fernseher selbst übernehmen. Der Fernseher muss mehrere Abbilder derselben Szene parallel in verschiedene Winkel ausstrahlen. Dafür nutzt er unterschiedliche Bildzeilen, die nicht nur Leuchtpunkte abstrahlen, sondern auch abdunkeln müssen, denn linkes und rechtes Auge müssen mit voneinander getrennten Bildinformationen versorgt werden. Das bedeutet, dass die Bildschirmauflösung wesentlich höher sein muss, damit jeder Zuschauer – besser: jedes Auge – versorgt wird.

Doch eine sehr hohe Auflösung reicht alleine nicht aus. Damit sich die Zuschauer auch bewegen können, müssen Kamerasensoren die Augenpositionen jedes Zuschauers erfassen (Tracking), Software und ein Hochleistungsprozessor sorgen dafür, dass das Multiview und Tracking miteinander kombiniert werden, also das Panel die Richtung der Bildsignale entsprechend anpasst. Alles zusammen – Entwicklung, hoch auflösendes Panel und Prozessor – erhöhen die Produktionskosten erheblich.

Toshiba zeigt brillenlosen 3D-Fernseher

Auf der der IFA in Berlin hat Toshiba einen Fernseher vorgestellt, der brillenloses 3D auch für mehrere Personen (Multiview) ermöglicht – den Toshiba 55ZL2G. Nach Herstellerangaben können damit bis zu neun Personen gleichzeitig 3D schauen. Die Bildschirmauflösung beträgt 3840 x 2160 Pixel. Das entspricht der vierfachen Full-HD-Auflösung, reicht also bei neun Personen nicht für die volle Auflösung aus, die 3D mit Shutterbrille ermöglichen würde. Der 55-Zöller kostet zur Markteinführung 8000 Euro.

Konkurrent Sharp hat auf der IFA noch einen Fernseher mit höherer Auflösung gezeigt. Es handelt sich um einen Prototypen mit 7680 x 4320 Bildpunkten bei einer Bilddiagonale von 85 Zoll (2,16 Meter). Das entspricht sogar der 16-fachen Full-HD-Auflösung.

3D-Technik: Fortschritte auf allen Fronten

Samsung 3D-Brille (Quelle: Hersteller/Samsung)Die Hersteller entwickeln auch die Brillentechnik weiter: Philips bietet Shutterbrillen mit Sehschärfekorrektur für Kurzsichtige; Panasonic, Samsung und Sony haben einen einheitlichen Brillenstandard für alle 3D-Fernseher mit Shuttertechnik beschlossen. LG hat schon seit einiger Zeit 3D-Fernseher mit Polfiltertechnik im Programm, auch Toshiba und Philips haben inzwischen Polfilterfernseher im Sortiment. Diese aus Kinos bekannte Technik kommt mit billigen, leichten und batterielosen Passivbrillen aus. Nachteil dieser Technik ist die halbierte Auflösung, da jede Bildzeile abwechselnd für jedes Auge zuständig ist.

Autostereoskopische Fernseher erst in einigen Jahren

Ob andere Hersteller nachziehen und ebenfalls hochauflösende Fernseher herstellen, bleibt abzuwarten. Immerhin ist es ein wirtschaftliches Wagnis, einen Fernseher unter hohem Aufwand zu entwickeln, der anschließend kaum erschwinglich ist. Weltmarktführer Samsung gibt sich skeptisch: "Brillenlose 3D-Verfahren liefern aktuell noch nicht die hochauflösenden und scharfen Bilder in Full HD, die Verbraucher vom Active-Shutter-Verfahren und der konventionellen 2D-Darstellung her kennen und schätzen", erklärte Marketing-Manager Marcos Pérez Herrera auf Anfrage von t-online.de. So ist denn Toshibas Ansatz ein großer Schritt in die richtige Richtung, der aber noch zu teuer erkauft wird. Der Durchbruch für das brillenlose 3D-Vergnügen steht daher noch aus.

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